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28 Juni 2016

Seerundfahrt

Unser Motörli ist repariert, das Wetter könnte auch nicht besser sein und so haben wir gestern früh wieder einmal einen Versuch gestartet, den See zu umrunden. Und diesmal hat uns der 39 Jahre alte 2,5 HP-Motor nicht im Stich gelassen. Beim letzten Mal hatte er ja nach ein paar hundert Metern abgestellt (die Kühlung funktionierte nicht, weil der Impeller defekt war) und wir mussten heimrudern.

Einmal den See umrunden dauert bei sehr langsamem Dahintuckern etwa ein-einhalb Stunden. Schneller will man auch nicht fahren, denn es gibt viel zu entdecken und der Motorenlärm hält sich so in Grenzen.

Wenn wir vom Haus Richtung Osten starten, fahren wir an unseren fünf Nachbarn vorbei und dann ist erstmal Schluss mit Häusern. Wunderschön. In der folgenden Bucht haben wir zwei Loon gesehen, einen Fischreiher und vermutlich einen Kranich. Die Loon waren zu weit weg und ich hatte nur das Smartphone mit dabei.

wenn man genau schaut, sieht man sie doch :-)


Der Fischreiher steht im Schilf am linken Bildrand:


Dann flog er davon und setzte sich auf den dürren Baum in der Bildmitte. Nein, er sitzt nicht ganz oben auf der Spitze, das ist der Kranich, er sitzt genau in der Bildmitte, auf dem gleichen Baum mit blauem Himmel im Hintergrund...


Wir verliessen die Bucht und fuhren südwärts, an drei grossen Häusern vorbei. Eines soll einen Helikopter-Landeplatz haben. Südwestlich folgte die nächste Bucht, mit einem einzigen alten kleinen Cottage, das vermutlich nur per Boot zu erreichen ist. Hier ist es sehr felsig. Wir wunderten uns, wie wohl diese grossen runden Steine auf das Ufer zu sitzen kamen. Vermutlich durch das Eis im Winter hochgedrückt? Diese Bucht ist praktisch alles Crownland, d.h. das Land dahinter gehört uns allen.



Familie Biber hat sich ein grosses Haus links vom Felsen gebaut:


Nun verlassen wir die Bucht und blicken Richtung Westen. Ein Felshügel prägt das Bild. Ob es da einen Weg hinauf gibt? Das muss ich noch herausfinden.


Noch ein Blick auf den Berg. Irgendwo am rechten Bildrand wohnen wir:


Unser Haus liegt etwas links vom weissen Punkt (ein Boot). Links um die Ecke liegt der grössere Teil des Sees, rechts um die Ecke die einsame Bucht:


Dann war leider der Akku vom Telefon leer... Wir sind weiter Richtung Südwesten getuckert und haben uns die weiteren drei Seitenbuchten mit den vielen Häusern und Cottages angeschaut. Es gibt alles, was man sich wünschen kann. Einen Nachteil haben sie alle: Sie haben private Zufahrtsstrassen, die selber unterhalten werden müssen. Das ist vor allem im Winter nicht immer einfach. Unsere Lage hingegen ist geradezu ideal. Wir wohnen am Ende der einzigen Strasse, die von der Gemeinde unterhalten wird. Aber das war ja mit ein Grund, weshalb wir dieses Haus wählten.

Auf dem Rückweg begutachteten wir noch den ultimativen "Fishing Spot", damit Marcel bald beginnen kann, unser zukünftiges Essen zu fangen... Liegt gar nicht weit von uns weg.

Erdbeerli mit Chrönli

Das muss ich noch schnell zeigen. Heute ging ich nämlich nochmals Erdbeeren pflücken. Die Reihe, die mir zugewiesen wurde, brachte Riesenprachtsexemplare von Erdbeeren hervor, sogar mit Zugabe. Als Vergleich dazu ein normal grosses und perfekt geformtes Erdbeerli, wie man sie in den Verkaufsläden findet:



27 Mai 2016

Spring has sprung

Ja. Es ist definitiv Frühling geworden, eigentlich schon fast Sommer. Die Natur explodiert förmlich. Unser Garten wuchert fröhlich vor sich hin, denn wir sind immer noch mit Auspacken und Einrichten beschäftigt. Hier ein paar Impressionen:

die einzigen zwei Tulpen im ganzen Garten


ein Pflänzlein behauptet sich vor der Eingangstüre


die Wildrosen brauchen dringend etwas Pflege


die im letzten Jahr noch umgepflanzte Goldmelisse (beebalm) entwickelt sich prächtig


bald gibt es Walderdbeerli (falls mir die Chipmunks nicht zuvorkommen)


diese Kugeln werden zu


diesen kleinen Schönheiten


die gibt es wohl überall auf der Welt


im Urzustand


Meine Schlüsselblüemli, die einzige Pflanze, die ich diesen Frühling noch im Camp ausgraben konnte. Sie wachsen momentan in einem Plastikeimer, bis ich den idealen Platz für sie gefunden habe.


dieses Dickicht werden wir wohl bald etwas lichten müssen, denn ich will doch, dass ich den See seh...


***

Am letzten Donnerstag haben wir dem Dump (unserer Abfallstelle) wieder einmal einen Besuch abgestattet. Auf dem Rückweg, ganz nah wo wir beim letzten mal den Bären gesehen haben, wollten wir diese Naturschönheit etwas genauer betrachten (den grauen Fleck in der Bildmitte, linkes Viertel):


da sind wir schon etwas näher dran


ein wunderschöner kleiner Wasserfall


verwunschen mitten im Wald


erinnert mich ein wenig an den Rheinfall en miniature


interessante Wurzellandschaften


Unterschlupf für viele Tiere


dieser Baumstamm liegt schon lange hier


keine Ahnung, weshalb die Wurzeln so freiliegen
sie sind wunderschön, wie poliert


***

Inzwischen Zuhause:
die gefiederten Besucher haben unsere Bar gefunden

yellow-rumped warbler (Kron-Waldsänger)


evening grosbeak (Abendkernbeisser)


rose-breasted grosbeak (Rosenbrust-Kernknacker), der jedoch partout seinen roten Bauch nicht fotografiert haben wollte


pine grosbeak (Hakengimpel)


spruce grouse (Tannenhuhn)
Das ist uns in die Scheibe geflogen und hat es leider nicht überlebt. Wir haben es begraben (wohl wissend, dass andere Menschen diese Vögel jagen und essen).


***

Und im Haus? Da sieht es immer noch ein wenig chaotisch aus. Die Bauernbetten warten auf die Montage.


die antiken Gläser werden endlich ausgepackt und abgewaschen


die von den Tanten geerbten Silberstücke müssen dringend poliert werden


ein guter Wein muss für diese Karaffe noch gefunden werden





20 Mai 2016

Ein Meer

von Trillium zum Wochenende. Faszinierend und unglaublich.




eine burgunderfarbene behauptet sich mittendrinn




Und nein, man darf sie nicht pflücken oder versetzen, sie ist geschützt. Wenigstens habe ich meine burgunderfarbenen im Garten. Eigentlich gefallen mir die sowieso besser. Weisse würde ich aber auch nehmen. (Lange habe ich es trotz diesem Anblick hier nicht ausgehalten. Zu den Hunderten von Trillium gesellten sich Millionen von Blackflies. Ich werde bald mein Bugshirt hervorsuchen müssen.)

Viel Zeit für die Natur habe ich im Moment grad nicht. Wir stör-kochen für eine Ueberraschungsparty am Sonntag mit 20 Gästen, Motto Spanien. Muss noch ein paar Dinge zusammensuchen aus unseren unausgepackten Kisten. Darüber bald mehr.


18 Mai 2016

Weitere Entdeckungsreise

Auch heute ging ich auf Entdeckungsreise. Zuerst jedoch holte ich unseren Tagesgast ab. Ihre Besitzerin musste dringend weg und da wir nur noch 20 km voneinander weg wohnen, war das keine grosse Sache. Bybe kam einfach zu uns und kam mit Begeisterung mit auf meinen Rundgang.


Dazu muss ich noch Folgendes erwähnen. Unser Grundstück hat eine sehr aussergewöhnliche Form, die am Besten mit einem altmodischen Telefonhörer zu vergleichen ist. Unten ein grosses Stück Land, oben ein grosses Stück Land und dazwischen am hinteren Ende ein zehn Meter breites und über dreihundert Meter langes Verbindungsstück (das sich mitten im Wald befindet). Die vordere Verbindung der beiden Stücke ist unsere öffentliche Zugangsstrasse, die beim unteren Teil des Grundstückes zu einer Privatstrasse (Sackgasse) wird und durch das Stück beim See mit dem Haus weiterführt zu vier Nachbarn. Alles klar? Spielt auch keine Rolle. Jedenfalls wollte ich das obere noch unbekannte Stück Land erkunden und den zehn Meter breiten Streifen irgendwie finden. Es soll da Wege geben, habe ich schon gehört...

Beim Gehen auf der Strasse schaute ich mir ein Schild genauer an, das mir beim Vorbeifahren immer aufgefallen ist, das ich jedoch nie lesen konnte. Das Schild amüsiert mich, ich habe tatsächlich mehr Angst, einem Bären als diesem Killer-Aussie zu begegnen... :-)... und ich bin schon froh, dass ich Bybe dabei habe, aus demselben Grund.


Kurz nachher sind wir bei unseren Briefkästen und der Hauptstrasse angekommen. Dahinter befindet sich unser zweites Stück Land, alles Wald.


Mutig betrete ich den Wald und finde gleich dieses Schmuckstück, eine alte Holzofentüre, sehr dekorativ...


Und dann gibt es viel Aufräumarbeiten für Marcel und seinen Traktor. Das Holz sieht ziemlich verrottet aus, ob man es wenigstens noch für ein Campfeuer brauchen kann?


Einen Weg habe ich gefunden und auch das "No Trespassing" Schild, das wir letzten Herbst aufgestellt haben:


Nun weiter auf völlig unbekannten Wegen... ob dieser imposante Felsen noch auf unserem Stück Wald liegt?


Der Weg wird ziemlich matschig. Die Pfützen müssen wir irgendwie umgehen.


Bybe findet es ausgesprochen spannend. Welcher Hund würde das nicht?


Dann wird es wieder trockener und ich finde viele dieser niedlichen Blümlein. Für einmal interessiert mich der Name (noch) nicht.


Hier erblicke ich das Haus der Nachbarn, das von unserem Grundstück und der Strasse umschlossen ist. Das Haus ist von der Strasse überhaupt nicht zu sehen. Es ist ziemlich gross. Ich glaube, ich werde den Nachbarn bald einen Vorstellungsbesuch machen.


Plötzlich kommt eine schöne Lichtung und der Wald scheint irgendwie aufgeräumter. Ob ich aus Versehen bei einem Nachbarn gelandet bin?


Ueberall hängen kleine rosarote Plastikbändel. Ich merke, sie markieren Wege. Das gibt mir ein wenig Sicherheit, denn in Canada kann man sich in solchen Wäldern schnell verirren. Wenn die Bäume bereits Blätter tragen würden, hätte ich dieses Abenteuer nicht einfach so gewagt, obwohl ich behaupte, dass ich einen ziemlich guten Orientierungssinn habe...


Nachdem ich einen so markierten Weg wieder zurückgegangen bin und eine andere Richtung eingeschlagen habe, sehe ich plötzlich eine schmale Naturstrasse und ein ofenähnliches Gebilde, das mir bekannt vorkommt...


Und tatsächlich, meine Rechung ist aufgegangen, hier ist unser Haus vom hinteren oberen Ende des unteren Grundstückteils gesehen. Ich bin erleichtert und auch ziemlich stolz, dass ich gleich beim ersten Mal mein Ziel so gut getroffen habe. 


Marcel hat unterdessen begonnen, den unzähligen Himbeerstauden den Garaus zu machen. Ich muss ihm unbedingt helfen.