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24 Juni 2016

Erdbeerzeit

Ungeduldig haben wir darauf gewartet. Und gestern riefen die Nachbarn beim Vorbeifahren: "Es ist offen, die Erdbeeren sind bereit!" Sehr gut. Ich war gerade im Garten am Wässern und Marcel hat unsere Maschinen anders geparkt, damit wir es einfacher haben mit Parkieren. Das musste man mir nicht zwei Mal sagen. Einen Anruf bei meiner Schwester und auch sie fand, es sei ein guter Moment dafür.

Wir fuhren also die ca. 15 km in unser kleines Dorf (wir gehören ja nicht zu dem Dorf, das auf unserer Postadresse steht, sondern zur Nachbargemeinde, die im Dorfzentrum ausser einem Postbüro (nein, eben nicht unseres), einem Museum und dem Friedhof sonst gar nichts hat), bogen dort in eine Naturstrasse, folgten dieser ein Stück und waren da:


beim Eingang zu den Erdbeerfeldern



mit diesem lustigen Gefährt, einem aufgeschnittenen und auf der Ladefläche mit Sitzbänken versehenen Schulbus


wurden wir raus auf die Felder gefahren. Jeder Pflückerin wurde eine Reihe zugewiesen. Beim Fähnli durfte man beginnen und wenn man fertig war, steckte man das Fähnli einfach ans Ende der abgeernteten Büsche. Dann war es bereit für den nächsten Kunden. Eine ganz clevere und einfache Sache.


Wunderschöne und leckere Erdbeeren. Die eine oder andere landete nicht im Korb, denn man durfte sie schon auf dem Feld probieren. Das fand ich richtig toll und probierte ausgiebig.


Nach etwa einer halben Stunde hatten wir beide je zwei Körbli gepflückt. Am Ende wurde gewogen, bezahlt und wir machten uns wieder auf den Heimweg.



Unseren Fingern sah man an, was wir gemacht haben...


Das Wetter war wirklich wieder toll und weil meine Schwester ihr Kajak dabei hatte, machten wir noch eine kleine Runde auf dem See, sie mit dem Kajak und ich mit unserem Kanu.


Natürlich war sie viel schneller und ich muss schon noch ein wenig üben alleine mit dem Kanu, aber es war sehr entspannend und ich entdeckte eine neue Bucht, die mir sehr gut gefällt.


Und hier sind wir schon wieder auf dem Rückweg. Zwischen diesem tollen Platz unserer über-über-übernächsten Nachbarn und dem Haus ganz am linken Bildrand liegt unser Haus, schön versteckt in den Bäumen...



Uebrigens muss ich am Montag wieder dringend auf die Erdbeerfelder, denn die gestrige Ernte ist bereits verschnabuliert, verbacken, verkocht...


24 Mai 2016

Das Fest

Obwohl die Ueberraschungsparty eine Woche vorgezogen wurde, hatten wir genügend Zeit, um alles vorzubereiten. Zuerst machten wir am Freitag eine Fahrt ins 150 km entfernte Sudbury, wo man alle Zutaten in guter Qualität erhalten konnte. In unserer Stadt ist das etwas schwierig und so nutzen wir natürlich diese Ausrede, um wieder mal einen Ausflug zu machen. Wir verbanden diesen Tag mit einem Besuch in einem kleinen Restaurant, das Freunde von uns betreiben. Es sind Südamerikaner mit spanischen Wurzeln, die italienisch kochen. Eine gelungene Verbindung und die hausgemachte Lasagne dort "is to die for" (oder schlichtweg eine Wucht!).

Zurück daheim und nach stundenlangem Suchen in unseren Umzugskisten hatten wir alles Material beisammen und der Kochmarathon konnte beginnen. 
Zuerst kam der Geburtstagskuchen an die Reihe. Nicht unbedingt spanisch, dafür höchst erwünscht. Es ist ein Schokoladekuchen nach einem Rezept von meiner Cousine zweiten Grades. Man nehme:    (für meinen Kuchen nahm ich die dreifache Menge)

        100 g beste dunkle Schweizer Schokolade
        140 g geschälte, gemahlene Mandeln
        120 g Zucker
        100 g Butter
        3 Eier (geteilt)
        Paniermehl
        Puderzucker


Schoggi schmelzen und 


Butter, Zucker, Mandeln dazugeben. Abkühlen lassen und


anschliessend Eigelb unterrühren.


Eiweiss zu Schnee schlagen und vorsichtig unter die Masse ziehen.


Eine Springform leicht ausbuttern, mit Paniermehl bestreuen und den Teig einfüllen.


Bei 180 Grad 35 Minuten backen. Der Kuchen schmeckt zwei Tage später am Besten. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen.


Geröstete Haselnüsse für die Haselnusscreme (Natillas de Avellana) - mehr Bilder gibt es nicht davon :-)


Die Vorbereitung der Vorspeise: 
Pflaumen im Baconmantel auf Gemüse


Die gebratenen Pflaumen werden anschliessend im Gemüse mitgegart und nehmen ein umwerfendes Aroma an.


Von der zweiten Vorspeise (Crostadas mit Ziegenkäse überbacken) gibt es leider keine Bilder. Dazu gab es Sangria, von der auch die Fotos fehlen. Süffig war sie jedenfalls.


Die Dekoration wird zum Transport vorbereitet. Dazu der Bunsenbrenner für die Crema Catalana.


Der gedeckte Tisch, in den spanischen Flaggenfarben.


Wie immer in dieser Runde wird bei jeder Gelegenheit (d.h. vor, während und nach dem Essen musiziert).


Die fertigen Pflaumen auf dem Gemüsebett.

Und hier kommt die Hauptspeise: Paella


Das Geburtstagskind beim Schöpfen...


Zum Abschluss: Crema Catalana, hier noch ohne Zuckerkruste


Der Geburtstagskuchen mit dem einen Kerzli, das sich einfach nicht ausblasen liess. Warum? Weil der eigentliche Geburtstag erst am Mittwoch danach ist...


Und dann wurde wieder bis weit in die Nacht musiziert.


Am Tag danach, Restenverwertung: Leckere Muschelsuppe mit dem Restgemüse der Pflaumenvorspeise. Mmmmmh!


Und heute? Da sind wir zum Bauern nur ein paar Kilometer von unserem neuen Zuhause und haben uns grüne Spargeln geholt, frisch vom Feld. 


Leider kennt man die weissen Spargeln hier in Nordontario praktisch nicht. Aber die Grünen sind auch supergut!


Nein, wir vermissen das Camp-Leben überhaupt nicht!


20 Juni 2015

Der Einmal-im-Jahr-Sonntagskuchen inklusive Samstagskuchen

Abgeschaut habe ich ihn hier. Aber dann musste ich warten, bis mein einziger, in sandiger Erde wachsender Rhabarberstock endlich genug Stangen hergab, damit ich die 250 g für den Kuchen zusammenbrachte. Kaufen wollte ich sie nicht, im Laden kosten sie im Moment - und das ist sehr günstig - $ 2.99 pro Pfund ($ 6.60 pro kg). Aber in Nordontario ist Rhabarber nicht so häufig anzutreffen. Also machte ich mich an die meditative Arbeit des Kuchenbackens:







Das Endprodukt:


schmatz, schmatz, schmatz...
Als es zehn Minuten später so aussah:


und wir uns erinnerten, dass in unserem Haushalt jemand Rhabarber eigentlich gar nicht verträgt, und als ich zudem unten auf dem Rezept las: "Statt Rhabarber Aepfel verwenden", war sofort klar, ich starte gleich nochmals einen Teig und fülle ihn damit:


Das Ergebnis war dann so:


Und weil der Kuchen so gut schmeckt, habe ich beschlossen, dass mein Rhabarberstock noch dieses Jahr in bessere Erde und an einen geeigneteren Ort umgepflanzt wird. Dazu wird mein letztjähriger Kompost dran glauben müssen, damit ich im nächsten Jahr Rhabarberstangen für mindestens ZWEI Kuchen habe. Jawohl!


Uebrigens: Bei uns werden die Kuchen meistens in Portionen geschnitten und eingefroren. So halten sie länger :-) und wir müssen uns nicht nur von Kuchen ernähren. Zudem ist es sehr praktisch, bei süssen Gelüsten hausgemachte Kuchenstücke hervorzaubern zu können.


08 Juni 2015

Der Sonntagskuchen und die Blume

 der Schokolade-Mandel-Apfel-Blechkuchen erfreute


den Gaumen
und
die erste Schwertlilie in diesem Jahr


das Auge!



22 Mai 2015

Comfort Food

Futter für die Seele... So nennt man hier die Hausmannskost, das Essen, das man daheim bei Mutter kennenlernte. Lange mussten wir darauf verzichten, bis uns vor ein paar Jahren ein Inserat in der Schweizer Revue aufgefallen ist. Und so fanden wir IHN. Er lässt die besten "Olma Brodwörscht", Stumpen (Cervelat), Fleischkäse und noch vieles mehr in Westcanada nach seinen Anordnungen seinem Rezept produzieren und importiert all die vielen Goodies aus der Schweiz. Soviel ich weiss ist er sogar der Generalimporteur für Kressi Essig. Mit uns spricht Ueli Ostschweizer Dialekt. Aber ich bin sicher, mit einem Berner spricht er waschechtes Bärndütsch.

Normalerweise gestalten wir den Einkauf bei ihm zu einem Tages- oder sogar Mehrtagesausflug, denn wir fahren bei unseren Kurzreisen in den Süden praktisch bei ihm vorbei.

Zum ersten Mal haben wir die Bestellung nicht selber in Toronto abgeholt. Der Zeitpunkt (resp. die Ankunft der neuen Fleischlieferung aus dem Westen) passte einfach nicht in unseren Terminkalender. Kurzerhand wurden die Wundersachen auf eine Palette verpackt und per Lastwagen über Nacht in unsere Stadt gekarrt. So musste ich nur noch zwei Mal 35 km fahren und wir hatten anschliessend beim Auspacken endlich wieder mal ein hundertprozentiges Heimatgefühl. So guet! Aber seht selber:


Hier weiss man wenigstens sicher, was drin ist. Der canadische Apfelsaft stammt meistens aus China-Konzentrat...


Die Flaschen im Hintergrund sind "baking flavour". Hochprozentig. Und ich verwende sie auch manchmal zum Backen. Ehrlich!


Es sind echte "Olma Brodwörscht", das habe ich hier festgestellt. Das andere ist Schinkenspeck (importiert aus dem Tirol), Appenzeller Moschtbröckli, doppelt geräuchter Speck, der beste Fleischkäse überhaupt usw.


Dank dem Sbrinz (und dem Glarner Ziger im Vorrat) kann ich nun endlich dieses Rezept ausprobieren.

Uebrigens haben wir nach der Rückkehr meiner Schwester aus der Schweiz vor zwei Wochen dies erhalten: 


Ich liebe Gala-Chäsli. Auch so ein comfort food! Und damit Marcel auch wieder einmal an sein vorheriges Leben erinnert wird:


So schwelgen wir also momentan im schweizerischen Schlaraffenland. 
Aber jetzt muss ich rennen, wir haben viel zu tun...

Nachtrag: Das möchte ich euch nicht vorenthalten (Link geklaut kopiert beim Zimi)