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03 Juni 2015

Markttag

Heute mussten wir mit dem Truck in die Garage in die Stadt und hatten Glück, denn seit letztem Jahr findet auch am Mittwoch der Farmers Market statt. 


Bisher war der nur am Samstag und da können wir natürlich nie weg vom Camp. So schlenderten wir mit Max durch die Stände und wunderten uns, weshalb denn alle Parkplätze besetzt sind und vor allem, warum nur sind so viele Schulbusse überall aufgereiht?


Da schaltete es uns. Es ist "Armed Forces Day". North Bay ist nicht nur Universitätsstadt, sie ist auch Militärstadt. Jedes Jahr im Juni wird das mit einer Feier und einer Flugshow celebriert. Deshalb all die Schulklassen in der Stadt und all die Zuschauer, die an der Uferfront auf die Snowbirds warten:


Die Region zwischen der Haupteinkaufsstrasse und dem See war früher ein Güterbahnhof. Seitdem der stillgelegt worden ist, entwickelt sich langsam aber sicher eine schöne Uferlandschaft mit Parks, Gärten, einer Mini-Eisenbahn, zwei Karussells (wunderschöne Holzpferde, gestaltet von Künstlern aus der Region), einem Labyrinth, dem Ortsmuseum und Vielem mehr.

der See liegt hinter uns

Für den Bau dieser Anlagen ist die Stadt auf Spenden angewiesen und es wird noch eine Weile dauern, bis alle Pläne fertiggestellt sind. Aber Rom wurde ja auch nicht in einem Jahr erbaut.

Und plötzlich erinnern wir uns: Vor genau einem Jahr waren wir auch an diesem Mittwoch in der Stadt. Es war auch Flugshow und die erschreckte Rex auf dem Weg zum Tierarzt ganz gewaltig. Es waren seine letzten Stunden, denn genau vor einem Jahr mussten wir ihn gehen lassen.


27 Mai 2015

Unordentlicher Untermieter

Warum nur hängen so komische Schnurreste vom Dach?


Und was ist diese Sauerei am Boden?


Aha, ein Vogelnest...


Zwar fehlt der Vogel...


Mal sehen, wie und ob sich diese Kinderstube entwickelt...

Und Max der Spaniel?


hat Geburtstag heute - seinen Vierzehnten. 
Happy Birthday, Max!

(Uebrigens ist Max ein sehr ordentlicher Untermieter...)


15 Mai 2015

Saisonbeginn

Nun ist sie also da, unsere sechzehnte Campingsaison. Wir sind gut vorbereitet, das Showerhouse, unser Sanitärgebäude, wartet frisch geputzt auf die Benutzer. Marcel konnte die Wasserpumpe, die immerhin 150 Meter tief in einer gebohrten Quelle steckt, ohne Probleme starten. Alle Leitungen scheinen den Winter überstanden zu haben, was bedeutet, dass sie im letzten Herbst sauber ausgeblasen worden sind. Wenn irgendwo Wasser liegengeblieben wäre, hätte das unweigerlich zu einer gefrorenen und schlussendlich geplatzten Wasserleitung geführt. Auch mit dem Strom ist alles in Ordnung. Die Feuerprobe bestehen unsere Anlagen, wenn am 15. Mai die saisonalen Camper ihre Strom- und Wasserleitungen anschliessen und die Netze vor allem in den ersten Tagen stark in Anspruch genommen werden.

Wir öffnen den Park jeweils am 15. Mai, was dieses Jahr bedeutet, dass es gleich auf das lange Wochenende fällt. Am Montag ist bei uns Victoria Day. Es ist der Geburtstag von Queen Victoria am 24. Mai. Und damit die Canadier in den Genuss von einem verlängerten Wochenende kommen, wird der Feiertag immer auf den Montag am oder vor dem 24. Mai gesetzt. In diesem Jahr findet er früh wie selten statt, nämlich am 18. Mai. Eigentlich spielt es keine grosse Rolle, nur heisst es diesmal für die Camper, dass sie nach dem 15. Mai nicht erst ein "normales" Wochenende haben, wo sie den Trailer für die Saison bereitmachen können, sondern gleich ins lange Wochenende starten. 

Wir haben gehört, dass einige der Saisonalen nun den Freitag (15.5.) frei genommen haben, damit sie dann trotzdem von Samstag bis Montag das lange Wochenende geniessen können. Es werden also am Freitag um neun Uhr morgens bestimmt schon einige Camper ungeduldig auf Einlass warten. Früher haben wir nie eine Zeit gesagt, aber als Marcel und ich in einem Jahr bereits um sieben Uhr bei unserem Frühstück "gestört" wurden (der einzigen ruhigen Mahlzeit für uns zusammen), haben wir nicht nur das Datum, sondern auch die Zeit festgelegt. Zwischen den Campern hat sich ein kleiner Wettlauf entwickelt, wer jetzt wohl der/die Erste im Park ist. Bevor wir die Camper in den Park lassen können, müssen wir nochmals einen Kontrollgang machen, die Lichter und die Zeitschaltuhr im Sanitärgebäude einschalten, die Abfallkübel rausstellen und alle Türen aufschliessen. 

Und dann beginnt der fünfmonatige Dauereinsatz, wo wir nie, aber auch gar nie alleine im Camp sind. An vollbesetzten Wochenenden in der Hochsaison (Juli und August) sind schon mal bis zu 200 Camper anwesend. Meistens jedoch sind es zwischen 100 und 150 an Wochenenden. Unter der Woche kann diese Zahl auch mal unter zwanzig sinken. Das Wetter spielt natürlich eine grosse Rolle. Deshalb sind wir gar nicht böse, sollte es ab und zu auch mal regnen :-)

Aber erstmal ist ganz passables Wetter vorausgesagt mit Temperaturen zwischen 15 und 24 Grad tagsüber. Am Montag soll es dann regnen, aber bis dahin ist die Feuerprobe des May-two-four Weekends bestanden. 

Max kann es kaum erwarten...





02 Mai 2015

15 Jahre Camp



Heute vor 15 Jahren haben wir das Camp übernommen. Es war ein aufregender Tag und es dauerte unendlich lange, bis wir am Abend endlich die Schlüssel in den Händen hielten und zum ersten Mal die Tür zu UNSERER Lodge öffneten. Zum ersten Mal in unserem Leben besassen wir ein eigenes Grundstück. Dass es gerade 17 ha werden sollten, hätten wir nie zu träumen gewagt.


Leider haben wir aus diesen ersten Wochen keine Fotos. Damals gab es ja noch die Kameras mit den heute so altmodischen Filmen. Und eigentlich hatten wir auch absolut keine Gedanken für solch banale Dinge... (schade).

Es war eine intensive Zeit. Der Container musste von der damaligen Farm meiner Schwesterfamilie zu uns verschoben werden, was eine grössere Sache wurde. Der Lastwagen versank nämlich beim Abladen des Containers im weichen Sand. Nach zwei Stunden Schaufeln und mit Brettern unterlegen beschloss der Fahrer, dass er nun kein Risiko für sein Fahrzeug mehr eingehen will und gab GAS. Da der Container mit der hinteren Seite schon auf dem Boden stand, rutschte schlussendlich die andere Seite mit einem lauten Knall vom Lastwagen. 

Welch ein Schreck! Ich sah schon all unser Geschirr in den Schachteln zu Scherben verbrösmelen. Tatsächlich blieb alles heil. Wenn ich mich recht erinnere, war von allen Dingen im Container nur ein Glaskrug zerbrochen. Da hatte sich das monatelange sorgfältige Packen in der Schweiz doch gelohnt.

(neben und unter dem Container lebt heute bekanntlich der Groundhog)

Der Container steht immer noch neben der Lodge und beherbergt die von Marcel restaurierten Stühle, Tische und Betten sowie einiges an Geschirr, wofür wir hier (noch) keinen Platz fanden. Wir haben schnell gemerkt, dass unsere Sachen (zum Teil Antiquitäten) nicht besonders camptauglich sind. Vor allem sind sie nicht geeignet für die Cottages. 

Einiges ist inzwischen bei Nichten und Neffen angekommen. Ein wunderschönes zwölfteiliges Langenthal Service einer meiner Tanten befindet sich momentan in Khartoum...


Ein anderes von einer anderen Tante in Nordwestontario...


Aber ich schweife ab. Jedenfalls haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder mal Dinge aus dem Container geholt und andere dort untergestellt. Er ist so quasi meine Wundertüte. Wenn ich in einem ruhigen Moment wieder mal auf Entdeckungsreise gehe, ist es oft wie Weihnachten. In diesem Sommer wollen wir die Tische aus ihrem dunklen Verlies erlösen und das Pizzahaus damit einrichten. Einige der Stühle haben es ja bereits dahin geschafft.

Meine LeserInnen werden sich fragen, weshalb nur um Himmels Willen haben die all die Sachen mitgeschleickt? Das fragen wir uns manchmal auch, aber wir haben damals beschlossen, dass wir die alten (viele von Marcel restaurierten) Sachen nicht einfach verscherbeln wollten. Sie warten nur darauf, um zu neuem Leben erweckt zu werden - wie z.B. hier, der Tisch und die Stühle bei meiner Schwester stammen vermutlich von unserem Grossvater: 


(leider nagt der Zahn der Zeit an den Erinnerungen. Manchmal wissen wir einfach nicht mehr, von wem wir die Sachen haben. Wir haben vor unserer Auswanderung bei vielen Haushaltauflösungen in der Familie und bei Bekannten Dinge vor dem Wegschmeissen oder Verscherbeln gerettet.)

Wir haben uns nun vorgenommen, endlich mit alten und verbrauchten Gegenständen hier im Camp abzufahren; z.B. die Stühle, die sich beim Kauf im Restaurant befanden, müssen endlich aussortiert und entsorgt werden. Sie sind bestimmt schon 40 oder mehr Jahre alt und wir haben uns sagen lassen, dass sie aus einer alten Offiziersmesse hier in der Stadt stammen. 20 Jahre hier im Camp sind genug! Sie lassen sich nicht mehr richtig reinigen. Es wird Zeit für die vom Entsorgen "geretteten" Dietiker Stühle aus Schaffhausen!