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30 Juni 2016

Geburtstag

Canada feiert am 1. Juli seinen 149. Geburtstag und wir haben somit ein langes Wochenende vor uns.



Da am Freitag alle Läden geschlossen sind, erlebte ich heute beim Einkaufen Warteschlangen, überfüllte Strassen und ganz viele Leute, die auf ihrem Weg ins Wochenende oder gar in die Ferien sind. Jedes dritte Auto hatte einen Trailer, einen Wohnwagen, ein Boot oder sonstige Freizeitunterhaltungen mit sich geführt. Es brummt in der Stadt, die Schulferien haben auch gerade begonnen. 

Die nächsten 10 Wochen sind also offizielle Sommerferien und alle Sehenswürdigkeiten sind geöffnet. Da unsere Stadt an einem grossen See liegt (was denn sonst) und über kilometerlange Sandstrände verfügt, fühlt es sich hier manchmal an wie an einem der bekannten Touristenorte in Europa. Der einzige Unterschied ist vielleicht, dass es ausserhalb der Stadt sehr viel Platz und Einsamkeit hat, wenn man das wünscht. Sozusagen Figgi und Mühli...

Bild von www.flyporter.com


19 Juni 2016

Pig N' Pie Fest

Die Uebersetzung dazu lautet: Schwein- und Kuchenfest. Und das war es dann auch. Dazu gab es aber auch drei Bands, die am Nachmittag und Abend ihre Auftritte hatten.

Das dreidimensionale Schild aus Autoreifen:


Zu jeden Eintritt gehörte eine Mahlzeit: Pulled Pork on a Bun with Salad and a piece of Pie (sehr lange im Rauch gegrilltes Schweinefleisch, das dann "verzupft" wird, auf einem Brötchen, dazu Salat und ein Stück Früchtekuchen). War sehr lecker.

Das arme Schwein:


Diverse Attraktionen haben nicht gefehlt, hier die Möglichkeit für einen Blick in die Sonne, am Abend dann in die Sterne:


Die Familienband "Ramblin' Fever":


Die Rückseite der von den Kindern besonders beliebten Show,
dem Schweinerennen


Von vorne gesehen:


links die Stallseite:


rechts die Wohnseite:


 Hier kommen sie, die Stars des ersten Rennens:


Go Piggy, go...


Auch Enten, Schafe und Ziegen durften (mussten) mitmachen. Der Ausgang des Rennens war jedes Mal ungewiss, denn nicht jeder Teilnehmer war total motiviert...


Wir waren am Schluss nicht ganz sicher, ob es wirklich tiergerecht gehandhabt wird, dieses Ganze. Man könnte es wohl noch etwas besser machen.

Deshalb haben wir die ganze Szenerie verlassen und sind unseren "Hund-für-drei-Tage" abholen gegangen. Wir geniessen diese drei Tage und ich komme wieder mal ausgiebig zum Spazieren und im Wald herumstreifen. Bybe steht alle halbe Stunde mal da und will wieder auf einen ihrer Streifzüge. Sie liebt es vor allem, in unserem hohen Gras herumzuwandern. Ist mir klar, seit wir gestern Abend einen Waschbären


an unserem Vogelhäuschen gesehen haben. Der lebt da irgendwo in diesem Dickicht, das Bybe andauernd untersuchen will. Und da sie nicht "leinenlos" gewohnt ist (und als teilweise Jagdhund immer abhauen will), nimmt sie mich mit im Schlepptau. Allerdings gebe ich zu, ich mache das auch ausgesprochen gerne. Schon Rex und ich haben immer solche Erkundigungen gemacht.



Ausruhen und Beobachten im Anschluss:






24 Mai 2016

Das Fest

Obwohl die Ueberraschungsparty eine Woche vorgezogen wurde, hatten wir genügend Zeit, um alles vorzubereiten. Zuerst machten wir am Freitag eine Fahrt ins 150 km entfernte Sudbury, wo man alle Zutaten in guter Qualität erhalten konnte. In unserer Stadt ist das etwas schwierig und so nutzen wir natürlich diese Ausrede, um wieder mal einen Ausflug zu machen. Wir verbanden diesen Tag mit einem Besuch in einem kleinen Restaurant, das Freunde von uns betreiben. Es sind Südamerikaner mit spanischen Wurzeln, die italienisch kochen. Eine gelungene Verbindung und die hausgemachte Lasagne dort "is to die for" (oder schlichtweg eine Wucht!).

Zurück daheim und nach stundenlangem Suchen in unseren Umzugskisten hatten wir alles Material beisammen und der Kochmarathon konnte beginnen. 
Zuerst kam der Geburtstagskuchen an die Reihe. Nicht unbedingt spanisch, dafür höchst erwünscht. Es ist ein Schokoladekuchen nach einem Rezept von meiner Cousine zweiten Grades. Man nehme:    (für meinen Kuchen nahm ich die dreifache Menge)

        100 g beste dunkle Schweizer Schokolade
        140 g geschälte, gemahlene Mandeln
        120 g Zucker
        100 g Butter
        3 Eier (geteilt)
        Paniermehl
        Puderzucker


Schoggi schmelzen und 


Butter, Zucker, Mandeln dazugeben. Abkühlen lassen und


anschliessend Eigelb unterrühren.


Eiweiss zu Schnee schlagen und vorsichtig unter die Masse ziehen.


Eine Springform leicht ausbuttern, mit Paniermehl bestreuen und den Teig einfüllen.


Bei 180 Grad 35 Minuten backen. Der Kuchen schmeckt zwei Tage später am Besten. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen.


Geröstete Haselnüsse für die Haselnusscreme (Natillas de Avellana) - mehr Bilder gibt es nicht davon :-)


Die Vorbereitung der Vorspeise: 
Pflaumen im Baconmantel auf Gemüse


Die gebratenen Pflaumen werden anschliessend im Gemüse mitgegart und nehmen ein umwerfendes Aroma an.


Von der zweiten Vorspeise (Crostadas mit Ziegenkäse überbacken) gibt es leider keine Bilder. Dazu gab es Sangria, von der auch die Fotos fehlen. Süffig war sie jedenfalls.


Die Dekoration wird zum Transport vorbereitet. Dazu der Bunsenbrenner für die Crema Catalana.


Der gedeckte Tisch, in den spanischen Flaggenfarben.


Wie immer in dieser Runde wird bei jeder Gelegenheit (d.h. vor, während und nach dem Essen musiziert).


Die fertigen Pflaumen auf dem Gemüsebett.

Und hier kommt die Hauptspeise: Paella


Das Geburtstagskind beim Schöpfen...


Zum Abschluss: Crema Catalana, hier noch ohne Zuckerkruste


Der Geburtstagskuchen mit dem einen Kerzli, das sich einfach nicht ausblasen liess. Warum? Weil der eigentliche Geburtstag erst am Mittwoch danach ist...


Und dann wurde wieder bis weit in die Nacht musiziert.


Am Tag danach, Restenverwertung: Leckere Muschelsuppe mit dem Restgemüse der Pflaumenvorspeise. Mmmmmh!


Und heute? Da sind wir zum Bauern nur ein paar Kilometer von unserem neuen Zuhause und haben uns grüne Spargeln geholt, frisch vom Feld. 


Leider kennt man die weissen Spargeln hier in Nordontario praktisch nicht. Aber die Grünen sind auch supergut!


Nein, wir vermissen das Camp-Leben überhaupt nicht!


18 April 2016

Maple Syrup and Bluegrass

Am Sonntagnachmittag brauchten wir dringend eine Pause von der momentanen Tätigkeit (darüber berichte ich später). So kam uns die Einladung zu Maple Syrup und Bluegrass gerade Recht. Zwei Mitglieder der Band vom September zeigten uns ihre Ahornsirup-Produktion. Es waren die letzten Flaschen, die noch geleert wurden, denn die Bäume brauchen ihre Energie jetzt für die Blattproduktion. Das Wetter war wie aus dem Bilderbuch, die Temperaturen knapp unter zwanzig Grad. Und so ging's:

Auf zum Saft einsammeln:


Der Flascheninhalt wird in einen Kübel umgefüllt.


Jeder geeignete Ahornbaum ist angezapft worden und der Saft fliesst in die umfunktionierte Wasserflasche. 
Dieser Saft wird von Hand eingesammelt.


Der gesammelte Saft wird in eine Flasche umgeleert. 
So hat man eine genaue Uebersicht der Menge.


Die vollen Flaschen kommen zum Sugar-Shack.


Der Saft wird durch ein Filtertuch geleert, um allfälligen Schmutz zu entfernen.
Man beachte die originelle Tassensammlung...


Das älteste Familienmitglied (90 Jahre) ist zuständig für das Feuer. Hier füttert er gerade den Holzofen. Im flachen Becken köchelt der Ahornsaft leise vor sich hin. In den Behältern darauf und daneben wird der Ahornsaft angewärmt und nach und nach dem Hauptbehälter zugeführt.


eine gelungene Konstruktion


Ganz genau wird Buch geführt... 
auf der Wärmeschutzplatte an der Wand.


Inzwischen haben es sich im Eingangsbereich die Bluegrass-Spieler gemütlich gemacht, spielen und singen ein Stück nach dem anderen.


Es sind alles alte Freunde und man sieht, wie sie das Zusammenspielen geniessen, genauso wie die ZuhörerInnen. Bei diesen handelt es sich bis auf Marcel und mich um die Partnerinnen der Musiker. Eine gemütliche Runde...


Das Markenzeichen eines Musikers:
Er spielt nie ohne seine roten Socken!


Die ganze Ahornsirup-Kocherei dauert mehrere Wochen, nämlich genau so lange, wie der Saft läuft. Jedes Jahr ist das verschieden lang. Warme Tage (knapp um oder über den Gefrierpunkt) und kühle Nächte (unter-Null Temperaturen) sind ideal für die Ahornsirup-Kocherei. Unzählige kleine Familienproduktionen gibt es in der Region. Das Feuer im Herd muss praktisch ohne Unterbruch am Laufen gehalten werden. Ohne die Hilfe von Familie und Freunden geht das fast nicht. 

Gegen Abend gab es dann für die ganze Truppe Waffeln mit gebratenem Speck, Würstchen, Fruchtsalat und natürlich Unmengen von Ahornsirup. Zur Krönung des Tages durfte jedes Paar ein Glas von diesem köstlichen Saft mit nach Hause nehmen.

Ein unvergessliches Erlebnis!