29 Juni 2015

Diebischer Untermieter

Bei uns ist unter dem Gartenhäuschen ein neues Viech eingezogen. Ein Groundhog, der wahrscheinlich von einer Familie aus dem Park stammt. Die haben sich so vermehrt, dass sich die Jungen neue Unterkünfte suchen müssen. So stelle ich mir das wenigstens vor.

Und was macht der freche Kerl? Frisst meinen Garten! Wohlweislich habe ich die Gewürze, den Peterli, den Mangold, den Kale etc. in Töpfe gepflanzt und die Töpfe AUF einen TISCH gestellt. Wie dieses blöde Viech da rauf gekommen ist, bleibt mir ein Rätsel. (Allerdings habe ich einen Blumentopf mit Erde direkt neben dem Tisch stehen gelassen und den hat er vermutlich als Treppe benutzt...)


Und das Wahnsinnige: Als ich eine Stunde früher da vorbei ging, war noch alles dran. Ich musste in die Lodge für ein paar Telefons und als ich wieder raus kam, um im Garten weiter zu arbeiten, sahen meine Töpfe so aus:


Swiss Chard (Mangold) - angefressen


Peterli, bis auf die Störzel - ganz gefressen


die zweite Peterlipflanze - gleiches Schicksal


Basilikum - halb gefressen (vermutlich bin ich gerade da wieder um die Ecke gekommen...)

Jetzt gibt es nur noch Eines: Die Lebendfalle wird eingesetzt und dem Groundhog blüht das gleiche Schicksal wie den Eichhörnli im letzten Winter... Habe ich schon erwähnt, dass wir diesen Sommer fast keine Eichhörnli haben? :-))


28 Juni 2015

Abgeschlichen

Oft haben wir es nicht gemacht bis jetzt, aber gestern Abend musste es sein..., dass wir das volle Camp einfach im Stich gelassen und uns für ein paar Stunden von dannen geschlichen haben. Und das kam so:

Vor ein paar Tagen lernten wir einen Canadier mit deutschen und schweizerischen Wurzeln kennen. Er ist Canadier in der dritten Generation. Das ist ja noch nichts Spezielles, aber wir erfuhren, dass er Bluegrass-Begeisterter ist und selber seit Jahren in verschiedenen Bands Banjo spielt. Der Zufall wollte es, dass in unserem Dorf ein Fundraiser stattfand, um den Veteran's Club zu unterstützen. Dieser Club ist eigentlich mehr oder weniger unsere Dorfbeiz und ursprünglich ein Club für pensionierte Militärs. Solche Clubs gibt es in praktisch jedem Dorf. Der Vorteil, die Preise sind tief, mitmachen kann jeder und oft sind diese Lokale die einzige Vergnügung im Dorf. So auch bei uns und wie oft mit solchen Lokalitäten, schrammen sie immer knapp an der Schliessung vorbei, weil einfach nicht genug Gäste kommen. Das Personal sind meistens Freiwillige und ohne die unentgeltliche Unterstützung dieser Dorfbewohner wäre der Laden schon längst zu. Gestern nun fand also ein Anlass statt, um die Kasse wieder mal etwas zu füllen und unser Bekannter war Gastspieler in einer Countryband, die da auftrat.

So sind wir zum allerersten Mal, seit wir hier wohnen, an eine Veranstaltung in den Vet's Club gegangen und es "hätt gfäged".


Der krönende Abschluss war dann noch, dass ich unter der Verlosung der Eintrittsbillette den einzigen Preis gewann, das hier:


Marcel findet es natürlich umwerfend komisch und ich habe mir vorgenommen, endlich mit (m)einer Bohrmaschine umgehen zu lernen!

PS. Uebrigens ist die Distanz vom Camp zum Vet's Club im Dorf etwa 23 km - ein Weg. Unsere Ausflüge ins "Dorf" haben Seltenheitswert, liegt doch North Bay (wo wir einkaufen) in der entgegengesetzten Richtung.


26 Juni 2015

No-see-ums

Eine andere Plage ist auf ihrem Höhepunkt. Die No-see-ums sind aktiv. Es gibt viele verschiedene Sorten dieser Viecher. Die einen beissen wie blöd und die anderen fliegen einfach nur herum. Eine Art tritt jeweils Ende Juni / anfangs Juli für ungefähr zwei Wochen auf. Das absolut Doofe an ihnen ist: Sie werden vom Licht magisch angezogen und passen durch die Fliegengitter. Natürlich würde man da einfach die Fenster schliessen. Jetzt ist das aber so, dass im Campingplatz die Fenster für die Lüftung in WC und Dusche offen bleiben müssen. Man könnte sie jeden Abend beim Eindunkeln schliessen und am Morgen wieder öffnen. Könnte frau...

Ich habe schon Anschläge gemacht und die Camper gebeten, die Fenster am Abend zu schliessen und morgens wieder zu öffnen. Funktioniert nicht. Oder ich gehe am Abend runter und schliesse die Fenster... und gehe am Morgen wieder runter und öffne die Fenster... Nun habe ich noch ein paar andere Dinge zu tun und denke oft nicht daran. Es ist ja nur für eine kurze Zeit, mehr oder weniger zwei Wochen.

Wie dem auch sei, am letzten Montag musste Marcel früh am Morgen eine Wasserprobe im "Showerhouse" holen und meldete mir, dass die ganzen Räume voller (nicht beissender) No-see-ums seien. Durch das Licht angezogen, sind sie nachts reingekommen.

Ich also mit einer Spraydose mit Insektengift bewaffnet, sprühe die beiden Räume ein. Damit es auch sicher wirkt (und ich denke, das sprüht aber gar nicht stark), geb noch eine Ladung drauf und verlasse die Räume, um die Sache wirken zu lassen.

Irgendwie bin ich dann erst am nächsten Tag dazugekommen, die Leichen aufzuwischen. Mich hat fast der Schlag getroffen! Da konnte man nur mit dem Staubsauger aufräumen. Eine gefühlte Million eingesaugter Tiere später (tatsächlich waren es nur etwa zwei Mal 50'000) blieb mir nur noch übrig, den Boden feucht aufzunehmen und von den Sprayresten zu befreien. Die Wände, leicht schwarz gepunktet, muss ich bei nächster Gelegenheit auch runterwaschen. Ob ich jetzt doch lieber zwei Mal mehr pro Tag runtergehen soll, um die Fenster zu schliessen, respektive zu öffnen?...


PS. die beschriebenen Biester sind nicht zu verwechseln mit den Sandflies. Die sind auch schon aktiv und beissen vorwiegend abends nach dem Eindunkeln, so quasi wenn die Moskitos und Blackflies schlafen gehen...


25 Juni 2015

Mordgedanken

kommen unweigerlich auf, wenn ich das hier sehe:



Die Blütenknospen, einfach abgefressen!

Ich wünsche mir endlich die Füchse zurück. Aus Erfahrung weiss ich, dass es auch gar nicht mehr lange dauert, denn die wollen immer auch frisches lebendiges Futter. Die vielen Jahre hier haben mich gelehrt, dass die Hasenpopulation ungefähr alle sieben Jahre den Höchststand erreicht und dann kommt Meister Reinecke und räumt auf. Hoffentlich findet er, oder noch besser Frau Reinecke, bald wieder den Weg zu uns. Das alte weisse Cottage, unter dem die Familie das letzte Mal wohnte, steht noch. Und die Groundhogs, dir zur Zeit da wohnen, kann er/sie ja schnell vertreiben auffressen.


24 Juni 2015

Knall! Zack! Bumm!

Versunken im Lesen von Blog-Geschichten, haut mich der Lärm fast vom Stuhl. Was ist denn in der Küche los? Dieser laute Knall wie von einer Explosion!

Und dann kommt es mir in den Sinn: Es ist unsere Eismaschine, die wieder läuft und wunderschöne, klare, kühle Eiswürfel für die Campinggäste produziert. Sobald eine Ladung fertig gekühlt ist, fliegt die Eisplatte in das Haltebecken und zerfällt in die einzelnen Eiswürfel. Dieser Sound wird uns nun den ganzen Sommer über begleiten und wir hören ihn (aus lauter Gewohnheit) schon bald nicht mehr.



Die Eiswürfel füllen wir in handliche Säcke ab und lagern sie in der Tiefkühltruhe. Hoffentlich wird es bald wärmer und wir bringen die Ware an den Mann oder die Frau. Ich brauche bald Platz für Erd- und sonstige Beeren.



23 Juni 2015

Siamesische Zwillinge

Gestern nach dem Einkauf einer Ladung Kirschen


frage ich mich unweigerlich: Ob sie in Selah, Washington, USA wohl ein Atomkraftwerk in der Nähe haben?...


21 Juni 2015

Abendspaziergang zur Sonnenwende

Schnell auf eine Runde, bevor der nächste Regen kommt:


 Lupinen


daraus wird im Sommer mein Cassisliköör


Vergissmeinnicht, ganz versteckt


Iris


Diese Pflanze kenne ich immer noch nicht, sie wuchert richtiggehend in unserem Bord. Es sei aber nicht poison ivy - wurde mir versichert...


Akelei


Mini-Dahlie, überwintert vom letzten Sommer


duftende Buschrose, frisch verregnet


Tagetes, sollen gut sein gegen Moskitos
(davon bräuchte ich grad Felder voll...)


kriechender Thymian, frisch blühend


vom Rasenmäher verschonte Margeriten


die gelben Taglilien, 
bald werden auch die orangen blühen


Flechten (Fruticose Lichens)


Isländisch Moos, auch eine Flechtenart


weiches, grünes Moos, eingebettet in den Sockel, 
der das Eingangsschild trägt


Im Wald gibt es unzählig verschiedene, sehr faszinierende Moosarten. Irgendwann werde ich dazu auf Fototour gehen.


Und zum Schluss: Bald beginnt der Frauen-Fussballmatch Schweiz-Canada. Wer immer die meisten Tore schiesst: WIR gewinnen auf jeden Fall :-D  Eigentlich schauen wir nie Fussball, aber heute machen wir eine Ausnahme.


20 Juni 2015

Der Einmal-im-Jahr-Sonntagskuchen inklusive Samstagskuchen

Abgeschaut habe ich ihn hier. Aber dann musste ich warten, bis mein einziger, in sandiger Erde wachsender Rhabarberstock endlich genug Stangen hergab, damit ich die 250 g für den Kuchen zusammenbrachte. Kaufen wollte ich sie nicht, im Laden kosten sie im Moment - und das ist sehr günstig - $ 2.99 pro Pfund ($ 6.60 pro kg). Aber in Nordontario ist Rhabarber nicht so häufig anzutreffen. Also machte ich mich an die meditative Arbeit des Kuchenbackens:







Das Endprodukt:


schmatz, schmatz, schmatz...
Als es zehn Minuten später so aussah:


und wir uns erinnerten, dass in unserem Haushalt jemand Rhabarber eigentlich gar nicht verträgt, und als ich zudem unten auf dem Rezept las: "Statt Rhabarber Aepfel verwenden", war sofort klar, ich starte gleich nochmals einen Teig und fülle ihn damit:


Das Ergebnis war dann so:


Und weil der Kuchen so gut schmeckt, habe ich beschlossen, dass mein Rhabarberstock noch dieses Jahr in bessere Erde und an einen geeigneteren Ort umgepflanzt wird. Dazu wird mein letztjähriger Kompost dran glauben müssen, damit ich im nächsten Jahr Rhabarberstangen für mindestens ZWEI Kuchen habe. Jawohl!


Uebrigens: Bei uns werden die Kuchen meistens in Portionen geschnitten und eingefroren. So halten sie länger :-) und wir müssen uns nicht nur von Kuchen ernähren. Zudem ist es sehr praktisch, bei süssen Gelüsten hausgemachte Kuchenstücke hervorzaubern zu können.


19 Juni 2015

Vodka-Missbrauch

Nein, es ist nicht, was sich der geneigte Leser oder die Leserin jetzt denkt. Denn der Vodka wird in diesem Fall nur äusserlich angewandt.


Schon eine Weile bin ich auf der Suche nach einem umweltfreundlichen und hautschonenden Moskito- und Blackfly-Abwehrspray. Die chemischen Keulen mit Deet will ich möglichst nicht anwenden. Im Internet bin ich auf das erfolgs-versprechende Rezept gestossen, mit ganz bestimmten Pflanzen (vor allem Kräutern) und Vodka meinen eigenen Spray herzustellen. Eigentlich müsste man die Pflanzen in einem Mörser zerstossen, um die Oele freizusetzen und dann mindestens 12 Stunden in Vodka ziehen lassen. 

Ich habe nun eine Abkürzung genommen und im Health-Food-Store (so etwas wie ein Reformhaus) die entsprechenden ätherischen Oele gekauft. Nun ist die einzige Kunst, das in der richtigen Form zu mischen. Der erste Versuch scheint nicht mal so schlecht zu sein. Ich wagte mich heute nämlich ohne Bugshirt nach draussen zum Rasenmähen.


Falls es mit der Mischung doch nicht ganz klappen sollte, kann man die ganze Sache immer noch trinken...


18 Juni 2015

Lebensweisheit



If your dreams don't scare you 
they are not big enough

(daran werde ich mich erinnern, 
wenn ich mal wieder nicht schlafen kann)


17 Juni 2015

Telefonitis

Gestern wollte ich eigentlich draussen arbeiten. Rasenmähen, jäten, im Loghaus die Scheiben putzen. Wollte ich. Eigentlich.

Stattdessen sass ich drinnen am Telefon, besprach Anrufbeantworter, wartete auf Rückrufe (die nicht kamen), rief wieder an, sprach zwischendurch mit jemandem, wurde weiterverbunden, wartete wieder, besprach einen weiteren Telefonbeantworter, usw. - ein unendlicher Kreislauf.

Am Abend war ich:

     a) immer noch nicht draussen gewesen
     b) der Rasen war natürlich nicht gemäht
     c) das Gejät tummelte sich weiter im Garten
     d) die Scheiben waren auch noch nicht sauber

und ich ziemlich frustriert und unzufrieden. Aber immerhin hatte mein Arbeitsplatz diese Aussicht:

übrigens, links im Bild... meine Amaryllis macht schon wieder eine Blume, die alten Blüten sind erst grad verblüht und schon wieder will sie's wissen

Und hier noch die Aussicht ohne störendes Fenster:


Schön, nicht? Solche Ausblicke stellen einem dann ganz schnell wieder auf!


16 Juni 2015

Gefunden


Nach mehreren Jahren habe ich endlich wieder einen robusten vierbeinigen Wanderpartner gefunden. Es ist Sadie, der Hund von Freunden, eine zweijährige Labrador-und-irgendeine-Jagdhunde-Mischung, kraftvoll, ungestüm, verspielt und fast nicht zu bremsen. 

Sie ist zwar meistens nur am Wochenende hier im Camp und das macht es etwas schwierig für lange Touren. So gehen wir bis jetzt nur frühmorgens auf einen gemeinsamen ausgiebigen Spaziergangrun. Sie muss noch viel lernen und vor allem müssen wir uns aneinander gewöhnen. Es macht jedoch viel Spass, endlich wieder längere Touren in einem guten Tempo unternehmen zu können. Ich merke erst jetzt, wie sehr mir das in den letzten Jahren gefehlt hat - und erinnere mich wieder, wie Rex viele, viele Jahre lang der ideale Begleiter im Busch gewesen ist...

Uebrigens: Das Bugshirt (Fliegenhemd), die Handschuhe und die unten zugebundenen Hosen sind immer noch ein absolutes Muss für mich, vor allem im Busch. Für Sadie brauche ich dringend einen tierfreundlichen Schutzspray. Solange wir nicht ein paar wirklich heisse, trockene Tage am Stück haben, werden die kleinen Biester (Blackflies und Moskitos) nicht verschwinden.


14 Juni 2015

Ferien am See

Eigentlich sieht es nicht nach viel aus von hinten...


unser Cedar Cottage am See. Aber die Aussicht von der mit Fliegengitter geschützten Veranda ist grandios:


Da kann es schon geschehen, dass einem ein Biber vor der Nase rumschwimmt. Enten sowieso. Vielleicht verirrt sich auch mal ein Waschbär oder ein Reh vor die Aussicht. Mit eigenem Sandstrand und schattigen Bäumen lässt es sich hier aushalten.


Und sollte es mal regnen, bietet es innen genügend Platz zum Verweilen. Mit zwei Schlafzimmern ist es ideal für die kleine Familie.




Inzwischen sind die ersten Gäste eingetroffen, eine Familie aus Alberta (Westcanada), die in der alten Heimat Ferien macht. Die nächsten Monate sind die Betten gut gebucht, sei es für ein Wochenende, ein paar Tage oder eine ganze Woche.

Dieser Gast hat sich nicht in der Adresse geirrt. Die Monarchfalter haben das Zuckerwasser der Kolibri entdeckt. Es ist lustig zu beobachten, wie die beiden Tiere Respekt voreinander haben. Von der Grösse her sind sie etwa gleich, aber die Kolibri lassen sich mit Düsenjäger vergleichen und die Monarchfalter eher mit einem Segelflugzeug. Bilder zu machen schaffe ich nicht, dazu bewegen sich dann beide Tiere doch zu schnell.