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01 Juni 2016

Auf dem See

Heute bei schönstem Wetter war meine Schwester zu Besuch. Mein Plan war eigentlich, im Garten zu arbeiten und endlich die Gladiolen zu setzen. Es wird höchste Zeit dazu. Vorerst muss ich jedoch das Beet vom Unkraut befreien, was ich aber eine sehr meditative Arbeit finde, die ich schon immer gerne gemacht habe.


Als jedoch meine Schwester mir vorschlug, mit dem Kanu den See erkunden zu gehen, konnte ich nicht nein sagen. Und es war toll. Der See ist sehr interessant. Keine Inseln zwar, aber er hat eine Form wie eine Hand, also mit fünf verschiedenen "Fingern". Es war sehr gemütlich, unser Kanu zwar etwas gwaggelig, weil es eher für Flüsse geeignet ist, aber alles in allem ein gelungener Ausflug. Schöne Häuser hat es überall. Viele sind "nur" Cottages, also Ferienhäuser, oft von Leuten, die in der Region wohnen. Es gibt aber auch ganz tolle Wohnhäuser darunter, sogar richtige Mansions. Die kleinen Ferienhäuser ganz nah am See sehen sehr gemütlich aus und sind liebevoll hergerichtet. Ich freue mich darauf, den einen oder anderen Seebewohner kennenzulernen. Einige kennen wir bereits und werden im Sommer bestimmt die eine oder andere Party hier haben. Den Anfang haben wir vorletztes Wochenende mit der spanischen Ueberraschungsparty bereits gemacht. Und hier noch unser Haus vom See fotografiert. Zwar nur mit dem Handy und deshalb nicht besonders klar. Aber ich wollte bei meiner ersten Kanufahrt nicht gleich die Kamera mitnehmen, just in case...


Ich war selber überrascht, dass man das Haus fast nicht sieht, aber eigentlich ist es klar, wir sehen wegen der vielen Bäume ja auch kaum noch auf das Wasser. In ein paar Wochen wird es bestimmt anders aussehen, wir arbeiten bereits daran:


Ein Blick von unserer Terrasse in die eine Seite...


...und in die andere Richtung


Wir konnten dann heute auch schon unser erstes Abendessen draussen geniessen, denn zu unserer Ueberraschung waren die Blackflies tagsüber nicht hier. Erst gegen Abend liessen sie sich blicken und wir waren nullkommaplötzlich im Haus zu finden...


Zum Schluss noch etwas Naturkunde. Ein stattlicher Baum im Garten hat meine Aufmerksamkeit gewonnen. Die wunderschönen weissen Blütendolden riechen herrlich. Dank Mr. G. habe ich auch herausgefunden, worum es sich handelt. Um einen Black Cherry Tree und hier noch die deutsche Uebersetzung: Spätblühende Traubenkirsche. Ganz besonders gefällt mir folgendes im Beschrieb: "In skandinavischen Ländern werden Destillate aus den schwarzen Beeren hergestellt. In den USA finden die Früchte bei der Aromatisierung von Rum und Brandy Verwendung." Das sind doch ganz interessante Neuigkeiten, über die ich mal nachdenken muss.


01 Mai 2015

Und er kommt doch!

In Riesenschritten kommt der Frühling bei uns an. Temperaturen bis 20 Grad und (noch) keine Blackflies. Daran kann man sich gut gewöhnen. 


Die Frühlingsblumen springen förmlich aus dem Boden.





Endlich habe ich es geschafft eine neue Kamera zu kaufen. Das Beste war, es gab 25% Rabatt, weil die Schachtel schon geöffnet war:-). Es fehlten dann auch zwei der vier mitgelieferten Batterien und die Tragschlaufe. Aber hey, der Rabatt macht das längstens wieder wett.

Nun muss ich mich an die neue Gute gewöhnen. Es ist eine sogenannte Bridge-Kamera mit viel Automatik, einem recht guten Zoom und für meinen Anspruch viel zu viel Möglichkeiten. Hier ein paar Bildversuche:


Das Komposthaufen-Gitter haben wir umfunktioniert zum Tannzapfenhalter. Die Tannzapfen sind gute Feuerstarter, die vor allem im Winter hochwillkommen sind. Die neue "Ernte" fällt momentan grad von den Bäumen.



Diese Holzbeigen müssen wir dieses Jahr unbedingt im Pizzaofen versenken. Sie sind inzwischen nämlich ausgezeichnet gelagert.


Max der Spaniel Jäger mischt im Moment den ganzen Park auf. Die Hasen rennen kreuz und quer durchs Gelände und Max keuchend hinterher. Unglaublich, was der vierzehnjährige Senior für Energien entwickelt. Mit seiner Hörbehinderung und dem verminderten Sehvermögen wird er nie eine Beute erwischen. Dafür macht es ihm Spass und er ist glücklich wie Anton. Er erschreckt uns zwischendurch, weil er sich vermutlich zu sehr verausgabt. Dann liegt er ganz ruhig flach auf der Erde und wartet, bis der Schwächeanfall vorbei ist. Soll er es geniessen, denn in zwei Wochen gilt wieder Leinenzwang bei uns.


Ein mögliches Opfer, der Groundhog, 
der neben und unter unserem Container lebt.


Max hat ja viel Geduld -
(und ich muss meine Kamera schnellstens in den Griff bekommen, damit ich einen Schnappschuss mit Hund UND potentieller Beute machen kann.)


Der Blick von der Werkstatt zum Holzschopf. Links das umgebaute Bootshaus. Auch mit altem Lodgedachblech verkleidet. Davor steht Marcels altes Minivelo von 1970 und je ein Herren- und Damenvelo, Baujahr ca. 1948. Sie gehörten meinen Eltern und sind alte englische Tourenfahrräder. Irgendwann wird sie jemand entdecken und zu neuem Leben (als Antiquität) erwecken. 


Marcel musste sie aus dem Schopf nehmen, um den Bagger am Traktor befestigen zu können:


Der Aussenofen mit Holzschopf:


Ein wenig Holz ist nach dem Winter doch übrig geblieben (denn wir verbrennen momentan Holz von frisch gefällten Bäumen oder anderes minderwertiges Holz. Das gibt in der Uebergangszeit genügend Wärme ab).


Das Holz für den nächsten Winter. Unsere Wunder-Holzbearbeitungsmaschine befindet sich im Unterstand hinter dem roten Holzschnitzler. Marcel wurde im letzten Herbst nicht ganz fertig mit seinem Projekt. Am Schluss wird daraus eine "Garage" wie für die Kanus. Alles Material ist wiederverwertet. Der Rahmen stammt von einem dieser günstigen Plastik-Autounterstände, die im Winter meistens durch die Schneelast in sich zusammenfallen. Das Gestell (hat uns ein Camper gebracht) lässt sich prima als Basis gebrauchen. Das Dach (und später auch die Wände) sind noch von unserem alten Lodge-Dach. Für die Türen liegen bestimmt noch irgendwo alte Holzplatten herum. Da wir in einer nicht-organisierten Gemeinde leben, brauchen wir keine Baubewilligungen und dürfen bauen, was uns gerade in den Sinn kommt. Einzig die Provinz-Vorschriften müssen wir einhalten. Da geht es aber vor allem um Strom, Gas, Wasser und Statik. Damit will man ja auch keine Bastelei anstellen.


Der letzte Schneehaufen hinter der Lodge. Unter der schwarzen Blache befindet sich das Feuerholz für den Campingplatz (muss noch in Säcke abgefüllt werden). Links die Rückwand vom Gästehaus, in der Mitte das Gartenhaus (ein altes Cottage) und rechts ist die Kanu-Garage, wo den Winter über alle Kanus und Kajaks sowie die Rasenmäher versorgt sind.


Und nun noch ein weiterer Lieblingsbaum:


Er beschützt den Aussensitzplatz und steht tatsächlich so schräg. Wahrscheinlich ist er als junger Baum von den Nachbarn zu sehr bedrängt worden. Inzwischen hat er sich jedoch durchgesetzt und ist der grösste Baum auf der West-Seite der Lodge. Er dürfte schon einige Jahrzehnte alt sein.


Soviel für heute. Ich muss noch viel üben mit der neuen Kamera. Geduld in dieser Hinsicht ist absolut nicht meine Stärke...



30 April 2015

Verbiss

Die blöden Hirsche? Fressen doch einfach meine Linde an. Allen Aesten im unteren Bereich haben sie die Spitzen abgefressen. Zum Glück ist der Baum schon über zwei Meter hoch und so konnten sie die oberen Aeste und die Baumspitze nicht erreichen. Nun bin ich gespannt, wie sich der Baum entwickelt. Meine arme Linde, zuerst wird sie fast ersäuft ertränkt und nachher gefressen angeknabbert... Dabei warte ich doch sehnsüchtig auf die Lindenblüten, damit ich endlich Lindenblütentee aus eigenem Anbau habe.


25 April 2015

Der Baum

IHN wollte ich schon lange vorstellen:


Er ist jedoch so riesig, dass es extrem schwierig ist, ihn
(mit meinen Möglichkeiten)
zu fotografieren. 


Anhand des Grössenvergleichs mit dem Traktor kann man sich seine Höhe vielleicht ungefähr vorstellen. Jedenfalls überragt er alle Bäume in der Umgebung bei Weitem.


Er ist der grösste und wohl majestätischste Baum im Camp überhaupt. Schätzungsweise dreissig bis vierzig Meter hoch. Das Alter kann ich nicht abschätzen, aber ich bin der festen Ueberzeugung, dass dieser Baum schon alles gesehen hat, was in den letzten zweihundert Jahren hier passiert ist. Und er hat den Waldbrand von 1905 überstanden, muss also bereits da ein stattlicher Baum gewesen sein. 

Bestimmt hat er die Trapper und Ureinwohner (Indianer) beobachtet, wie sie auf der Voyageurroute, der berühmten Kanustrecke, ihre Lasten in grossen Kanus transportiert und hier am Ufer vom Lake Talon Station gemacht haben. Wir haben schon mal gehört, dass dies hier ein bevorzugter Aufenthaltsort der Ureinwohner war. So genau wollen wir das jedoch nicht wissen, denn es ist ein wenig wie mit dem Heimatschutz in der Schweiz. Ist ein Ort plötzlich schützenswert, hat man nicht mehr das Sagen.

Auf jeden Fall hat der Baum bestimmt die ganze Campgeschichte seit 1854 miterlebt. Für ihn ist die ganze Sache kein Rätsel, denn er war ja mit dabei. Ich wünsche mir, er könnte sprechen und mir ein paar von den Geschichten erzählen, die in seiner Umgebung passiert sind...