Fünfzehn Winter liegen schon (hoffentlich) bald hinter uns und ich muss sagen, jeder hatte bisher seine Eigenheiten. Es ist nicht einfach, sich an alles zu erinnern, fünfzehn Jahre sind eine lange Zeit. Trotzdem weiss ich bestimmt, dass es diesmal saukalt war wie noch nie. Zwar hatten wir in praktisch jedem Winter mal Temperaturen von unter -30 Grad, aber nie so lange am Stück. Unweigerlich laufen die Heizungen permanent auf Hochtouren, der Boden gefriert tiefer trotz der isolierenden Schneeschicht, die Wasser- und Abwasserleitungen werden auf Probe gestellt und die Schneelast auf den Dächern fordert jede Baukonstruktion heraus.
Auch wir befreiten wo möglich die Dächer von der Schneelast und in den letzten Tagen haben die Sonne und der trockene Wind tüchtig mitgeholfen. Der Schnee scheint an sonnigen Stellen etwas zu "verdunsten". Trotzdem liegen locker noch 50-80 cm auf den Wiesen und auf den Gebäuden sind es zwischen 20 und 70 cm. Letzte Nacht kam 10 cm frischer Pulverschnee hinzu, der nun fröhlich durch die Luft gewirbelt wird. Dafür wechseln sich am Himmel Wolken mit Sonnenstrahlen ab und das Beste: Es ist ohne Windfaktor gemessen "nur" -7 Grad. Fühlt sich wirklich gut an.
Ein Vorteil bisher war, dass wir keinen Eisregen hatten. Dieser verwandelt die Wege und Strassen unweigerlich in Eisbahnen und das Gehen darauf zu einer Glückssache. Dies dürfte uns allerdings noch bevorstehen. Laut dem Ausblick auf die nächsten drei Monate - gestern frisch von der Presse gelassen - verspricht uns einen weiterhin kälteren-als-normalen März und erst Mitte April sollen die Temperaturen durchschnittliche Werte zeigen. Die grossen Seen sind zu 85-90% mit Eis bedeckt und es wird länger als sonst dauern, bis das alles geschmolzen ist. Dadurch bleibt die Luft natürlich länger kühl. Wir lassen uns überraschen.
In meinem Archiv habe ich nach alten Fotos "gewühlt" und bin tatsächlich fündig geworden. Dieses stammt vom 4. März 2005:
und dieses von heute, vom 3. März 2015:
Genau zehn Jahre liegen zwischen den beiden Bildern. Die Zeder ist ganz schön gewachsen und auch sonst hat sich Einiges verändert... (Ich glaube ich muss öfters vorher-nachher Bilder vorstellen, finde ich nämlich spannend.)
Uebrigens, bisher erlebten wir hier erst zwei Mal einen März praktisch ohne Schnee.
Das erste Mal war im Jahr 2000, als wir das Camp zum ersten Mal überhaupt sahen. Hier ein Bild von unserer ersten Besichtigung anfangs März 2000. Beim zweiten Besuch eine Woche später war dieser Schneerest ganz verschwunden:
Das zweite Mal war im 2010, als es am 1. März bei +8.3 Grad regnete und der Schnee einfach davonlief. Es blieb damals ein milder Monat, wir konnten teilweise im T-Shirt draussen arbeiten und hatten Ende März schon einen grossen Teil des Feuerholzes für den nächsten Winter bereit. An Ostern anfangs April begannen wir bereits mit dem Laub rechen im Park. Unser Sitzrasenmäher, mit dem wir das Laub aufsammelten, verursachte sogar einen kleinen Brand. Ein Laubhaufen fing am heissen Auspuff plötzlich Feuer und kurze Hektik kam auf. Alles war knattertrocken und natürlich lief noch kein (Lösch-)Wasser durch die Leitungen. (Das Wasser stellen wir im Campground wegen des Bodenfrostes jeweils erst Mitte Mai an.) Wir schafften es zum Glück, den Brand schnell zu löschen und waren nachher vorsichtiger.
Dafür hatten wir am 8. Mai 2010 nochmals einen zweitägigen Wintereinbruch mit 15 cm Schnee. Darauf verzichten wir dieses Jahr aber gerne.
Das Wetter bleibt also weiterhin... sagen wir mal... spannend!

