Am Sonntagnachmittag brauchten wir dringend eine Pause von der momentanen Tätigkeit (darüber berichte ich später). So kam uns die Einladung zu Maple Syrup und Bluegrass gerade Recht. Zwei Mitglieder der Band vom September zeigten uns ihre Ahornsirup-Produktion. Es waren die letzten Flaschen, die noch geleert wurden, denn die Bäume brauchen ihre Energie jetzt für die Blattproduktion. Das Wetter war wie aus dem Bilderbuch, die Temperaturen knapp unter zwanzig Grad. Und so ging's:
Auf zum Saft einsammeln:
Der Flascheninhalt wird in einen Kübel umgefüllt.
Jeder geeignete Ahornbaum ist angezapft worden und der Saft fliesst in die umfunktionierte Wasserflasche.
Dieser Saft wird von Hand eingesammelt.
Der gesammelte Saft wird in eine Flasche umgeleert.
So hat man eine genaue Uebersicht der Menge.
Die vollen Flaschen kommen zum Sugar-Shack.
Der Saft wird durch ein Filtertuch geleert, um allfälligen Schmutz zu entfernen.
Man beachte die originelle Tassensammlung...
Das älteste Familienmitglied (90 Jahre) ist zuständig für das Feuer. Hier füttert er gerade den Holzofen. Im flachen Becken köchelt der Ahornsaft leise vor sich hin. In den Behältern darauf und daneben wird der Ahornsaft angewärmt und nach und nach dem Hauptbehälter zugeführt.
eine gelungene Konstruktion
Ganz genau wird Buch geführt...
auf der Wärmeschutzplatte an der Wand.
Inzwischen haben es sich im Eingangsbereich die Bluegrass-Spieler gemütlich gemacht, spielen und singen ein Stück nach dem anderen.
Es sind alles alte Freunde und man sieht, wie sie das Zusammenspielen geniessen, genauso wie die ZuhörerInnen. Bei diesen handelt es sich bis auf Marcel und mich um die Partnerinnen der Musiker. Eine gemütliche Runde...
Das Markenzeichen eines Musikers:
Er spielt nie ohne seine roten Socken!
Die ganze Ahornsirup-Kocherei dauert mehrere Wochen, nämlich genau so lange, wie der Saft läuft. Jedes Jahr ist das verschieden lang. Warme Tage (knapp um oder über den Gefrierpunkt) und kühle Nächte (unter-Null Temperaturen) sind ideal für die Ahornsirup-Kocherei. Unzählige kleine Familienproduktionen gibt es in der Region. Das Feuer im Herd muss praktisch ohne Unterbruch am Laufen gehalten werden. Ohne die Hilfe von Familie und Freunden geht das fast nicht.
Gegen Abend gab es dann für die ganze Truppe Waffeln mit gebratenem Speck, Würstchen, Fruchtsalat und natürlich Unmengen von Ahornsirup. Zur Krönung des Tages durfte jedes Paar ein Glas von diesem köstlichen Saft mit nach Hause nehmen.
Ein unvergessliches Erlebnis!