27 April 2016

Auch am neuen Ort...

gibt's Blüemli. Ich bin ja gespannt wie ein Flitzbogen, was der Garten hergibt. Die letzten elf Jahre wurde alles etwas vernachlässigt und ich werde viel zu tun haben, um meine Vorstellungen zu verwirklichen. Toll, dass es ganz in der Nähe eine Gärtnerei gibt, die auf einheimische Pflanzen spezialisiert ist. Das wird bald mein Schlaraffenland werden... Und das Beste ist, sie haben unseren Garten damals vor 27 Jahren angelegt, können mir also Auskunft geben, wie es eigentlich aussehen sollte oder mal ausgesehen hat.

Die ersten Krokusse habe ich entdeckt:



Das ist die Aussicht vom Lake House auf den gefrorenen See:


Das Haus steht viel näher am See als die Lodge am anderen See. Ganz neue und spannende Aussichten für uns. Ich konnte bereits einen Biber nahe am Ufer beobachten. Bevor der sich jedoch an unseren Bäumen gütlich tut, sagen wir ihm den Kampf an. Spannende Zeiten liegen vor uns.

Uebrigens zieht heute unser Internet um. Die Satellitenschüssel wird am neuen Ort montiert. Hoffentlich klappt alles, sonst wird es hier vielleicht etwas ruhiger für ein Weilchen...




26 April 2016

Uups...

Dem Gestell wurde schlecht... bis auf einen Lampenschirm ist alles heil geblieben.


Wir kommen ganz gut voran bisher. Noch neun Tage...


25 April 2016

Tausche Seesicht gegen Seesicht... Oder: 16 Jahre sind genug!

Nun kann ich die Katze endlich aus dem Sack lassen. Einige meiner Besucher hier haben ja schon davon erfahren:


Wir haben das Camp verkauft  und sind am Zügeln!

Und hier die Geschichte:

Es gibt Dinge, die kann man nicht steuern. Wie zum Beispiel meinen Kampf mit dem Traktor. Der Traktor hat gewonnen. Es geschah eine Woche nach meinem letzten Eintrag im September 2015. Wir waren am Holzen und irgendwie geriet mein linker Mittelfinger zwischen die Traktorschaufel und den Baumstamm. Autsch! Die Fingerspitze war völlig gequetscht und hing nur noch an einem Zentimeter am restlichen Finger (ein Bild davon erspar ich Euch lieber). Ich war überzeugt, dass das amputiert werden musste. Der Campingplatz war noch voll in Betrieb und so blieb Marcel hier. Ich wickelte Gaze und einen Plastiksack um die (zum Glück linke) Hand und fuhr die 36 km ins Spital. Dort wartete ich zwei Stunden und dann nähte eine Assistenzärztin den Finger wieder zusammen, irgendwie. Sie war so stolz auf ihr Werk, meinte jedoch, dass es das mit dem Nagel wohl gewesen sei. Nach zwei Mal röntgen - einmal vor und einmal nach dem Nähen - sah der zusammengefügte Knochen gut fixiert aus und ich fuhr mich am frühen Abend (nach einem Besuch in der Apotheke für Medikamente) wieder nach Hause. Nach zwei Tagen nochmals in die Stadt für den Verbandwechsel und dann ging praktisch nichts mehr für sechs Wochen. Der Bruch vom Finger musste heilen und die Haut wieder zusammenwachsen.

Heute, nach sieben Monaten ist der Nagel fast normal nachgewachsen und der Finger sieht aus wie früher, nur die Narben innen drin machen mir zu schaffen. Vermutlich sieht's da ziemlich verwurschtelt aus. Ein Wunder ist die Heilung auf jeden Fall.

Natürlich war es extrem mühsam, so ohne linke Hand und mit Schiene. Nichts mehr durfte ich: Holzen, Putzen, Haushalten, Gärtnern. So ein Unfall ist ja schon anderen Menschen passiert, aber wenn man nicht selber mal betroffen ist, weiss man gar nicht, wie sehr man mit einem verletzten Finger handikapiert ist. Es war schon toll, "nicht putzen zu dürfen", vor allem im Campground. Aber gemacht werden musste es trotzdem und es war mühsam. Die Herbst-Schlussarbeiten konnte ich nur notdürftig erledigen und musste Vieles auf den nächsten Frühling verschieben.

Für Marcel war es nicht einfach. Er hat mir viele Arbeiten abgenommen, war jedoch selber eingedeckt bis zum geht-nicht-mehr. Der Zwischenfall hat uns gezeigt, wie nah am Abgrund wir eigentlich operieren und wie schnell man aus der Bahn und ans Limit geraten kann. Wir machten uns mehr Gedanken, wie es für uns weitergehen soll. Da wir keine 30, keine 40 und auch keine 50 mehr sind, wurde uns bewusst, dass wir unmöglich das Camp noch lange so weiterführen konnten. 

Zudem hatten wir uns im Sommer ein Haus an einem anderen See gekauft mit der Absicht, es über den Winter zu renovieren und dann vielleicht zu vermieten. Anschliessend wollten wir das Camp zum Verkauf ausschreiben. Erfahrungsgemäss kann sich so ein Verkauf über Jahre hinziehen. Durch den Unfall merkten wir plötzlich, dass wir uns ein zu grosses neues Projekt angeschafft haben. Unmöglich konnten wir Haus und Camp gleichzeitig unterhalten, wir mussten das eine oder andere loswerden und das schleunigst. Wir sprachen mit unserer Maklerin und beauftragten sie, Haus und Camp zum Verkauf vorzumerken, allerdings nicht offiziell. Sie sollte einfach ihr Netzwerk spielen lassen. Und dann harrten wir der Dinge, die da kamen. Ab und zu gab es eine Besichtigung zum Haus, aber kein wirkliches Interesse. Es war etwas nervenaufreibend. Wir waren hüben wie drüben mit Schnee räumen beschäftigt, und das nicht zu knapp. Im Camp benutzten wir - das heisst Marcel - den Traktor mit dem Schneegebläse und beim Haus hatten wir unseren kleinen Snowblower stationiert. Dieses Gerät stand im Camp bisher mehr oder weniger nur herum, denn auf dem unebenen Gelände war es schwer zu bedienen.

Dann Ende Februar ein Telefon: Kann morgen das Camp besichtigt werden? Was?!! Nur einen Tag später? Unmööööglich, wir brauchen mindestens zwei Wochen, um es einigermassen präsentabel hinzukriegen. Gesagt, getan. Wir rotierten für zwei Wochen ganz schön. Zu allem hin wurde Frau Holle übermütig und wir erhielten innerhalb von sechs Tagen 90 cm Schnee, und das in vier Tranchen. So mussten wir also - nebst dem Aufräumen und Präsentieren - noch ausgiebig alle Wege schaufeln und schneeräumen, und nochmals, und nochmals und ja, nochmals! (Seither bin ich in Behandlung beim Chiropraktiker...)

Die interessierten Käufer kamen mit ihrem Agenten anfangs März. Sie blieben lange und schauten ausgiebig hinter und um unsere Schneeberge herum. Die Häuser waren ja kein Problem, aber draussen sah man ausser Schneehaufen wirklich nicht viel... Einen Tag später dann der Anruf, sie hätten alle anderen Campbesichtigungen auf Eis gelegt und wollten sich auf unseren Betrieb konzentrieren. Und dann kam es, wie es kommen musste: Zehn Tage später hatten wir einen unterschriebenen Verkaufsvertrag. Dann nochmals drei Wochen Zitterpartie, bis alle Konditionen erfüllt waren - Et voilà: Wir haben verkauft per 5. Mai 2016.

Das war der wichtigste Moment seit Langem. Zum Nachdenken blieb keine Zeit, denn wir haben nur sieben Wochen, um das Geschäftliche und Private voneinander zu trennen, unsere Siebensachen zu packen und unser Lebenswerk gegen das neue Heim am See einzutauschen. Das lässt sich nun ganz einfach so auf Papier (in den PC) schreiben. In Wahrheit ist es eine Riesenarbeit. Für mich begann eine Zeit der Nachtarbeit, weil ich nachts einfach am meisten Ruhe zum Packen habe. Tagsüber fahren wir in unser Haus und zügeln die gepackten Kisten, Körbe und Möbel. Mit Hilfe von Freunden und Familie schaffen wir es bestimmt, unser neues Haus zu renovieren und mit unseren tausend Habseligkeiten umzuziehen. Pünktlich am 5. Mai werden wir die Schlüssel an unsere Nachfolger übergeben.

Und nun gehe ich weiterpacken. Trailer-Ladung Nummer vier (oder ist es schon Nummer fünf?) steht auf dem Programm. Hier unsere neueste Errungenschaft: Sehr praktisch für dieses Unterfangen:



Noch etwas ganz Wichtiges zum Schluss: Alle Boy-Toys ziehen mit uns um, der Traktor, die Schneeschleuder, der Bagger, der Holzschnetzler, alle grossen Gartengeräte (bis auf den Sitzrasenmäher)... und ja, auch unsere Wundermaschine, der Holzprozessor kommen mit ins neue Daheim. Uns wird es bestimmt nicht langweilig werden... :-)



20 April 2016

Fast so schnell wie der Blitz

Es ist immer so. Sobald sich der Frühling entschliesst endlich bei uns aufzutauchen, geht es wie der Blitz.

Grünes Gras:


Sogar die ersten Krokusse sind da:


Die Tulpen wachsen kräftig mit:


Der See ist immer noch gefroren. Nur wo der Fluss reinfliesst, öffnet sich das Eis mehr und mehr. Ich bin ja gespannt, wann das Eis dieses Jahr verschwunden ist. Ob es zum ersten Mal für uns bis in den Mai dauert??...

Im Park sieht es noch so aus:




18 April 2016

Maple Syrup and Bluegrass

Am Sonntagnachmittag brauchten wir dringend eine Pause von der momentanen Tätigkeit (darüber berichte ich später). So kam uns die Einladung zu Maple Syrup und Bluegrass gerade Recht. Zwei Mitglieder der Band vom September zeigten uns ihre Ahornsirup-Produktion. Es waren die letzten Flaschen, die noch geleert wurden, denn die Bäume brauchen ihre Energie jetzt für die Blattproduktion. Das Wetter war wie aus dem Bilderbuch, die Temperaturen knapp unter zwanzig Grad. Und so ging's:

Auf zum Saft einsammeln:


Der Flascheninhalt wird in einen Kübel umgefüllt.


Jeder geeignete Ahornbaum ist angezapft worden und der Saft fliesst in die umfunktionierte Wasserflasche. 
Dieser Saft wird von Hand eingesammelt.


Der gesammelte Saft wird in eine Flasche umgeleert. 
So hat man eine genaue Uebersicht der Menge.


Die vollen Flaschen kommen zum Sugar-Shack.


Der Saft wird durch ein Filtertuch geleert, um allfälligen Schmutz zu entfernen.
Man beachte die originelle Tassensammlung...


Das älteste Familienmitglied (90 Jahre) ist zuständig für das Feuer. Hier füttert er gerade den Holzofen. Im flachen Becken köchelt der Ahornsaft leise vor sich hin. In den Behältern darauf und daneben wird der Ahornsaft angewärmt und nach und nach dem Hauptbehälter zugeführt.


eine gelungene Konstruktion


Ganz genau wird Buch geführt... 
auf der Wärmeschutzplatte an der Wand.


Inzwischen haben es sich im Eingangsbereich die Bluegrass-Spieler gemütlich gemacht, spielen und singen ein Stück nach dem anderen.


Es sind alles alte Freunde und man sieht, wie sie das Zusammenspielen geniessen, genauso wie die ZuhörerInnen. Bei diesen handelt es sich bis auf Marcel und mich um die Partnerinnen der Musiker. Eine gemütliche Runde...


Das Markenzeichen eines Musikers:
Er spielt nie ohne seine roten Socken!


Die ganze Ahornsirup-Kocherei dauert mehrere Wochen, nämlich genau so lange, wie der Saft läuft. Jedes Jahr ist das verschieden lang. Warme Tage (knapp um oder über den Gefrierpunkt) und kühle Nächte (unter-Null Temperaturen) sind ideal für die Ahornsirup-Kocherei. Unzählige kleine Familienproduktionen gibt es in der Region. Das Feuer im Herd muss praktisch ohne Unterbruch am Laufen gehalten werden. Ohne die Hilfe von Familie und Freunden geht das fast nicht. 

Gegen Abend gab es dann für die ganze Truppe Waffeln mit gebratenem Speck, Würstchen, Fruchtsalat und natürlich Unmengen von Ahornsirup. Zur Krönung des Tages durfte jedes Paar ein Glas von diesem köstlichen Saft mit nach Hause nehmen.

Ein unvergessliches Erlebnis!


14 April 2016

Nichts zu meckern heute

Sie ist vertrieben, die Frau Holle. Heute herrscht Frühlingsstimmung mit PLUS vierzehn Grad, und das am späten Nachmittag um fünf Uhr.

Allerdings liegt immer noch viel Schnee, der aber zusehends dahinschmilzt.


der Beweis:


Die Lodge und das Pizzahaus, von der Sonne verwöhnt.


Wahrlich, nichts zu meckern heute...


11 April 2016

Goht's no?

Frau Holle ist endgültig durchgeknallt! Vorletzte Nacht fielen die Temperaturen doch in die doppelten Minuszahlen. Seht selbst:


Die Vögel sind völlig durcheinander und fressen sich die Bäuche voll. Wir verbrauchen im Moment soviel Vogelfutter, wie den ganzen Winter nicht.


der Specht hüpfte immer aus dem Bild...






Ob ich wollte oder nicht, ich musste schaufeln... den Weg ins Gästehaus für unsere Besucher:


Schnee ohne Ende


Blick vom Cedarcottage auf den gefrorenen See...


Wo Marcel mit dem Traktor geräumt hat, schmilzt und trocknet es tagsüber schnell.


alles zugeschneit...


Aber wir sind zuversichtlich, der Frühling kommt! Irgendwann!


07 April 2016

Nicht der Rede Wert

Es sind ja nur 20 cm Neuschnee, 
die wir über Nacht erhalten haben...


Halloooo, Frau Holle! Es ist der 7. April. 
Wir brauchen keinen Schnee mehr, please!



01 April 2016

Fortsetzung folgt...

bald! Versprochen!