20 September 2015

Zum baldigen Saisonschluss

Schon wieder wurde bei uns gefeiert. Diesmal war es eine Gruppe Camper, die das baldige Saisonende mit einer Geburtstagsfeier im Restaurant feierten. Mit der Vorbestellung des Menus war dies für uns ganz gut zu schaffen. Die Schnitzel, Cordon Bleus und Spätzli haben allen geschmeckt. 


Zum Dessert gab es eine selbstgemachte Torte, ganz dem Thema des Sommers am See gewidmet. Diese Torte gestaltete eine langjährige Camperin, die schon viel lustige Themen auf Kuchen umgesetzt hatte. Die Ueberraschung war wieder einmal gelungen.


Allerdings gebe ich zu, dass diese farbigen Beläge nicht ganz meinem Geschmack entsprechen. 

Nach zwei Tagen Regen scheint heute wieder die Sonne. Der Morgen erwartete uns mit kühlen drei Grad. Die Blätter werden sich jetzt schnell verfärben. Wir arbeiten möglichst viel draussen, um die Herbstsonne einzufangen.


13 September 2015

Uffff....

Ich bin ziemlich geschafft. Aber gut geschafft... 

Zwei intensive Wochen(enden) liegen hinter uns. Am Labour Day Weekend, dem letzten langen Wochenende des Sommers, war ein grosser Teil unserer Familie hier vereint. Drei Generationen plus Hund. Meine Schwester, beide Nichten und der Neffe mit Familien (samt 6 Wochen altem Grossneffen und seinem zwei Jahre älteren Bruder) verbrachten Zeit miteinander hier im Camp. Wenn man bedenkt, dass alle innerhalb Ontario aus drei verschiedenen Richtungen jeweils über 400 km angereist sind... sowas geht nur in Canada. 


Das ist Jax, ein wunderschöner, sehr aktiver 18 Monate alter Deutscher Schäferhund. Geboren wurde er in Nordafrika und lebt jetzt für eine Zeitlang in Ottawa. (Wir werden ihn am nächsten Wochenende "hundesitten", damit wir nicht aus der Uebung kommen...)


Am Samstagabend gab es ein libanesisches Dinner, ein völlig neues Esserlebnis für uns. Natürlich durfte auch ein Pizzaessen nicht fehlen, der Ofen hatte Hochbetrieb. Viel zu selten sind wir mit der Familie beisammen; dafür geniessen wir es umso mehr, wenn es klappt.

Dieses Wochenende nun hatten wir nochmals Hochbetrieb. Wir feierten mit einer Bluegrass-Band - zwei Tage lang. Das Wetter spielte zum Glück auch mit, obwohl es am Abend draussen ziemlich kühl wurde. Aber wozu hat man denn einen Pizzaofen? Die Gäste reisten mit Campern und Trailern an und das kleine Cottage sowie das Gästehaus waren auch besetzt. 


Marcel war in seinem Element und bekochte seine Gäste. Das ganze Restaurant haben wir umgeräumt, damit für Gäste, Band und Buffet der ideale Platz gefunden wurde. Nun haben wir ein paar kleine Nachwehen und tolle Erinnerungen...  

Gerade vorhin ist dieses Vehikel vorbeigefahren:


Es ist der ehemalige Anbau von einem unserer saisonalen Trailer. Mit dem Ende der Sommer(schul)ferien und dem nahen Beginn der Jagdsaison kommt auch der Moment, wo sich die saisonalen Camper entschliessen müssen, ob sie im nächsten Sommer weiterhin hier campen oder andere Pläne verfolgen möchten. Gesundheitliche Gründe, berufliche Gründe, familiäre Gründe oder die Verwirklichung von Reiseplänen - immer wieder verlassen uns am Ende der Saison einige Camper. Die Nachfolger stehen schon in den Startlöchern und schauen sich die frei werdenden Plätze an. Es läuft weiterhin rund bei uns...



01 September 2015

Geheimnis gelüftet

Der gestrige Beitrag und die Reaktion darauf hat meinen Ehrgeiz gepackt. Obwohl ich heute eigentlich ganz andere Sachen machen müsste, wollte ich es jetzt genau wissen. Und jetzt, wo ich das Ergebnis kenne, wundert es mich auch nicht, dass bisher NIEMAND diese Pflanze benennen konnte.


Es ist die Ackerbrombeere oder Kratzbeere, auf englisch common dewberry oder European dewberry. Warum kennt sie niemand? Weil ihre Früchte so nach gar nichts schmecken, hat man beschlossen, sie einfach zu ignorieren. Nicht ich. Ich hatte nämlich Bedenken, dass es sich um das poison ivy handeln könnte und habe immer genügend Abstand davon gehalten. Da das Gestrüpp sich in den letzten Jahren im Abhang unter dem Pizzahaus ziemlich ausgebreitet hat (obwohl ich ihm schon mal mit Handschuhen und langärmligen Kleidern zu Leibe gerückt bin), musste ich einfach herausfinden, um was es sich da handelt. Zudem mag ich es nicht, wenn ich in meinem Garten eine Pflanze nicht kenne...

Nun habe ich die Sträucher nochmals genauer betrachtet. Die Beeren sind inzwischen gefressen weg. Ob es der Hugo war? Oder die Chipmunks? Oder gar die Mäuse? Jedenfalls mag sie irgendjemand. 


Heute morgen ist es neblig und nieselig. Eigentlich sollte die Sonne scheinen, aber die aufkommenden Stürme in den USA haben unserem Wetter wieder mal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Herbst ist eindeutig auf dem Weg zu uns. Sogar die mir nun bekannte Kratzbeere hat begonnen, sich mit ihrem Herbstkleid zu schmücken.



31 August 2015

Abendrundgang

Auf dem Weg vom Cedar Cottage zur Lodge wollte ich wieder einmal schauen, ob der Biber schon mit dem Bau einer neuen Wohnung im Fluss begonnen hat. Es ist wichtig, dass wir gleich am Anfang seiner Bautätigkeit einschreiten, um ihm zu zeigen, dass seine Wohnungswahl unmöglich ist.

Es ist Abenddämmerung und ausser mir sind noch andere unterwegs. Dieses Häsli kennt mich schon und ist nicht mehr ganz so scheu. Offensichtlich geniesst es das angeschwemmte Gras am Ufer. Nachtessen mit Seesicht, sozusagen:



Das Ufer sieht mitgenommen aus. Sind es nur angeschwemmte Aeste oder versucht hier jemand, eine Uferverbauung vorzunehmen? Nach den windigen Tagen nehme ich jetzt mal an, dass das keine Baustelle ist. Aufräumen müssen wir trotzdem. Schliesslich ist dies der angepriesene Privatstrand vom Cottage:



Im Fluss finde ich eine Ansammlung von Aesten. Sieht mir jedoch nicht nach Biberburg aus. 


Der See ist hoch im Moment und das Wasser steht bis weit in den Fluss hinein. Noch ist alles in Ordnung.

In der Nähe vom Dock hat sich der See mit Blumen geschmückt:

Pickerelweed (herzblättriges Hechtkraut)


Der Sommer geht dem Ende entgegen und die Natur trägt Früchte:
Himbeeren




Wildrose




Das sind keine Brombeeren. Seit Jahren versuche ich die Pflanze zu bestimmen, ohne Erfolg. Weiss jemand mehr?


Siberian Pearls Dogwood



white Turtlehead; Snakehead




ganz viele Pilzli...





Die Sonne geht unter und ich mache mich besser auf den Heimweg. Die Wölfe haben gestern Morgen um halb sieben ganz schön nah geheult. Ob sie wieder einen Jagderfolg feiern? Ich will es gar nicht wissen.



29 August 2015

Tatsache

Man kann es drehen und wenden wie man will, 
der Herbst steht in den Startlöchern...




25 August 2015

Er wird wieder voll

Marcel war die letzten Tage fleissig. Schon ein Drittel vom Holzschopf ist gefüllt. Auch der Anhänger mit dem Holz für meine Schwester wird immer schwerer. Der Winter lässt nämlich nicht auf sich warten und wir haben im Herbst noch viel Anderes vor. Unsere Wunder-Holzbearbeitungsmaschine ist wirklich eine der besten Investitionen, die wir in den letzten Jahren gemacht haben.







24 August 2015

Aktive(r) Biber

Leider sehe ich ihn (oder sie) nie. Sie sind mehrheitlich nachtaktiv, wenigstens wenn sie Unsinn anstellen. Beim Boote schöpfen habe ich sie entdeckt, die herumschwimmenden Aeste der "Tag Alder", die vom Biber so gerne als Baumaterial und Futter verwendet werden:


Solange sie unsere Bäume in Ruhe lassen und nur diese Büsche abbeissen, geht es ja noch. 




Wenn sie aber wieder beginnen den Bach zu stauen und dann der ganze Campingplatz zu überschwemmen droht, hört der Spass auf. Das haben wir im Sommer und Herbst 2007 erlebt, wie ich (heute! vor 8 Jahren) in meinem damaligen Blog beschrieben habe:

Der Biber und ich
Wer gewinnt, ist noch ungewiss, Tatsache ist jedenfalls, dass der Biber zwei Nächte brauchte, um das wieder aufzubauen, was ich am Montagnachmittag niederriss. Bestimmt hat er dabei gedacht, dass ich ein lausiger Architekt sei. Er hat die von mir entfernten Aeste fein säuberlich wieder ineinander verschichtet, hat fleissig Lehm und Blätter angehäuft und seinen See so wieder ansteigen lassen. Mir ist überhaupt nicht klar, wie so ein kleines Tier bis zu vier Meter lange und 12 cm dicke Baumstämme transportieren kann. Sicher hat er sich jedoch hämisch gefreut, als ich erst mal einen Stiefel voll Wasser herausgezogen, dann das Gleichgewicht verloren habe und bis über meinen Allerwertesten hinaus nass wurde. Erst war's ja ziemlich kalt, aber dann hat sich das Wasser in meinen Stiefeln erwärmt, sodass es im Bach ganz gut auszuhalten war. Wir hatten vorher ein paar kühlere Tage und Badehosen wären wegen der Mücken unmöglich gewesen. In den Fischerstiefeln ist man nicht so beweglich und so haben sich Stiefel, Jeans und T-shirt als die beste Lösung erwiesen. Ich war höchst beeindruckt von diesem Damm. Er ist ein kleines Kunstwerk. Der Biber hat auch schon an der Verbreiterung und Erhöhung gearbeitet und so konnte ich an Land studieren, wie ein Damm entsteht. Leider (für ihn) habe ich dann aber eingegriffen und seine Ordnung gestört.

Beim Arbeiten im Wasser habe ich bemerkt, dass etwa 50 m weiter oben ein weiterer Damm ist, schön versteckt vom Gebüsch. Also war dies mein nächstes Projekt. Der Bach ist da nicht ganz so breit, dafür wachsen am einen Ufer Büsche, die sich über das Wasser neigen. Zudem ist das Ufer auch etwas unterspült. Dies hat der Biber genutzt, um in den Wurzeln dieser Büsche die Aeste vom zweiten Damm zu verkeilen. Es war gar nicht so einfach, dieses Bauwerk auseinander zu nehmen. Jedenfalls war dieser Damm am Mittwoch noch nicht repariert.

Heute war ich noch nicht am Bach, um zu sehen, wie es jetzt aussieht. Letzte Nacht hatten wir einen sehr heftigen Regen und ich war froh, dass ich den grösseren Damm am Mittwoch nochmals geöffnet habe. Da der Wasserstand vom See etwas angestiegen ist, fliesst der Bach auch nicht mehr so stark. Ich werde morgen dann sehen, ob ich wieder nass werden will. Wir erwarten Gäste für die Ferienhäuser und auch im Campground haben wir Reservationen. So bin ich gar nicht sicher, ob ich Zeit habe, um im Wasser zu spielen. Dann ist eine Woche später nochmals ein “long weekend„ und nachher beginnt für die Kinder der Schulalltag wieder.

Das verrückte Wetter, das in Mexiko und in der USA alles durcheinander bringt, scheint hier auch ein paar Auswirkungen zu haben. Nach den eher kühlen Tagen und diesem enormen Regen letzte Nacht war es heute bedeckt, dabei aber heiss und schwül. Es sieht irgendwie nach mehr Regen aus und die stickige warme Luft ist sehr unangenehm. Hoffentlich kühlt es bald ab und die Sonne gewinnt wieder die Oberhand. Die klaren Frühherbstmorgen sind das Schönste, was es hier gibt.
Engadinwetter nenn' ich es.

Schon am 19. August 2007 schrieb ich im Blog:

Seit zwei Tagen herbstet es richtig bei uns. Erst war es wochenlang heiss und kein Regen weit und breit. In der Nacht vom Dienstag auf den Mittwoch hat es endlich geregnet, dann war’s tagsüber wieder schön und in der darauffolgenden Nacht hat es wieder zünftig geregnet. Unsere Sandstrassen haben tiefe Regenfurchen gekriegt. Den Sand schwemmt es einfach in den Fluss und von dort in den See. Da kann man gar nicht viel machen. Gestern morgen waren angenehme Temperaturen und die Sonne schien. Kurz vor Mittag, bei uns hatte soeben eine Gruppe ATVler ihre Bikes aufgetankt, hat es wie aus Kübeln zu regnen begonnen. Sogar gehagelt hat es, glücklicherweise nur kurz. Meine Blumen haben es überlebt, sie wurden nur ein wenig zerzaust. Aber seither ist es kühl. Und weil es vorher so trocken war, fallen auch schon die ersten Blätter von den Bäumen. Hallo! Es ist doch erst Mitte August. Die Kinder haben noch zwei Wochen Schulferien, wir brauchen noch keinen Herbst. Obwohl das eigentlich die schönste Jahreszeit hier ist, aber es wäre schon noch ein wenig früh.
So habe ich halt heute den ganzen Tag meine Buchhaltung aufgearbeitet. Der deutsche Computer läuft wieder nicht, aber der englische funktioniert wenigstens. Unser Computerfachmann ist letzten Montag aus den Ferien aufgetaucht und auch sofort zu uns herausgekommen. Aber, man glaubt es nicht, der deutsche Computer ist gestartet, wie wenn nichts gewesen wäre. Wir haben dann einige Daten übertragen, aber leider nicht alle. Eine grössere Sache steht noch an und die wird nächste Woche erledigt. Sobald K. weg war, ist der deutsche Computer wieder abgestürzt. Irgendwie stimmt etwas mit der Stromversorgung nicht. Jetzt kann ich halt immer noch keine Bilder in meinen Blog laden. Aber es wird schon wieder werden. Nach meinem Buchhaltungsmarathon habe ich vorerst mal genug vom Büro und werde am Sonntag wieder mal was Anderes machen. Arbeit genug hat es ja.

Uebrigens hat ein Biber den Bach ganz unten beim See gestaut. Dahinter ist ein neuer kleiner See entstanden und das Wasser plätschert fröhlich über den Damm. Tönt ja ganz romantisch, und sieht auch so aus. Nur, wenn der Biber den Damm noch höher baut, überschwemmt es den Campingplatz. Das ist keine gute Idee und so kommen wir wohl nicht darum herum, nächste Woche den Damm auseinanderzunehmen. Da der Bach unheimlich kalt ist, kann man das nicht in den Badehosen machen, sondern muss die Fischerstiefel anziehen. Die reichen bis unter die Achseln. Das dürfte gerade reichen, damit man nicht nass wird. Der neue See scheint ziemlich tief zu sein. Mal sehen, ob ich da noch ein paar Bilder machen kann. Aber heute nicht mehr, es ist schon beinahe Mitternacht und morgen ist ja auch noch ein Tag.


Und hier noch die Bilder:




Ja, das bin tatsächlich ich, mitten im Fluss mit den Fischerstiefeln... und Rex war auch ganz begeistert mit dabei!



17 August 2015

Nur ganz kurz

Nur schnell ein paar Zeilen. Marcel hat heute Vormittag auf der Fahrt in die Stadt ziemlich nahe beim Camp ein Wolfsrudel auseinanderstieben sehen. Es müssen Jungwölfe gewesen sein, die miteinander auf der Strasse spielten und Reissaus nahmen, als er mit dem Truck vorbeifuhr.

Wir wissen nun also mit Sicherheit, dass hier in der Nähe ein Wolfsrudel ihre Jungen aufzieht, mit allem was dazu gehört. Die Kleinen lernen das Spurenlesen, das Jagen, vor allem das Jagen in der Gruppe. Dass sie das so nah am Camp machen, freut uns. Allerdings müssen wir auf unseren Spaziergängen auf die Hunde gut aufpassen, vor allem auf die kleinen. Aber unsere Hunde durften sowieso nie leinenlos durch den Wald marschieren. Vor allem Rex klappte jeweils seine Ohren runter, wenn er etwas hörte und das Gefühl hatte, er müsse das besser untersuchen gehen. Wenn wir ihn nicht an der Leine gehabt hätten, wäre er gegangen. Das war der Husky in ihm. Max war sowieso nie von der Leine. Mit seiner Hörbehinderung wäre er verloren gewesen und war froh, wenn er durch die Leine an uns "gebunden" war.

Bald ist der Sommer vorbei und wir können uns nach einem neuen Familienhund umsehen. Ich studiere schon fleissig die Anzeigen vom Tierheim. Dort suchen sie immer wieder neue Zuhause für ihre Schützlinge. Es war schon ein paar Mal ein Hund dabei, der hätte passen können. Aber wir wollen noch etwas warten, um dann genug Zeit für ein neues Familienmitglied zu haben. Es braucht ja immer ein paar Wochen, bis man sich aneinander gewöhnt hat. Aber ungeduldig, ja - das bin ich schon.


14 August 2015

Beschäftigt

Das hält mich zur Zeit grad von mehr Blogeinträgen ab. Die Cottages wollen geputzt werden, die nächsten Gäste warten schon...


mein Putzwagen


09 August 2015

So ein Hundeleben

Hunde haben es bei uns im Camp wirklich gut. Es gibt viel tolle Natur, viele schöne Spazierwege, viele Hasen, Eichhörnchen, Chipmunks, Groundhogs zum Beobachten und - falls sie einem vor's Maul springen - auch zum Jagen. Zudem läuft immer etwas bei diesen vielen Campermenschen und etwa 20 dazu gehörenden Camperhunden. 
An den Wochenenden gehe ich nach Möglichkeit frühmorgens mit Sadie auf einen etwa 4 km langen Morgenspaziergang. So auch gestern und heute:


Es tut uns beiden definitiv gut. Da vor ein paar Tagen zwei Mal ein Bär auf diesem Weg gesichtet wurde, müssen wir etwas vorsichtig sein und viel Lärm machen. So schwatze und singe und pfeife ich also mehr oder weniger auf dem ganzen Weg. Zur Not habe ich noch eine Trillerpfeife bei mir. Gestern nahm gegen Ende des Weges meine Aufmerksamkeit etwas ab und wir beide wurden von einem Wolf total überrascht. Zum Glück wollte der nichts von uns, er überquerte "nur" die Strasse etwa 50 m vor uns, um auf dem Deer-Trail im Busch zu verschwinden. Für ein Foto hat es auf jeden Fall nicht gereicht, der war viel zu zielstrebig.

Zurück im Camp wollte man natürlich wissen, ob es ein Wolf oder ein Kojote war. Das konnte ich nicht beantworten, denn in meiner Tagträumerei habe ich ihn sowieso zu spät bemerkt und er war weg, bevor ich den Schwanz genauer begutachten konnte. Daran merkt man auf die Schnelle am besten den Unterschied. Ein Kojote hat einen Schwanz wie ein Fuchs.

Die Frage wurde dann am Abend beantwortet, als wir am Campfeuer um 22.00 Uhr ein Wolfpack ziemlich nah heulen hörten. Die haben vermutlich ein Tier erlegt und zeigen das meistens mit einem (Freuden-?)Geheul. Heute auf der üblichen Runde war ich dann vorsichtiger und beobachtete die Umgebung genauer. Und als Sadie plötzlich stoppte und genauer hinhörte, vernahm auch ich dieses komische Geräusch links von uns im Busch. Wir waren nur noch etwa 200 m vom Campeingang entfernt. Ich wollte natürlich überhaupt nicht wissen, was da los war und wir marschierten schnellen Schrittes heimwärts.

Dazu kommt mir die Begegnung vom Oktober 2007 in den Sinn, die ich in meinem letzten Blog bei Bluewin beschrieben habe. Hier ist sie nochmals:

Nächtlicher Besuch

Von ar @ 01:24
Letzten Montag wollte ich wie jeden Abend um 21.00 Uhr mit Rex nach draussen gehen, damit er sein Geschäft vor dem Schlafengehen erledigen kann. Es hat sich so eingebürgert, dass wir einen (oft sehr) kleinen Rundgang machen. Nachher springt Rex an seinen Platz, wir entfernen sein Halsband für die Nacht und er erhält sein Bettmümpfeli, ein Hundeguetzli. Rex hat sich an diese Reihenfolge gewöhnt und regelmässig um die gleiche Zeit meldet er sich, damit er raus und nachher zu Bett gehen kann. Er freut sich jeden Abend wie ein junger Hund auf dieses Ritual und springt begeistert herum.

Am Montag nun, es war schon stockfinster, habe ich mich gewundert, dass die Aussenlampe brennt. Sie wird durch einen Bewegungsmelder ausgelöst, aber da absolut kein Wind herrschte und auch niemand vorbei fuhr, wollte ich durch die Scheibe der Türe schauen, wer oder was das Licht eingeschaltet hat. Und was sehe ich da? Ein Hund? Nein – oh mein Gott, ein Wolf! Rex steht neben mir und will endlich raus, spürt jedoch, dass da etwas auf der anderen Seite der Türe ist. Ich schaue Rex an, das Tier draussen ist zwar fast so hoch wie Rex, aber nur halb so breit. Gut, Rex hat sein Gewicht auf der guten Seite... und das Tier jenseits der Türe hat eigentlich keinen richtigen Wolfskopf, eher wie ein Fuchs. Da kommt mir in den Sinn, dass die Kojoten zur Fuchsfamilie gehören. Aha! Das da draussen ist ein Kojote. Unterdessen ist er von meinem Geschrei (ich habe nach Marcel gerufen) und Rex’s Gejaule etwas erstaunt und entfernt sich von der Tür, geht um die Ecke und schaut beim Seitenfenster rein, allerdings mit einem etwa zwei Meter grossen Sicherheitsabstand. Im Restaurant brennt nur ein kleines Licht und er kann mich deshalb nicht richtig sehen. Ich rufe weiterhin nach Marcel, aber noch bevor er kommt, rennt der Kojote weg und verschwindet in der Dunkelheit. Mit einer sehr hellen Taschenlampe leuchten wir die Umgebung ab, bevor wir mit Rex hinaus gehen. Der wittert sofort die Spur und ich habe grosse Mühe, unseren kräftigen Schäfer-Husky zu halten. Der tänzelt und zieht und vergisst dabei ganz, dass es jetzt Schlafenszeit ist und er doch eigentlich sein geliebtes Guetzli haben will. Zum Glück war ich auf seine Reaktion vorbereitet und brachte ihn schnell wieder rein. Spazieren macht keinen Sinn, sein Geschäft muss er jetzt halt am Morgen erledigen.

Die Nacht verlief ruhig, bis sich frühmorgens um 2.00 Uhr Rex bemerkbar machte. Etwas sei nicht so, wie es sein sollte. Er hat schon lange kapiert, dass er in der Nacht nicht bellen muss, sondern dass ein leises Brummeln von ihm uns sofort aufweckt. Tatsächlich, durch das Fenster sehen wir im Schein unserer Hoflampe, dass sich der Kojote wieder herangetraut hat. Er schleicht interessiert um unsere Abfallkübel herum, hat einen sogar umgestossen, glücklicherweise hat sich der Deckel nicht geöffnet. Wir haben etwas Zeit, das schöne Tier zu beobachten. Dann nehmen wir wieder die Lampe zu Hilfe, um zu signalisieren, dass seine Anwesenheit nicht wirklich erwünscht ist. Der Kojote verzieht sich Richtung Campingplatz und verschwindet aus unserem Blickfeld. Für mich bleibt ein gemischtes Gefühl zurück. Nicht Angst, aber Respekt, denn wo einer ist, könnten ja noch andere sein. Allerdings würde mir ein Wolf so nah am Haus mehr Sorgen machen. Wir haben Wölfe in der Umgebung und im Winter sehen wir auch oft die Spuren. Nur sollten sie mehr im Busch bleiben. Wenn sie nah an die Häuser kommen, sind kleine Haustiere, vielleicht sogar auch Rex und möglicherweise Kleinkinder gefährdet. Rex rennt ja allem nach, was er interessant findet und wenn er da unter ein Wolfsrudel gerät, wissen wir nicht so genau, was passiert. Wir wollen es auch gar nicht wissen und deshalb hat Rex Leinenzwang, sobald wir Wolfsspuren zu nah am Camp sehen. Aber wir nehmen jetzt einmal an, dass dies einfach ein neugieriger Kojote auf der Suche nach Futter war.

Am Dienstag hat Marcel alle Abfallkübel geleert. Als ich am Dienstagabend die Umgebung durchs sichere Fenster beobachtete, bewegte sich tatsächlich etwas auf der grossen Wiese. Aber beim genauen Hinschauen sah ich ein Reh, das auf dem Weg zum Bach war. Nun war ich erleichtert. Wenn ein Reh bei uns herumspaziert, ist kein Kojote in der Nähe. Wir hatten dann auch wirklich eine ruhige Nacht...


Und so sieht ein Hundeleben bei uns im Camp auch aus. Das Bild hat eine Camperin auf den Wetterkanal hochgeladen. Es war an einem sehr heissen Tag und ihr Hund suchte Schutz vor den Mücken im Netzzelt und machte es sich auf dem Tisch gemütlich. Was für ein HUNDELEBEN...




07 August 2015

Der Schlingel

Man glaubt es nicht, aber der Groundhog scheint sich immer wohler zu fühlen. Kunststück, wenn er jeden Tag seinen Tisch gedeckt vorfindet. So sehr ich es schade um meine Blumen finde, so lustig und unterhaltsam ist er trotzdem. Da kann er doch seelenruhig sein Frühstück in der aufgehenden Sonne verspeisen und lässt sich nicht mal mehr gross von uns stören.


Zum Glück sind die Veilchen schon längst verblüht.



Es geht hier nur noch um die saftigen grünen Blätter.

 
Das Maul etwas voll genommen - und mich dabei entdeckt!


Na, die stört überhaupt nicht... ich habe immer noch Hunger.



fast kahlgefressen


und auf dem Heimweg noch ein Maul voll Sauerampfer... mampf!


Er heisst Hugo.


04 August 2015

Fifty shades of...

C O L O U R

gibt momentan unser Garten her. Seht selbst:


PS. Eigentlich wollte ich die Bilder kleiner machen und nebeneinander zeigen, so quasi als Memory. Aber irgendwie sind sie auch im kleinsten Format nur untereinander gestanden. Und nun lasse ich es einfach so. Ich freue mich so sehr an all den verschiedenen Formen und Farben der Blumen, da darf auch jedes Bild eine eigene Zeile haben...