31 Januar 2015

Zuheizen

Es will einfach nicht wärmer werden. Zwar gibt es zwischendurch mal einen nicht gar so kalten Tag, aber dann schneit es regelmässig centimeter-hohen Schnee. Das Schaufeln verteilen wir dann schon mal auf zwei Tage, denn Hände und Füsse warm zu halten, ist bei solcher Kälte nicht ganz einfach. Und ja, wir haben ganz gute Ausrüstung, es ist aber einfach zu kalt. Zudem lässt der eigene Hauch alles rund ums Gesicht zufrieren und man sieht nach einer solchen Schaufelaktion schnell mal wie ein zugefrorenes Michelinmännchen aus.

Morgen früh verspricht der Wetterbericht -37 Grad. Da ist dann auch Max der Spaniel ruck-zuck fertig mit seinen Geschäften. Er findet diese Temperaturen sowieso eine Zumutung und schaut uns öfters vorwurfsvoll an. Sorry Max, Hunde-WC drinnen haben wir nicht, aber frische Luft ab und zu soll ja gesund sein.

Zum Glück haben wir uns damals entschlossen, unseren Schwedenofen aus der Schweiz mitzunehmen. Der leistet uns jetzt im Wohnzimmer ganz gute Dienste und vor allem hebt so ein warmes Feuer die Stimmung. Uebrigens ist der obere Teil ein Backfach und eignet sich bestens zum Brotaufbacken oder Aufwärmen von Eintöpfen, leckere Düfte inbegriffen.




28 Januar 2015

Reduziert

Wie immer anfangs Jahr muss man sich mit vielen Formularen, Anträgen, Zahlen und Daten beschäftigen. Mir scheint der Mensch wird nur noch auf Nummern, Buchstaben und Zahlen reduziert...





24 Januar 2015

Schweizer Schriftsteller

Schon immer war ich eine Leseratte. Allerdings kam ich in den letzten fünfzehn Jahren nicht oft ungestört zum Lesen; und manchmal hatte ich dazu auch nicht die innere Ruhe. Dies ist im Moment zum Glück anders. Der kalte Winter und die Abgelegenheit hier im Busch laden gerade dazu ein, sich in einem Buch zu verlieren...

Wir haben die meisten unserer Bücher mit nach Canada mitgenommen, denn ich lese sie gerne immer wieder. Vor allem haben es mir die Schweizer Schriftsteller/innen angetan, denn sie schreiben über Orte, die man selber kennt oder kennen lernen kann. Aktuell lese ich eine Trilogie von Walter Alvares Keller (über den ich leider gar nichts weiss. Hat da jemand eine Ahnung?). Die Bücher wurden 1957, 1959 und 1961 vom Schweizer Druck- und Verlagshaus AG, Zürich, gedruckt. Den ersten Band hat der Autor sogar signiert. Gelesen habe ich sie zum ersten Mal 1976, besass sie aber nicht. Es war gar nicht so einfach, sie zu bekommen, denn die waren damals schon vergriffen. Mit Hilfe von meinem Gotti, die in Brockenstuben und an Flohmärkten danach Ausschau hielt, bin ich in den Besitz der Bücher gekommen. Ich habe sogar noch ein viertes Buch, gedruckt 1966, ein Brasilienroman, in dem zum Teil die gleichen Personen vorkommen. Die Bücher habe ich jahrelang nicht mehr gelesen und somit sind sie spannend wie früher. Die Beschreibung von Zürich und den Zeiten zwischen den beiden Weltkriegen sind interessant und teilweise bedrückend. Es wird vom Druck auf die kleinen Leute geschrieben, von der Furcht des Stellenverlustes und nicht-mehr-gebraucht-Werdens; kein unbekanntes Thema, oder? Allerdings haben sich andere Dinge auch zum Besseren verändert, z.B. die Qualität vom "Züriseewasser". Und man schmeisst normalerweise den alten Hausrat auch nicht mehr ins nächste Tobel,  jedenfalls nehme ich das an.


Biografien finde ich besonders spannend, z.B. die von Ruth Blum. Die hier beschriebenen Orte kenne ich fast alle, und Marcel kann sich sogar an sie als Lehrerin in der Baracke am Rhein erinnern. Diese Bücher werde ich mir als Nächstes wieder mal vornehmen. Und dann gibt es u.a. noch diese:


Meine neuste Errungenschaft ist übrigens dieses Buch, hier habe ich nämlich meine gesamte Schulzeit verbracht:


Viele der darin beschriebenen Orte und Menschen kenne ich also oder erinnere mich langsam wieder daran (immerhin lebe ich fast vierzig Jahre nicht mehr dort). Mit der Autorin müsste ich sogar zur gleichen Zeit auf dem Schulhof herumgerannt sein.

Was mit all unseren Büchern einmal passiert, weiss ich nicht. Wer wird sich hier schon für die alten Geschichten aus der Schweiz interessieren? Na ja, noch ist das ja keine Frage.

Zum Schluss dieses (habe ich in einem kleinen Gedichtband gefunden und es hat mich sehr angesprochen):

Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns ganz genau kennen und trotzdem zu uns halten
Marie von Ebner-Eschenbach
Wie wahr!

21 Januar 2015

Grün

ist unser Dach wieder seit dem letzten Wochenende. Wir sassen im Wohnzimmer, als es plötzlich laut rumpelte und hörbar im Dach knackte. Erleichtert nahmen wir zur Kenntnis, dass endlich die schwere, 30 cm dicke Schneelast vom Dach rutschte. Den ganzen Sonntag über hatten wir es erwartet, denn die Temperaturen sind kurzzeitig auf -4 Grad geklettert. Dadurch verdichtete sich der Schnee und begann langsam vom Blechdach zu rutschen. Wir sind jeweils froh darüber, denn das enorme Gewicht auf dem Dach kann zuviel werden. Viele Canadier kommen nicht darum herum, ihre Dächer in Handarbeit jeweils von den Schneelasten zu befreien.

Nun noch schnell einen Blick nach draussen in die Dunkelheit, ob auch kein Schaden angerichtet wurde und wie weit sich der Schnee vor der Lodge auftürmt.

Am Morgen, bei wieder knackigen -25 Grad, dieses Bild:


Der Schnee ist dieses Mal etwa fünf Meter weit geflogen und hat die Eingänge und die Zufahrt versperrt. Je nachdem, ob die Last in einem Schnurz oder langsam in Abschnitten runterrutscht, liegen die Schneeberge nah am Haus oder eben weiter weg. 

Schaufeln und Schneeräumen war also angesagt. Zum Glück lief der Traktor mit der Schleuder wie am Schnürchen und auch die handbetriebene Schneeschaufel (das war ich) spielte problemlos mit.


Um den Mittag waren wir schon schön weit mit Aufräumen, das Wetter hatte sich erfreulich entwickelt, aber kalt war es immer noch: -15 Grad.

Am Nachmittag war unser Fitnessprogramm endlich beendet und das Dach leuchtete wieder grün in der Schneelandschaft:


Auf Freitag ist Neuschnee angesagt. Wir erleben dieses Jahr wieder einen enorm kalten und schneereichen Winter mit sehr langen Kälteperioden. -30 Grad am Morgen ist üblich. Eine Herausforderung für Mensch, Technik und Umwelt.



18 Januar 2015

Sie blüht...

...und das etwa drei Wochen früher als letztes Jahr. Hoffentlich bedeutet das auch, dass der Winter drei Wochen früher zu Ende ist. Allerdings sieht es momentan gar nicht danach aus. Wir schaufeln schon wieder frischen Schnee. Aber es ist ja auch erst Januar.



15 Januar 2015

Bald

explodiert sie, meine Amaryllis:




12 Januar 2015

Gratis abzugeben

Tonnen von frisch gefallenem Pulverschnee:


Muss abgeholt werden...



09 Januar 2015

Beim Aufräumen

bin ich über ein altes Buch gestolpert mit dem Titel "Der neue Gartenbau". Das ist eigentlich nichts Aussergewöhnliches, bis man es genauer unter die Lupe nimmt. In alter Schrift erfährt die Leserin, dass ein H.M. Stringfellow aus Calveston, Texas, das Buch geschrieben hat. Die "Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen" wurde von Friedrich Wannieck, Besitzer der Victoria-Baumschule in Schöllschitz (Mähren), vorgenommen. Gedruckt wurde das Buch in Frankfurt a.O. von "Druck und Verlag der Königl. Hofbuchdruckerei Trowitzsch & Sohn" im Jahre 1901.


Und das ist doch sehr beeindruckend. Was hat dieses Buch wohl schon alles erlebt? Es muss 2010 zu mir gekommen sein, als meine Schwester ihren Haushalt aussortierte und viele Dinge weggegeben hat. Meine Schwester wiederum dürfte das Buch von unserem Grossvater (geb. 1897) erhalten haben. Er hat nämlich um die Jahre 1979-1984 einen Teil seiner Besitztümer verteilt, u.a. eben dieses Buch. (Ich selber bin durch ihn damals in den Besitz von alten Canadaprospekten gekommen. Habe ich nicht schon mal erwähnt, dass ich das "Bhalti"-Gen von meinem Grossvater irgendwie geerbt habe?) Wie auch immer, als meine Schwester das Buch entsorgen wollte/musste, habe ich es "gerettet", obwohl ich wirklich nicht weiss, was ich damit anstellen soll. Das Buch ist ja nicht die Hauptsache. Das Beste daran ist das Buchzeichen und das will ich näher vorstellen: Es ist ein von meinem Grossvater hand-abgeschriebenes Gedicht und es zeigt mir wieder einmal, wieviel Humor mein Grossvater doch hatte:

So ein Glückspilz, denkt einmal,
sass er da im Weinlokal.
Ass ein Dutzend Austern auf,
die er nicht genau beguckte
und so eine Perle schluckte.
Nun - verschlägt's Euch nicht den Schnauf?

Als dem Glückspilz das passiert,
hat man ihn gleich operiert
und er starb natürlich dran.
Wurde in den Sarg gebettet...
Doch die Perle war gerettet
und man sah ihm gar nichts an.

So ein Glückspilz - staunet nur!
Wie man den zum Friedhof fuhr,
das war einfach kolossal ---
Was die Perle wert gewesen, 
deckte alle diese Spesen,
nebst der Rechnung vom Spital.

16. XI. 74  Zof. Alg. "Ein kleines stilles Leuchten"

Dieses Blatt ist so typisch für meinen Grossvater und ich sehe ihn wieder vor mir, wie er Hof hielt, die ganze Familie organisierte (und manipulierte). Er war ein Patriarch, Erfinder, selbständig, interessiert, interessant, seiner Familie eng verbunden, manchmal tyrannisch und bis ins hohe Alter wach und neugierig. Einmal nahm er eine digitale Uhr auseinander, weil er wissen wollte, wie sie funktionierte. Und als ich im Sekretariat einer Klubschule arbeitete, organisierte ich ihm eine Japanischlehrerin, weil er unbedingt wissen wollte, was die japanischen Schriftzeichen auf dem ihm geschenkten Kalender eines seiner Freunde aus Japan bedeuteten. Damals war er 90 Jahre alt. Er lebte bis ein Jahr vor seinem Tod (1993) allein in seinem alten Haus, umgeben von einem wilden Garten, mitten in Neuhausen. Er bleibt unvergesslich und deshalb werde ich das Buch samt Lesezeichen weiterhin behalten.

06 Januar 2015

Wunderblume

Vor mindestens zwölf Jahren habe ich sie geschenkt gekriegt. Im Sommer vergesse ich sie meistens und Wasser bekommt sie auch ganz unregelmässig. Umgetopft wurde sie noch nie. Dünger kennt sie nicht. Trotzdem produziert sie Jahr für Jahr mindestens eine Blume, letztes Jahr blühte sie sogar zwei Mal. Und nun wagt sie es wieder. Der Stängel wird jeden Tag länger und die Knospe dicker, meiner treuen Amaryllis:


Uebrigens haben wir heute -30 Grad draussen. Es wundert mich schon, dass die Zimmerpflanzen das einfach kalt lässt und sie fleissig vor sich hin wachsen.

03 Januar 2015

Zum Glück

bewegen sich die Temperaturen heute im historischen Mittelmass. Nicht wie vor (genau) einem Jahr, wo wir uns mit dieser Kälte herumschlagen mussten: 

am 3. Januar 2014

Es war schlicht und einfach saukalt! Das Resultat war eine eingefrorene Wasserleitung in der Küche. Um sie aufzutauen, mussten wir ein Loch in die Wand schlagen, die Leitung mit einem Fön auftauen, nachher alles neu und doppelt isolieren und die Wand provisorisch wieder schliessen (vorerst provisorisch, weil wir der Sache damals nicht ganz trauten). Glücklicherweise blieb es bei diesem einen Zwischenfall, wenigstens in der Lodge. Die Cottages waren eine andere Geschichte, aber nichts, was wir nicht lösen konnten.

So geniessen wir in diesem Jahr die für Januar normalen Wetterverhältnisse. Der Regen an Weihnachten ist Geschichte und unsere Welt hüllt sich inzwischen wieder in Pulverschnee. Was wir uns noch wünschen, ist etwas mehr SONNE, damit man beim Schneeräumen Energie tanken kann.

am 1. Januar 2015