28 April 2013

Erster Loon-Ruf

Die Loons sind zurück. Schon vorgestern hörte ich den ersten Ruf. Da war ein Loon auf dem See zu sehen. Seit gestern sind es schon zwei. Und weil noch soviel Eis auf dem See ist und nur vor dem Camp offenes Wasser, schwimmen alle Wasservögel hier herum. Die Gänse sind schon lange da, auch alle Arten von Enten. Marcel hat sogar einen Fischreiher gesehen.
Aber sobald die Loons kommen, dann ist Frühling!


Auch wenn man den Loon mitten im Bild kaum sieht... er ist wirklich da!

Nach dem Schnee am Mittwoch konnten die Männer die beiden Dockteile am Donnerstag fertig bauen. Am Morgen war noch unter Null und auf dem Material lag 5 cm festgefrorener Schnee. Aber schon um zehn Uhr war der Schnee nicht nur geschmolzen, sondern das Holz auch getrocknet. Es war ein wunderschöner Frühlingstag und am Abend konnten Barry und Marcel sich ausruhen und ihr Werk begiessen.




Im Hintergrund sieht man übrigens das Pizzahaus. Zwar ist es immer noch nicht fertig und dient zur Zeit als Lagerhaus für Baumaterial. Bald werde ich Bilder von innen zeigen können, so hoffe ich wenigstens.



Dies ist eine andere Ansicht unserer Gebäude. Es ist westlich vom Loghaus aufgenommen. Hinter dem Bildbetrachter liegt der See. Die topfebene, etwas angehobene Wiese ist unser Septicfield, d.h. da wird unser Abwasser gereinigt. Läuft einfach durch einen Haufen von Sand, viiieeel Sand, denn wir sitzen ja bekanntlich auf einem 40 Meter dicken Sandhaufen. Das hat viele Vorteile: keine Verwerfungen im Winter durch Lehm, schnelles Ablaufen bei Regen, immer schnell trocken. Dafür ist es schwieriger, schönen grünen Rasen zu produzieren. Macht nichts, ich habe festgestellt, dass es wunderschöne pflegeleichte Blumen gibt, die genau diesen Boden lieben.

Also, nun zu den Gebäuden: Rechts die Lodge, links die Vorderansicht vom Pizzahaus und hinten das grüne Dach ist vom Gästehaus. Das haben wir seit etwa drei Jahren nicht gebraucht, da nach einem Wasserschaden der Boden geflickt werden muss. Letzten Sommer haben Marcel und Georg einen Porch angebaut und nun wird es bald mit dem gleichen Material verkleidet wie die Lodge. Das Pizzahaus bekommt übrigens das gleiche Kleid. Dann muss das Gästehaus ausgeräumt, der Boden neu verlegt und das Badezimmer gefixt werden. Neue Möbel rein (nein, nicht Neue, nur unsere alten Bauernbetten oder so ähnlich, die noch im Container lagern), und dann können wir endlich wieder Gäste nah bei uns wohnen haben. Bisher hatten wir ja die bequeme Lösung, dass unsere Gäste in einem Cottage wohnen konnten, wenn diese nicht gerade vermietet waren. Hier nochmals eine Ansicht. Rechts der Eingang zu unserem Wohnteil in der Lodge.




Und dies ist das Pizzahaus. Es erhält noch ein längeres Vordach. Irgendwie war ja mal alles anders geplant. Es sollte nur ein gedeckter Porch werden und nun wurde es ein isoliertes Gebäude mit Strom, Heizung und im Sommer sogar Wasser. Ein Vorteil, wenn man in einer unorganisierten Gemeinde wohnt und mehr oder weniger bauen darf, wonach man Lust hat.



So, genug für heute. Seit gestern Abend sind Brigitte und Georg wieder hier. Sie wollen uns helfen, den Park rechtzeitig zu eröffnen. Aber zuerst müssen wir alle Neuigkeiten austauschen, die sich im Winter ereignet haben.


24 April 2013

Es schneit schon wieder

Was denn sonst? Die Docks warten geduldig auf die Fertigstellung und die Männer hoffen, dass die Wettervorhersage für Donnerstag stimmt.
Die Sonne soll scheinen am Morgen. Mal sehen.



Dieses Wetter löscht auch den brandneuen Krokussen ab! Sie halten die Köpfe fest geschlossen.



22 April 2013

Busy sunny Monday

Heute hatten wir Glück, denn die Sonne schien bereits, als am Morgen unser Baumaterial geliefert wurde. Der Lastwagen hat vor dem Tor Halt gemacht und das ganze Material ist mit einem speziellen Fahrzeug reingefahren worden. Da letzte Nacht wieder Minustemperaturen herrschten, war die Strasse noch hartgefroren. Sobald die Temperaturen steigen, schmilzt das Eis im Boden und die Strasse verwandelt sich oft in Mud.


Nun haben die Männer (seit Sonntagabend ist Barry hier zum Helfen) viel Material und können sich die Projekte geradezu auswählen. Da ist Holz für zwei neue Dockteile - die alten waren buchstäblich am Zerfallen -, dann das ganze Fassadenholz für die Seiten der Lodge, das Pizza- und das Gästehaus, dann eine neue Toilette - im Park ist eine Toilette durch den Frost gesprungen -, und schlussendlich ein Lavabo mit Möbel, diesmal etwas für unser eigenes Badezimmer.



Der Schnee schmilzt langsam aber sicher vor sich hin und bald kann das eigentlich für heute geplante Projekt, drei Bäume im Park zu fällen, angegangen werden. Wir mussten die Pläne umstellen, weil der See nochmals um 50 cm angestiegen ist. Inzwischen ist ein Platz total überschwemmt. Glücklicherweise ist der Trailer von dort über den Winter in Reparatur und es sind nur der Picknicktisch, der Grill und das Feuerholz teilweise unter Wasser. Das Gartenhäuschen haben die Besitzer auf unseren Rat auf Zementblöcke aufgebockt. Das macht sich nun bezahlt. Bisher hat es noch trockene "Füsse".

Dies ist der Platz von Brigitte und Georg. Er liegt normalerweise weit weg vom Wasser:

Hier der Blick vom Loghaus. Tatsächlich sind nun auch zwei Dockteile davongeschwommen, aber sie wurden durch den orangen Schneezaun gestoppt und Marcel hat sie inzwischen festgebunden. Der orange Zaun dient übrigens als Piste für die Snowmobiler im Winter. Wir mussten den Zaun aufstellen, weil immer wieder Snowmobiler über unser ganzes Land flitzten und dabei die mit grosser Mühe gepflanzten Bäume beschädigten.



Grosse Freude hatten wir an diesem Besuch:


Das Bild ist vom Seitenfenster des Restaurants aufgenommen. Die Rehe haben wohl Hunger und sind auf der Suche nach Gras. Sie standen etwa 10 m vor dem Fenster und wir konnten sie lange Zeit beobachten. Zum Glück hat Rex diesmal alles verschlafen. Das hätte sonst eine Aufregung hinter den Scheiben gegeben...

Die Wölfe haben wir nicht mehr gesehen oder gehört. Dafür erwachen jetzt die Bären aus dem Winterschlaf und machen sich auf die Suche nach Essbarem. Die Natur erwacht erstaunlich schnell. Gestern lag an einer Stelle noch Schnee, heute Morgen sah ich ein paar grüne Spitzen herausschauen und heute Nachmittag haben die Krokusse tatsächlich schon geblüht. Wir werden Sommer haben "in no time".

20 April 2013

Hochwasser

Nun haben wir den Salat. Der See ist letzte Nacht um 50 cm angestiegen. Warum? Das wollte ich natürlich herausfinden und habe das Camp am anderen See-Ende angerufen. Sie überwachen dort einen Wasserstandsmesser und schlagen beim MNR Alarm, wenn Hochwasser droht. Nun ist es aber so: Der Ausfluss aus dem See fuehrt durch eine Schlucht und endet in einer kleinen Bucht vor dem Damm. Der Damm sei im Moment völlig geöffnet, aber das Eis vom See hat sich in der Schlucht aufgetürmt und staut den Abfluss. Der Wasserstand vom unteren See-Ende (vor der Schlucht) und der Wasserstand beim Damm (nach der Schlucht) zeigen eine Differenz von einem Meter! Und deshalb sieht es jetzt bei uns so aus:

Die Docks stehen wieder mal im Wasser, aber wegschwimmen können sie trotzdem noch nicht, da müsste der See nochmals einen halben Meter ansteigen:


Auch der Spielplatz und die ganze Spielwiese stehen unter Wasser:


Neuerdings können wir Plätze mit direktem See-Anstoss anbieten:


Das Bild lügt nicht, es schneit tatsächlich wieder und es ist 3 Grad minus.
Was für ein Frühling! Sogar Rex zieht es vor, an die Wärme zu gehen.






19 April 2013

Bewegte Nacht

Seit langem hatten wir letzte Nacht wieder einmal Stromausfall. Es war um Mitternacht, als es piepste, das Zeichen, dass unsere Computer-Batterie keinen Stromanschluss mehr hat. So hiess es aufstehen, Hydro One (die Elektrocompany) anzurufen, den Generator anzuwerfen und sich dann auf eine lange Nacht einzustellen. Wie das in etwa vor sich geht, habe ich im September 2007 in meinem damaligen Blueblog beschrieben:

Das komische Wetter hat sich am Freitagabend zu einem kleinen Sturm entwickelt und prompt ist der Strom ausgefallen. Sicher ist irgendwo wieder ein Baum auf die Leitung gefallen.

Sobald der Strom ausfällt, müssen wir die Waschräume im Campingplatz abschliessen, weil die Wasserpumpe dann nicht läuft und somit die Toiletten nicht gespült werden können. Für die Lodge startet Marcel den Generator, somit sind die Toiletten im Restaurant benutzbar.

Dann rufe ich bei Hydro One an, das ist die Stromcompany. Das geht folgendermassen: Ich wähle die entsprechende 800er Nummer, dann kommt ein Band, wo man sagen muss, ob man englisch oder französisch sprechen will. Dann fragt das Band, ob es ein Emergency sei. Ich sage wahrheitshalber “nein“ (wenn man ja sagt, wird man vermutlich schneller verbunden).
Nachher fragt das System nach der 10-stelligen Kundennummer und dann wartet man, bis sich eine Person meldet. Das kann bis zu 15 Minuten dauern. Endlich, wenn sich jemand meldet, fragen sie die ganzen Angaben ab, die sie aufgrund der Kundennummer schon längstens wissen.

Dann folgen die üblichen Fragen, die ich je nach Laune verschieden beantworte:
Haben sie den Hauptschalter kontrolliert? (Hier muss man unbedingt ja sagen, sonst geht es nicht weiter.)
Haben ihre Nachbarn auch keinen Strom? - Das weiss ich nicht, ich lebe mitten im Busch und sehe keine Nachbarn. (Verblüffendes Schweigen, denn die Person sitzt mitten in Toronto oder Montreal oder weiss-ich-nicht-in-welcher-Stadt und kann sich gar nicht vorstellen, dass es Leute gibt, die ihre Nachbarn nicht sehen können.)
Was, sie wissen nicht, ob ihre Nachbarn Strom haben? – Vermutlich haben sie auch keinen Strom, denn unsere Strassenlampe brennt nicht. (Das nun ist der Beweis, dass wir tatsächlich keinen Strom haben, denn diese Lampen werden von Hydro One betrieben. Allerdings funktioniert das nur nachts, tagsüber weiss ich nicht, ob die Lampen brennen würden oder nicht, denn die laufen über Dämmerungsschalter.)
Dann, endlich, wenn ich Glück habe, meint die Person am anderen Ende gnädig, dass sie Meldung erstatte und dass eine Crew auf dem Weg zu uns sei. Ha, wenn die wüssten, dass sie gar nicht zu uns kommen müssen, sondern ans andere Ufer über dem See (mit dem Auto sind es nur etwa 80 km dorthin), denn da kommt nämlich unser Strom her und da fallen auch immer die Bäume auf die Leitung. Nur macht es keinen Sinn, das der Person am anderen Ende zu erklären.

Am Freitagabend nun hat das Gespräch eine unerwartete Wendung genommen. Der junge Mann am anderen Ende erklärte mir, dass die Hydrocrew am nächsten Morgen nach dem Fehler suchen werde. Was??? Das habe ich bis jetzt noch nie gehört, dass wir die ganze Nacht ohne Strom bleiben sollten (wäre zwar nicht das erste Mal). Nun musste ich einen Zacken zulegen. Wir könnten nicht so lange warten, erklärte ich ihm, wir hätten 100 Leute im Campground, unser Restaurant sei dunkel und den Gästen in den Cottages könnten wir das nicht zumuten (denen ging es allerdings blendend, sie hatten schon Lampen von uns erhalten). Oh, dann.... (was, mitten im Busch sind so viele Leute?) ...ja dann werde er sofort Meldung machen. Was er wohl tat, denn drei Stunden später hatten wir wieder Strom. Der Platzregen, der in der Nacht anschliessend niederging, hat dann die schwüle, heisse Luft gereinigt und abgekühlt.


 
Dieses Mal war es etwas anders. Am Telefon sagte mir die Dame, ich sei die Erste, die anrufe und ob ich wisse, wo genau der Strom unterbrochen sei. Dies wusste ich natürlich nicht. So nahm sie die Meldung entgegen und sagte, sie werden eine Crew auffordern, den Schaden zu beheben. Nach zehn Minuten dann ein Anruf, bei dem ein Techniker sich genauer erkundigte. Ich konnte ihm nicht helfen, aber sagte ihm, ich könne herausfinden, ob es auf unserer oder der anderen Seite des Sees sei. Aber der Techniker wollte mich nicht weiter bemühen und sagte, sie werden es schon herausfinden.

Wir haben übrigens eine ganz einfache Methode, den Stromunterbruch herauszufinden. Ich rufe den Teilzeitnachbarn an. Wenn bei seinem Anschluss der Fax piepst, hat er Strom, wenn es ununterbrochen läutet, hat er keinen Strom. Und da der Teilzeitnachbar bekanntlich auf der anderen Seite des Sees liegt, haben wir die Antwort.

Natürlich wollte ich es wissen und rief seine Nummer an. Es läutete ohne Ende. Also war der Strom irgendwo dort drüben unterbrochen (die Nebenstrasse und damit die Stromleitung dort sind ja auch "nur" etwa 7 km lang...)

Wir haben uns also eingerichtet, d.h. ich bin wieder ins Bett gegangen und Marcel döste auf dem Sofa vor sich hin. Er muss nämlich den Generator im Auge behalten. Kurz nach 02.00 Uhr morgens bin ich erwacht, weil es draussen irgendwie viel zu hell war. Ich stand auf, weil unterdessen auch Rex zu bellen begonnen hat. Marcel war schon auf dem Weg zum Tor, wo ein Hydro-Truck uns volle Pulle aufs Grundstück zündete und zwei Techniker mit Stangen die Stromleitung untersuchten, ob da vielleicht Strom war oder nicht. Marcel klärte sie auf, dass der Unterbruch auf der anderen Seite des Sees sein müsse. Die Techniker sagten darauf, sie müssten unbedingt eine andere Crew anfordern, denn sie seien schon seit 07.00 Uhr am Vortag auf den Beinen, d.h. sie hatten bereits eine 19 Stunden-Schicht hinter sich.

Daraufhin ging auch Marcel ins Bett, denn jetzt konnte es wirklich noch dauern. Irgendwann vor 06.00 Uhr läutete das Telefon und Hydro One informierte uns, dass die Stromleitung repariert sei. Wir haben dann nochmals eine Runde geschlafen... das konnten wir uns leisten!

Und nun will ich mal runter an den See gehen. Es hat die ganze Nacht geregnet und schon von hier sieht man, dass der See randvoll ist. Mal sehen, ob er sogar übervoll ist....



18 April 2013

Heute vor 11 Jahren

Es ist kaum zu glauben, aber vor 11 Jahren hatten wir das exakt gleiche Wetter wie heute. Es war auch der 18. April, als es wie aus Kübeln regnete. Der See war noch gefroren, allerdings war das offene Wasser zwischen dem Eisrand und dem Ufer etwas breiter. Und wie heute waren Gewitter angesagt. Warum ich das noch so genau weiss? Damals hatten wir ein recht einprägsames Erlebnis.

Der Wasserstand von unserem See wird am anderen Ende mit einem Damm reguliert. Dieser Damm wird vom MNR (Ministry of Natural Resources) kontrolliert. Im Frühling vor der Schneeschmelze öffnen sie üblicherweise diesen Damm, das heisst, es werden ein paar Logs entfernt. Das haben sie auch tatsächlich vor drei Tagen gemacht und der See hat sich merklich geleert. Wir sehen das gut an unserer Beach. Nun regnet es seit gestern und die Temperaturen über dem Gefrierpunkt lassen auch die Schneeberge schmelzen. Dies hat zur Folge, dass der Wasserstand wieder ganz schön angestiegen ist und wir werden wohl wieder "Land unter" haben, wie auf diesem Bild vom letzten Jahr:


Das ist nicht so schlimm, denn das Gelände steigt auf der Lodge-Seite ganz sanft an. Auf der Campgroundseite haben wir zwischen dem Strand und den ersten Trailern ziemlich viel Wiese und so braucht es viel, bis etwas zu Schaden kommen kann.

Vor 11 Jahren jedoch war das MNR am Streiken und niemand hatte den Damm geöffnet. So kam es, dass der See um 1,8 Meter angestiegen ist. Die ersten Wohnwagen waren von Wasser umspült und wir hatten ein Riesenglück, dass keiner unserer saisonalen Camper einen Wasserschaden hatte. Als es aber so heftig regnete und das Wasser auch auf der Lodgeseite anstieg, sind plötzlich unsere Dockteile, die wir im Winter am Land aufbewahren, davongeschwommen. Sie wurden nur vom Eis auf dem See gestoppt. Aber wir wollten die Docks zurück an Land! Es blieb uns nichts anderes übrig, als den Traktor zu nehmen und ein Boot aus dem Winterschlaf zu holen. Das war keine einfache Angelegenheit, denn der Bootstrailer war immer noch unter dem Schnee begraben. Marcel schaffte es dann doch irgendwie, ein Boot in den See zu bekommen und wir ruderten hinaus, um unsere Dockteile zu retten. (Die Motoren waren natürlich auch noch alle winterfest im Bootshaus verstaut.) Und als wir da so mit Seilen, Dockteilen und Rudern hantierten, kam ein heftiges Gewitter... Das werde ich nie vergessen, wie wir bei Blitz und Donner unsere Docks vor dem Eis retteten. Seither wurde die Situation nie wieder so brenzlig, auch wenn unsere Docks am Ufer doch ab und zu nasse Füsse kriegten, wie zum Beispiel im letzten Jahr:



Zur Zeit sind die Wiesen jedoch immer noch unter dem Schnee begraben und Rex kann sich  ausgiebig seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Schneebaden und Schneefressen widmen:



Und dann noch dies: In meinem letzten Beitrag vom August 2011 habe ich über das Blueberry-Schlaraffenland berichtet. Die Zufahrt zu diesem Ort sieht im Moment so aus und wir werden auch im Sommer nicht reinfahren können. Ausser es schneidet jemand mit der Kettensäge die Einfahrt wieder frei. Im Sommer 2012 hatten wir nämlich einen heftigen Sturm, dem Dutzende, wenn nicht Hunderte von Bäumen zum Opfer fielen. Wir mussten uns buchstäblich die Songis Road freisägen, d.h. nicht wir, aber die Helfer vom Strassenamt.


 

09 April 2013

Der Schreck des Tages

Wie praktisch jeden Morgen habe ich heute Rex um 6.45 Uhr raus gelassen. Er ist nun schon 13 Jahre alt und nimmt es nicht mehr so "gäch". Schnüffelt hier, schnüffelt da... hinterlässt seine Duftnoten und legt sich dann meistens vor die Tür, jedoch immer so, dass er das Eingangstor beobachten kann. Zur Zeit ist dieses Tor verschlossen und sogar mit einer Kette gesichert.

Wir haben immer noch viel Schnee und der See ist zugefroren. Aber langsam beginnt es auch bei uns zu tauen.

Wenn Rex alleine draussen ist, schaue ich, dass ich ihn mehr oder weniger im Auge behalten kann. Er hat halt immer noch manchmal Unsinn im Sinn. Und wie ich da so vor mich hinwerkle, resp. den "Zmorge" zubereite, sehe ich plötzlich, wie Rex ganz konzentriert aufs Eingangtor starrt, aufsteht und sich langsam in Bewegung setzt. Dann beginnt er zu bellen. Höchste Zeit für mich, nach draussen zu gehen und nachzuschauen. Oh mein Gott, was ich da hinter unserem Eingangstor sehe, ist nicht der Hund des Nachbarn (die wohnen sowieso eineinhalb Kilometer entfernt), das ist ein Wolf! Und Rex hat unterdessen sein Tempo erhöht. Ich rufe, nein, ich schreie, aber Rex mit seinem Husky"grind" ist nicht aufzuhalten. Der Wolf, nicht mehr als 50 m entfernt und auf der anderen Seite des Tores, dreht sich um und beginnt die Black Bay Road runterzulaufen. Und Rex hintennach, immer schneller, allerdings mit vorsichtigem Abstand.

Und ich merke, ich habe keine Chance Rex zu erreichen und hören tut er jetzt sowieso nicht. Ich spurte rein, rufe Marcel, er solle SOFORT mit dem Truck kommen, ein Wolf sei da, schnappe mir eine Jacke und den Schlüsselbund fürs Schloss zum Tor und renne wieder raus, um das Tor aufzuschliessen, damit wir rausfahren können.

Mir kommt die Geschichte von unserem Bekannten in den Sinn, der am Rande des Algonquin Parks wohnt, ca. 70 km von uns. Seine Nachbarn haben Schafe, und um diese Schafe vor den Wölfen zu schützen, hatten sie zwei dieser grossen weissen Schutzhunde. Das ging gut, bis eines Tages eine Wölfin kam und einen dieser Hunde weglockte. Der Hund wurde dann in der Nähe der Farm von einem Wolfsrudel angefallen und getötet.

Genau dieses Bild hatte ich vor Augen als ich beim Tor ankam. Und dann hörte ich sie heulen, ein ganzes Rudel, und sie mussten nahe sein. Schon oft haben wir sie heulen gehört, aber nie so nah. Ich musste mich zusammenreissen, um nicht in Panik auszubrechen...

...und dann sah ich ihn kommen. Rex kam zurück, allein und unverletzt. Marcel hatte den Truck noch nicht gestartet und ich das Tor noch nicht aufgeschlossen. Es können also nicht mehr als drei, vier Minuten vergangen sein. Und trotzdem, es kam mir soooo lange vor. Weshalb Rex davon abgelassen hat, den Wolf (oder wohl eher die Wölfin?) weiter zu verfolgen, ich weiss es nicht. Er ist ja nicht dumm und hat vielleicht gemerkt, dass er gegen ein Wolfsrudel keine Chance hat? Vielleicht...

Jedenfalls darf er jetzt absolut gar nicht mehr alleine raus. Und die Pipi-Ausflüge mitten in der Nacht sind auch gestrichen. Bisher habe ich immer geglaubt, er müsse einfach (weil alt und so), aber nein, er wollte nur schauen, wo sie sind. Deshalb fühlte ich mich bei diesen nächtlichen Ausflügen etwas unwohl, sie waren bestimmt auch da in der Nähe. Rex muss sie schon seit Tagen gerochen haben. Ich bin wirklich froh, wenn der Frühling kommt und es wieder etwas mehr Leben und Verkehr in unserer Ecke hat, dann ziehen sich die Wölfe wieder weiter in den Busch zurück.



Mal sehen.....

ob ich's noch kann, das Bloggen. Irgendwie sieht alles ein wenig anders aus beim Blogger.com, aber ich denke, ich werde mich schon daran gewöhnen. Seit ein paar Tagen juckt es mich in den Fingern und ich werde mir wohl wieder Zeit nehmen, um regelmässig über unser Leben hier zu schreiben. Zum Beispiel heute....