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11 Mai 2016

Bei solchen Aussichten

am Morgen, kann man unmöglich lange im Bett bleiben:


Es ist die Aussicht vom Wohnzimmer, vom Büro und vom Schlafzimmer - absolut faszinierend, den See so nah zu haben. Das Haus steht etwas schräg in der Landschaft und wir blicken hier Richtung Südsüdwesten. Die Sonne ist eben am Aufgehen...


Marcels neues Reich rechts, eine riesige Garage mit Loft. Wir haben alles bereits gefüllt, denn viele Dinge mussten uns vom Camp begleiten. Auch ich freue mich auf neue Projekte.


Das erste Campfeuer (es war am 30. April) haben wir bei den Nachbarn auch bereits genossen. Es gibt viele Felsen hier in der Gegend. Bald haben wir Zeit, um alles zu erkundigen. 

Heute fahren wir zum (hoffentlich) letzten Mal ins Camp, um die Werkstatt fertig aufzuräumen. Es gibt natürlich viel mehr Arbeit als erwartet und wir dürfen uns glücklicherweise Zeit nehmen. Die neuen Besitzer sind sehr entgegenkommend (und praktisch ist es ja auch für sie, denn es tauchen immer wieder neue Fragen auf). Wir sind beide völlig ausgepumpt und müssen uns dringend erholen. Noch ein, zwei Tage mit wichtigen Terminen, wie Ausweise ändern, Zahnarztbesuch, Arztbesuch, Buchhalter, Bank - kurzum, alles, was in den letzten Wochen einfach nicht drin lag - und dann können wir die Umgebung unseres neuen Zuhauses erkunden und die unzähligen Kisten auspacken.



25 April 2016

Tausche Seesicht gegen Seesicht... Oder: 16 Jahre sind genug!

Nun kann ich die Katze endlich aus dem Sack lassen. Einige meiner Besucher hier haben ja schon davon erfahren:


Wir haben das Camp verkauft  und sind am Zügeln!

Und hier die Geschichte:

Es gibt Dinge, die kann man nicht steuern. Wie zum Beispiel meinen Kampf mit dem Traktor. Der Traktor hat gewonnen. Es geschah eine Woche nach meinem letzten Eintrag im September 2015. Wir waren am Holzen und irgendwie geriet mein linker Mittelfinger zwischen die Traktorschaufel und den Baumstamm. Autsch! Die Fingerspitze war völlig gequetscht und hing nur noch an einem Zentimeter am restlichen Finger (ein Bild davon erspar ich Euch lieber). Ich war überzeugt, dass das amputiert werden musste. Der Campingplatz war noch voll in Betrieb und so blieb Marcel hier. Ich wickelte Gaze und einen Plastiksack um die (zum Glück linke) Hand und fuhr die 36 km ins Spital. Dort wartete ich zwei Stunden und dann nähte eine Assistenzärztin den Finger wieder zusammen, irgendwie. Sie war so stolz auf ihr Werk, meinte jedoch, dass es das mit dem Nagel wohl gewesen sei. Nach zwei Mal röntgen - einmal vor und einmal nach dem Nähen - sah der zusammengefügte Knochen gut fixiert aus und ich fuhr mich am frühen Abend (nach einem Besuch in der Apotheke für Medikamente) wieder nach Hause. Nach zwei Tagen nochmals in die Stadt für den Verbandwechsel und dann ging praktisch nichts mehr für sechs Wochen. Der Bruch vom Finger musste heilen und die Haut wieder zusammenwachsen.

Heute, nach sieben Monaten ist der Nagel fast normal nachgewachsen und der Finger sieht aus wie früher, nur die Narben innen drin machen mir zu schaffen. Vermutlich sieht's da ziemlich verwurschtelt aus. Ein Wunder ist die Heilung auf jeden Fall.

Natürlich war es extrem mühsam, so ohne linke Hand und mit Schiene. Nichts mehr durfte ich: Holzen, Putzen, Haushalten, Gärtnern. So ein Unfall ist ja schon anderen Menschen passiert, aber wenn man nicht selber mal betroffen ist, weiss man gar nicht, wie sehr man mit einem verletzten Finger handikapiert ist. Es war schon toll, "nicht putzen zu dürfen", vor allem im Campground. Aber gemacht werden musste es trotzdem und es war mühsam. Die Herbst-Schlussarbeiten konnte ich nur notdürftig erledigen und musste Vieles auf den nächsten Frühling verschieben.

Für Marcel war es nicht einfach. Er hat mir viele Arbeiten abgenommen, war jedoch selber eingedeckt bis zum geht-nicht-mehr. Der Zwischenfall hat uns gezeigt, wie nah am Abgrund wir eigentlich operieren und wie schnell man aus der Bahn und ans Limit geraten kann. Wir machten uns mehr Gedanken, wie es für uns weitergehen soll. Da wir keine 30, keine 40 und auch keine 50 mehr sind, wurde uns bewusst, dass wir unmöglich das Camp noch lange so weiterführen konnten. 

Zudem hatten wir uns im Sommer ein Haus an einem anderen See gekauft mit der Absicht, es über den Winter zu renovieren und dann vielleicht zu vermieten. Anschliessend wollten wir das Camp zum Verkauf ausschreiben. Erfahrungsgemäss kann sich so ein Verkauf über Jahre hinziehen. Durch den Unfall merkten wir plötzlich, dass wir uns ein zu grosses neues Projekt angeschafft haben. Unmöglich konnten wir Haus und Camp gleichzeitig unterhalten, wir mussten das eine oder andere loswerden und das schleunigst. Wir sprachen mit unserer Maklerin und beauftragten sie, Haus und Camp zum Verkauf vorzumerken, allerdings nicht offiziell. Sie sollte einfach ihr Netzwerk spielen lassen. Und dann harrten wir der Dinge, die da kamen. Ab und zu gab es eine Besichtigung zum Haus, aber kein wirkliches Interesse. Es war etwas nervenaufreibend. Wir waren hüben wie drüben mit Schnee räumen beschäftigt, und das nicht zu knapp. Im Camp benutzten wir - das heisst Marcel - den Traktor mit dem Schneegebläse und beim Haus hatten wir unseren kleinen Snowblower stationiert. Dieses Gerät stand im Camp bisher mehr oder weniger nur herum, denn auf dem unebenen Gelände war es schwer zu bedienen.

Dann Ende Februar ein Telefon: Kann morgen das Camp besichtigt werden? Was?!! Nur einen Tag später? Unmööööglich, wir brauchen mindestens zwei Wochen, um es einigermassen präsentabel hinzukriegen. Gesagt, getan. Wir rotierten für zwei Wochen ganz schön. Zu allem hin wurde Frau Holle übermütig und wir erhielten innerhalb von sechs Tagen 90 cm Schnee, und das in vier Tranchen. So mussten wir also - nebst dem Aufräumen und Präsentieren - noch ausgiebig alle Wege schaufeln und schneeräumen, und nochmals, und nochmals und ja, nochmals! (Seither bin ich in Behandlung beim Chiropraktiker...)

Die interessierten Käufer kamen mit ihrem Agenten anfangs März. Sie blieben lange und schauten ausgiebig hinter und um unsere Schneeberge herum. Die Häuser waren ja kein Problem, aber draussen sah man ausser Schneehaufen wirklich nicht viel... Einen Tag später dann der Anruf, sie hätten alle anderen Campbesichtigungen auf Eis gelegt und wollten sich auf unseren Betrieb konzentrieren. Und dann kam es, wie es kommen musste: Zehn Tage später hatten wir einen unterschriebenen Verkaufsvertrag. Dann nochmals drei Wochen Zitterpartie, bis alle Konditionen erfüllt waren - Et voilà: Wir haben verkauft per 5. Mai 2016.

Das war der wichtigste Moment seit Langem. Zum Nachdenken blieb keine Zeit, denn wir haben nur sieben Wochen, um das Geschäftliche und Private voneinander zu trennen, unsere Siebensachen zu packen und unser Lebenswerk gegen das neue Heim am See einzutauschen. Das lässt sich nun ganz einfach so auf Papier (in den PC) schreiben. In Wahrheit ist es eine Riesenarbeit. Für mich begann eine Zeit der Nachtarbeit, weil ich nachts einfach am meisten Ruhe zum Packen habe. Tagsüber fahren wir in unser Haus und zügeln die gepackten Kisten, Körbe und Möbel. Mit Hilfe von Freunden und Familie schaffen wir es bestimmt, unser neues Haus zu renovieren und mit unseren tausend Habseligkeiten umzuziehen. Pünktlich am 5. Mai werden wir die Schlüssel an unsere Nachfolger übergeben.

Und nun gehe ich weiterpacken. Trailer-Ladung Nummer vier (oder ist es schon Nummer fünf?) steht auf dem Programm. Hier unsere neueste Errungenschaft: Sehr praktisch für dieses Unterfangen:



Noch etwas ganz Wichtiges zum Schluss: Alle Boy-Toys ziehen mit uns um, der Traktor, die Schneeschleuder, der Bagger, der Holzschnetzler, alle grossen Gartengeräte (bis auf den Sitzrasenmäher)... und ja, auch unsere Wundermaschine, der Holzprozessor kommen mit ins neue Daheim. Uns wird es bestimmt nicht langweilig werden... :-)



25 August 2015

Er wird wieder voll

Marcel war die letzten Tage fleissig. Schon ein Drittel vom Holzschopf ist gefüllt. Auch der Anhänger mit dem Holz für meine Schwester wird immer schwerer. Der Winter lässt nämlich nicht auf sich warten und wir haben im Herbst noch viel Anderes vor. Unsere Wunder-Holzbearbeitungsmaschine ist wirklich eine der besten Investitionen, die wir in den letzten Jahren gemacht haben.







14 August 2015

Beschäftigt

Das hält mich zur Zeit grad von mehr Blogeinträgen ab. Die Cottages wollen geputzt werden, die nächsten Gäste warten schon...


mein Putzwagen


01 August 2015

Fitnessprogramm

Mein aktuelles Fitnessprogramm geht mir langsam auf den Geist. Man kann es auch Zigaretten-Stummel-Auflese-Programm nennen. Warum nur müssen die rauchenden Mitmenschen ihre Ueberreste immer auf den Boden schmeissen? Damit es jemand, resp. ich oder Marcel, wieder auflesen kann? Die meisten unserer langjährigen Gäste haben wir entsprechend "umerzogen". Nun müssen es nur noch die Kurzgäste kapieren. Hier klare Hinweise: 



Eigentlich könnten wir das ganze Camp zur rauchfreien Zone erklären. Oder mindestens die Teile, die von allen Gästen benutzt werden. Alle Gebäude (Sanitäranlage und Restaurant) sind schon von Gesetzes wegen rauchfrei. In Ontario darf man auch nicht mehr in Gartenrestaurants oder Patios rauchen. Innerhalb einer neun Meter-Zone müssen zudem die Eingänge rauchfrei bleiben. Raucher sollten meiner Meinung nach eine gewisse Freiheit haben. Es darf nur nicht auf die Kosten der Nichtraucher gehen.

Ein anderer Aergerpunkt, den noch nicht alle begriffen haben, ist übrigens das Wissen "beer caps don't burn" (Bierflaschendeckel brennen nicht). Warum nur landen die immer wieder in den Feuerstellen und wir müssen sie mühsam aus der (kalten) Asche klauben?


20 Juli 2015

Wochenend-Ausbeute

Eigentlich finden wir es gut, wenn unser Campingplatz von Wochenend-Gästen besucht wird. Vor allem, wenn es sich dabei um Angehörige und Freunde unserer saisonalen Camper handelt. Was wir allerdings ziemlich doof finden, sind die Gäste, die Schäden verursachen und dann einfach klammheimlich wegfahren. So wissen wir leider nur zum Teil, wer uns da so viel Arbeit und Kosten verursacht...


Eine umgefahrene Tanne...


die total beschädigte Schutzwand unserer Quelle im Campground...



und die umgefahrene Abschrankung des Septicfeldes 
(das Feld dient zur Abwasserreinigung).


Der eigentliche Aerger ist ja nicht, dass so etwas passiert. Wirklich unverständlich ist uns jedoch, dass die Verursacher nicht zu ihren Missgeschicken stehen können...


18 Juli 2015

Pink Rocks


Im letzten Herbst sind bei uns neue saisonale Camper eingezogen. Als der Trailer an seinem Platz war, verschwanden sie schwupps Richtung Süden, nach Florida, in ihr Winterquartier. Snowbirds werden diese Menschen genannt, die im Sommer hier in Canada wohnen und zum Teil auch noch arbeiten, und die kalten Wintermonate in wärmeren Gefilden verbringen, meistens in einem Trailer oder Mobilehome. Diejenigen, die über etwas mehr Taschengeld verfügen, bewohnen schon mal ein Appartement oder sogar ein ganzes Haus. Unzählige Canadier machen das solange sie es irgendwie können. Erst wenn sie aus gesundheitlichen Gründen die zusätzliche Krankenversicherung nicht mehr bezahlen können, verkaufen oder verlassen sie meist schweren Herzens ihr Winterquartier.

So ein Snowbird-Paar ist also bei uns eingezogen. Während der letzten paar Sommer arbeiteten sie in einem Steinbruch. Er machte alle Unterhaltsarbeiten, schaute nach dem Rechten, den Baumaschinen, mähte Gras, überwachte das Gelände etc. und sie kochte und putzte für die ganze Mannschaft. Der Steinbruch ist sehr abgelegen. Eine ungeteerte Strasse, wohl eher ein schlechter Waldweg, führt über 20 km durch den Busch zum Camp. Wenn man Pech hat, kommt einem ein Riesenlaster entgegen, denn die Steine und Steinplatten müssen ja auch abtransportiert werden. Das Gelände besteht aus zwei Steinbrüchen und einigen Seen, viel Wald und Natur - Bären, Elche, Fische usw. inbegriffen.

Es ist eine Mica-Quary, die Uebersetzung auf Deutsch habe ich nicht gefunden. Jedenfalls glittert und glitzert dieser Stein in verschiedenen Farben. Es gibt weisse, grüne, rosafarbene, schwärzliche und Mischungen von allem. Das Mica wird dort vor allem für Europa, speziell Italien, abgebaut. Vor allem grosse Platten am Stück sind begehrt. Natürlich fallen da auch Abfallsteine an. Diese werden zerkleinert und als farbigen Kies verkauft. Und nun hatten wir das Glück, dass uns unser neue Mieter von diesem Kies brachte, vier Dodge-Truckladungen voll. Nun sieht es vor unserem Eingang sehr pink, sehr sauber und richtig aufgeräumt aus. Ich muss nicht mehr gleich zum Staubtuch greifen, wenn mal ein Auto beim Vorbeifahren den ganzen Sand aufwirbelt, dessen Staub unweigerlich bei mir in der Lodge landet. 


alles Handarbeit...


 fertig verteilt - sehr praktisch und sauber


Nach getaner Arbeit haben wir uns eine Pause verdient... Ein Ferienhaus-Nachbar, Pilot bei Air Canada, hat uns diese Gaumenfreude aus Zürich mitgebracht. Er fliegt Kloten ab und zu an. Da sagen wir doch nicht nein...