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20 Februar 2015

Am Frühling basteln...

Jedes Jahr findet man spätestens Ende Januar in den Läden die ersten Frühlingsblumen zu kaufen. Meistens beachte ich die nicht, aber manchmal kann ich halt doch nicht widerstehen. Ich kaufe jedoch nur Blumen in Töpfen, um die Zwiebeln dann im Herbst in den Garten zu pflanzen. So blühen im April oder Mai jedes Jahr ein paar Tulpen, Hyazinthen oder Osterglocken mehr.

Im letzten Herbst habe ich total vergessen, die Zwiebeln vom letzten Winter zu pflanzen. So musste ich sie anders durch die ersten Wintermonate bringen und habe sie einfach in unseren begehbaren Kühlschrank gesteckt. Vor ein paar Tagen stellte ich zu meiner Verblüffung fest, dass einige Zwiebeln in ihrem dunklen und kühlen Verliess mit Austreiben begonnen haben. Erstaunlich, wie die wissen, dass bald der Frühling vor der Tür steht (...stehen sollte).

Höchste Zeit also, eine kleine Pflanzaktion zu starten. Nun stehen sechs mit Blumenzwiebeln gefüllte Blumentöpfe auf dem Fensterbrett und harren der Dinge, die da kommen. Ich bin sehr gespannt, wie die ganze Sache funktioniert.



Auch auf die Gefahr hin, dass es langweilig wird... letzte Nacht hatten wir wieder -32 Grad und mit dem Windfaktor bedeutete das -42 Grad. Im hinteren Teil der Küche, die sich in einem Anbau befindet, war es frühmorgens gerade noch 11 Grad "warm". Wir könnten natürlich elektrisch nachheizen, aber das macht nachts keinen Sinn. Zum Glück ist die Lodge mit ihrer Fensterfront Richtung Süden ausgerichtet. Deshalb heizt die Sonne - sofern sie dann scheint - tagsüber das ganze Gebäude gratis und franko wieder auf. 

Heute erwarten wir Gäste ins kleine Cottage zum Eisfischen. Da bin ich aber gespannt, wie lange sie es auf dem See aushalten...


17 Februar 2015

-31 -34 -29

Dies sind wahrlich keine Traumzahlen, denn es sind die Minustemperaturen der letzten drei Tage um sieben Uhr früh. Es ist einfach saukalt. Der Jetstream scheint nicht vom Fleck zu kommen und beschert uns schon den ganzen Februar eisige Temperaturen. Auch tagsüber schaffen wir es ganz selten "wärmer" als minus fünfzehn Grad. Einen so kalten Februar haben wir hier noch nicht erlebt. Sogar die alteingesessenen Canadier finden es übertrieben. Die Sehnsucht nach dem Frühling wächst. Eigentlich wären wir schon mit Minus-temperaturen in den einstelligen Zahlen zufrieden. Leider sieht es in den nächsten zwei Wochen noch gar nicht danach aus, nachts schon gar nicht. Unser Holzvorrat schwindet erschreckend schnell, nur noch ein Drittel ist übrig.


Etwas Sorgen macht uns der Schnee auf dem Lodgedach über der Küche. Dort können wir aus Sicherheitsgründen nicht schaufeln, aber die Schneedecke ist mindestens 70 cm dick. Hoffentlich hält die Dachkonstruktion und hoffentlich werden wir eine gnädige Schneeschmelze ohne Regen haben. 


Wir wünschen uns ein baldiges, langsames, sonniges Ansteigen der Temperaturen, möglichst keinen Wind und Schnee mehr. Ist das zuviel verlangt?...

Uebrigens war gestern Family Day, das heisst ein Feiertag, und somit blieben Schulen, Läden und auch sonst alles geschlossen. Meine Schwester und ich benutzten die Gelegenheit für eine kleine Schneeschuhwanderung auf dem gefrorenen See. Bisig kalt wars aber doch schön und ziemlich anstrengend. Wir haben uns das anschliessende Fondue wirklich verdient und es auch sehr genossen.

31 Januar 2015

Zuheizen

Es will einfach nicht wärmer werden. Zwar gibt es zwischendurch mal einen nicht gar so kalten Tag, aber dann schneit es regelmässig centimeter-hohen Schnee. Das Schaufeln verteilen wir dann schon mal auf zwei Tage, denn Hände und Füsse warm zu halten, ist bei solcher Kälte nicht ganz einfach. Und ja, wir haben ganz gute Ausrüstung, es ist aber einfach zu kalt. Zudem lässt der eigene Hauch alles rund ums Gesicht zufrieren und man sieht nach einer solchen Schaufelaktion schnell mal wie ein zugefrorenes Michelinmännchen aus.

Morgen früh verspricht der Wetterbericht -37 Grad. Da ist dann auch Max der Spaniel ruck-zuck fertig mit seinen Geschäften. Er findet diese Temperaturen sowieso eine Zumutung und schaut uns öfters vorwurfsvoll an. Sorry Max, Hunde-WC drinnen haben wir nicht, aber frische Luft ab und zu soll ja gesund sein.

Zum Glück haben wir uns damals entschlossen, unseren Schwedenofen aus der Schweiz mitzunehmen. Der leistet uns jetzt im Wohnzimmer ganz gute Dienste und vor allem hebt so ein warmes Feuer die Stimmung. Uebrigens ist der obere Teil ein Backfach und eignet sich bestens zum Brotaufbacken oder Aufwärmen von Eintöpfen, leckere Düfte inbegriffen.




25 November 2014

Stromlos

Gestern Abend um 20.30 Uhr ist wieder mal der Strom ausgefallen und heute nach mehr als 14 Stunden warten wir immer noch auf die Aufschaltung. Wie immer kommen wir am Schluss der Warteschlange dran, weil hier draussen im Busch so wenig Kunden betroffen sind.

Es war ein heftiger Sturm, der Tausende von Haushalten vom Netz schmiss. Vor allem hat er auch im Süden gewütet und da dort viel mehr Leute wohnen, konzentrieren sich die Reparaturen erstmals auf die Ballungszentren. Wir sind uns das schon fast gewohnt - obwohl, man kann (oder will) sich an die relativ häufigen Stromausfälle eigentlich nie gewöhnen. 

Während eines Stromausfalls schnurrt unser Generator meistens problemlos vor sich hin und wir können wenigstens die Heizungs- und Wasserpumpen betreiben. Abwechslungsweise laufen auch Kühlschrank und Tiefkühler. Natürlich heisst das für Marcel, Nachtschicht zu schieben. Trotzdem versuchen wir zu schlafen, was uns inzwischen meistens gut gelingt. Letzte Nachte bemerkte ich jedoch plötzlich, dass die Heizungsrohre kalt wurden. Eine Sicherung beim Generator hat sich ausgeklinkt. So durfte Marcel mitten in der Nacht mit Stirnlampe und Regenschutz den Schaden beheben. Es ist unbedingt nötig, dass die Heizungspumpen immer laufen, weil sich sonst unser Aussenofen überhitzt und dadurch Schaden nehmen könnte.

Besonders ärgerlich ist der Stromausfall heute, weil wir am Mittwoch eigentlich einen kleinen Ausflug geplant haben. Mal sehen, ob sich bis dahin alles wieder normalisiert hat. Wir sind noch guter Hoffnung!

Uebrigens hat es in den letzten Tagen tatsächlich stark geregnet und der Schnee ist fast aller weggeschmolzen. Gestern hatten wir plus 9 Grad. Inzwischen schneit es jedoch wieder und wir sollten nach Wettervorhersage bis zu 10 cm erhalten. Mist!


Soeben hören wir ein riesiges Dröhnen über der Lodge. Der Hydro One Helikopter fliegt den Stromleitungen entlang auf der Suche nach dem Schaden. Nun dauert es hoffentlich nicht mehr lange...



17 November 2014

Winter ist's...

Es sieht nicht aus, wie wenn der Schnee nochmals schmilzt. Es schneit am Laufmeter. Im Moment gefällt es mir noch - alles ist schön hell und weiss und wir müssen ja nirgendwo dringend hin. 


In unserem Holzvorrat klafft schon eine schöne Bresche. Denn der Aussenholzofen will jeden Morgen und Abend gefüttert werden.


Dazu muss man sich jetzt warm anziehen. Blöd wirds nur, wenn mitten in der Nacht das Feuer ausgeht (das kommt allerdings höchst selten vor, und mit den kleineren Holzstücken eigentlich gar nicht mehr).


Für diese Nacht sollte das vorerst mal reichen...

Zu meiner absoluten Verblüffung klettern neuerdings sogar Mäuse auf unserem "Vogelbuffet" herum. Wie die da rauf gekommen ist, bleibt mir ein Rätsel, denn das Ding hängt zwei Meter über dem Boden...


Na dann: En Guete! Lass dich nicht stören...