Bei uns ist inzwischen Jagdsaison. Zwar sind die Wochen für die Jagd mit Schusswaffen begrenzt, aber mit Pfeil und Bogen darf ziemlich lange gejagd werden. Deshalb sieht es zur Zeit im Kühlraum der uns bekannten Schweizer Farmer so aus. Sie verarbeiten Bären, Elche und Rehe, welche jagdfreudige (oder jagdverrückte?) Canadier bei ihnen vorbeibringen, in haushaltgerecht verpackte Fleischportionen, Gehacktes, Würste etc. Auch hier hat sich die Schweizer Qualitätsmetzgerarbeit herumgesprochen und sie können sich vor Aufträgen kaum retten. Das wird nun bis Weihnachten anhalten.
Trotz ihrer vielen Aufträge haben wir sie am letzten Sonntag von der Arbeit abgehalten und einen vergnügten Nachmittag und Abend mit excellentem Essen bei ihnen verbracht...
Jagdsaison bedeutet für uns, dass die Campingsaison seit zwei Wochen zu Ende ist. Wenigstens für die Camper. Strom und Wasser sind längst abgestellt, die Trailer winterfest verpackt. Wir aber wollen noch einige Dinge im Park erledigen. Noch immer regnet es mehr als nicht und der Himmel ist meistens trüb und grau. Ziemlich langweilig, denn das kennen wir nun zur Genüge. Wir hätten bestimmt wieder einmal ein paar warme Sonnentage am Stück verdient. Draussen zu arbeiten macht nämlich mehr Spass, wenn die Sonne einem dabei zuschaut...
Anfangs Woche hat Marcel ein paar Bäume gefällt. Am Fluss sind dieses Jahr drei Plätze frei geworden und wir haben den Wechsel dazu benutzt, drei riesige Ahornbäume zu fällen. War eine ziemlich trickige Angelegenheit, denn sie sollten in die andere Richtung fallen, als sie gewachsen sind. Mit Stahlseil, Umlenkrolle und Traktor ging schlussendlich alles gut, aber es ist immer eine nervige Angelegenheit. Man weiss nie, ob der Baum doch noch eine ungewollte Drehung macht. Einen Fehler darf man nicht machen.
Die Stämme sind nun schon vor unserer Wundermaschine aufgetürmt, bereit zur weiteren Verarbeitung. Die Aeste liegen auf Haufen bereit zum Häckseln; das werden wir jedoch erst im Frühling erledigen, es geht besser, wenn alles etwas abgetrocknet ist. Nun kann der neue Trailer kommen. Und hier ein Bild des grosszügigen Platzes direkt am Fluss:
Wir hoffen, dass wir die richtigen Leute dafür ausgelesen haben, die dieses kleine Paradies zu schätzen wissen.
Tiergeschichten Teil 3
Ich hätte ja nicht gedacht, dass es bezüglich Tiere noch so nervig wird.
Ziemlich lustig fand ich zwar die zwei Waschbären, die mitten an einem Herbsttag im Gänsemarsch vor meinem Fenster durcheilten und nachher einfach nicht mehr aufzufinden waren. Vielleicht sind sie aus ihrem Heim vertrieben worden, als die Söhne des im letzten Sommer verstorbenen Saisoncampers den Trailer samt Anbau abräumten. Immer wieder haben sich in den letzten Jahren dort Waschbären rumgetrieben und vermutlich haben sie tatsächlich dort auch gewohnt. Und nun mussten sie plötzlich ausziehen. So jedenfalls hat es für mich ausgesehen.
Dass wir dieses Jahr besonders viele Viecher im Park haben, habe ich hier berichtet. Aber dass sie uns in der Lodge auch nicht in Ruhe lassen, das geht gar nicht. Ab und zu eine Maus, damit kann ich leben. Dafür gibt es sehr effiziente Fallen. Aber Eichhörnchen, und dann noch fliegende dazu? Das geht eindeutig zu weit! Und wir wissen leider noch immer nicht, wo und wie sie hereinkommen. Es braucht nur ein kleines Loch dazu. So sind wir inzischen bei "flying squirrel" Nummer 5 angelangt... und irgendwo hinter mir springt (oder fliegt) noch Nummer 6 herum.

Die Falle steht bereit und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder zuschnappt. Dem Erdnüsslibutter sei Dank. Es ist eine Lebendfalle und ich trage die Beute gewissenhaft weit weg von der Lodge und lasse sie erst hinter dem Workshop wieder frei. Ich habe bisher auch nicht das Gefühl gehabt, dass ich immer das gleiche Tier wegtrage, denn sie sehen durchaus verschieden aus und haben nicht das gleiche Verhalten in der Falle. Da gibt es Fighter und Nette, Verzweifelte und Verfressene. Aber warum nur habe ich trotzdem das Gefühl, die lachen mich aus??? Ich glaube ich sollte es doch mal mit der Rattenfalle versuchen...
Uebrigens habe ich gelesen, dass Flying Squirrels im Unterschied zu den normalen Eichhörnchen erstens nachtaktiv sind und zweitens in Gruppen leben, normalerweise bis zu zwölf Stück. Es können aber auch bis zu fünfzig sein. Na dann, gute Nacht...!
Und Max? Der findet die ganze Jagd ziemlich lustig und hilft eifrig mit. Als vor ein paar Tagen ein Streifenhörnchen durch die offene Tür ins Restaurant gelangte und Marcel es endlich mit dem Besen wieder hinausjagte, sass Max vor dem Eingang und hat es postwendend wieder hereingetrieben. Er konnte gar nicht verstehen, warum wir das ziemlich doof fanden.
Der Zeit voraus
Am 22. Oktober habe ich zu meinem Schrecken gemerkt, dass wir hier in Canada nicht immer um Jahrzehnte im Rückstand sind. In einigen Dingen sind wir durchaus unserer Zeit voraus (gesehen im Crapy Tire). Komischerweise haben sie diesmal Halloween ausgelassen, wenigstens in dieser Ecke des Ladens...
Abgeschnitten
Vor zwei Wochen, am Tag nach der Schliessung des Parks, musste noch ein Monteur einen defekten Trailer flicken. Nach seiner Ankunft früh am Morgen bemerkte er zu uns, dass die Strasse etwa zwei Kilometer vor dem Camp ganz heftig ausgewaschen sei und er nur knapp mit seinem Truck durchfahren konnte. Und so sah es aus:
Ein Telefonanruf zum Strassenamt genügte - und innerhalb von 24 Stunden war der Schaden mehr oder weniger behoben. Wir vermuten, dass durch den Dauerregen ein Biberdamm den Wassermassen nicht mehr standgehalten hat und alles in einem Sturzbach den Hügel runterlief. Glücklicherweise hat sich das meiste Wasser anschliessend im Gehölz verlaufen. Trotzdem kann man am Ufer im Park sehen, dass auch unser Bach ganz massiv angeschwollen sein muss. 1996, also vor unserer Zeit, hat übrigens ein gebrochener Biberdamm in unserem Camp einen riesigen Schaden angerichtet und sogar die Brücke zwischen Lodge und Park weggespült. Hoffentlich bleiben wir vor so einem Ereignis verschont.
Nachschub
Mit dem neuen Holz hat es auch endlich geklappt. Anfangs Oktober haben wir die neue Ladung erhalten:
Der Holzschopf ist inzwischen randvoll und wir werden im Winter bestimmt nicht frieren.
Ziemlich clever
Wer hat schon sowas gesehen? Fünf Personen sind mit diesem Truck und ihren Spielzeugen (ATVs und Dirtbikes) angereist und haben es sich im Log Cottage gemütlich gemacht. Es erstaunt mich immer wieder, auf was für Ideen unsere Gäste kommen:
Herbst
Der Herbst hat übrigens ganz kurz doch noch stattgefunden. Am 25. September habe ich diese Aufnahme an unserer Strasse gemacht. Ein solcher Anblick ist einfach überwältigend...
Es waren die letzten wirklich schönen Tage mit milden Temperaturen.