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19 Juni 2016

Pig N' Pie Fest

Die Uebersetzung dazu lautet: Schwein- und Kuchenfest. Und das war es dann auch. Dazu gab es aber auch drei Bands, die am Nachmittag und Abend ihre Auftritte hatten.

Das dreidimensionale Schild aus Autoreifen:


Zu jeden Eintritt gehörte eine Mahlzeit: Pulled Pork on a Bun with Salad and a piece of Pie (sehr lange im Rauch gegrilltes Schweinefleisch, das dann "verzupft" wird, auf einem Brötchen, dazu Salat und ein Stück Früchtekuchen). War sehr lecker.

Das arme Schwein:


Diverse Attraktionen haben nicht gefehlt, hier die Möglichkeit für einen Blick in die Sonne, am Abend dann in die Sterne:


Die Familienband "Ramblin' Fever":


Die Rückseite der von den Kindern besonders beliebten Show,
dem Schweinerennen


Von vorne gesehen:


links die Stallseite:


rechts die Wohnseite:


 Hier kommen sie, die Stars des ersten Rennens:


Go Piggy, go...


Auch Enten, Schafe und Ziegen durften (mussten) mitmachen. Der Ausgang des Rennens war jedes Mal ungewiss, denn nicht jeder Teilnehmer war total motiviert...


Wir waren am Schluss nicht ganz sicher, ob es wirklich tiergerecht gehandhabt wird, dieses Ganze. Man könnte es wohl noch etwas besser machen.

Deshalb haben wir die ganze Szenerie verlassen und sind unseren "Hund-für-drei-Tage" abholen gegangen. Wir geniessen diese drei Tage und ich komme wieder mal ausgiebig zum Spazieren und im Wald herumstreifen. Bybe steht alle halbe Stunde mal da und will wieder auf einen ihrer Streifzüge. Sie liebt es vor allem, in unserem hohen Gras herumzuwandern. Ist mir klar, seit wir gestern Abend einen Waschbären


an unserem Vogelhäuschen gesehen haben. Der lebt da irgendwo in diesem Dickicht, das Bybe andauernd untersuchen will. Und da sie nicht "leinenlos" gewohnt ist (und als teilweise Jagdhund immer abhauen will), nimmt sie mich mit im Schlepptau. Allerdings gebe ich zu, ich mache das auch ausgesprochen gerne. Schon Rex und ich haben immer solche Erkundigungen gemacht.



Ausruhen und Beobachten im Anschluss:






18 Mai 2016

Weitere Entdeckungsreise

Auch heute ging ich auf Entdeckungsreise. Zuerst jedoch holte ich unseren Tagesgast ab. Ihre Besitzerin musste dringend weg und da wir nur noch 20 km voneinander weg wohnen, war das keine grosse Sache. Bybe kam einfach zu uns und kam mit Begeisterung mit auf meinen Rundgang.


Dazu muss ich noch Folgendes erwähnen. Unser Grundstück hat eine sehr aussergewöhnliche Form, die am Besten mit einem altmodischen Telefonhörer zu vergleichen ist. Unten ein grosses Stück Land, oben ein grosses Stück Land und dazwischen am hinteren Ende ein zehn Meter breites und über dreihundert Meter langes Verbindungsstück (das sich mitten im Wald befindet). Die vordere Verbindung der beiden Stücke ist unsere öffentliche Zugangsstrasse, die beim unteren Teil des Grundstückes zu einer Privatstrasse (Sackgasse) wird und durch das Stück beim See mit dem Haus weiterführt zu vier Nachbarn. Alles klar? Spielt auch keine Rolle. Jedenfalls wollte ich das obere noch unbekannte Stück Land erkunden und den zehn Meter breiten Streifen irgendwie finden. Es soll da Wege geben, habe ich schon gehört...

Beim Gehen auf der Strasse schaute ich mir ein Schild genauer an, das mir beim Vorbeifahren immer aufgefallen ist, das ich jedoch nie lesen konnte. Das Schild amüsiert mich, ich habe tatsächlich mehr Angst, einem Bären als diesem Killer-Aussie zu begegnen... :-)... und ich bin schon froh, dass ich Bybe dabei habe, aus demselben Grund.


Kurz nachher sind wir bei unseren Briefkästen und der Hauptstrasse angekommen. Dahinter befindet sich unser zweites Stück Land, alles Wald.


Mutig betrete ich den Wald und finde gleich dieses Schmuckstück, eine alte Holzofentüre, sehr dekorativ...


Und dann gibt es viel Aufräumarbeiten für Marcel und seinen Traktor. Das Holz sieht ziemlich verrottet aus, ob man es wenigstens noch für ein Campfeuer brauchen kann?


Einen Weg habe ich gefunden und auch das "No Trespassing" Schild, das wir letzten Herbst aufgestellt haben:


Nun weiter auf völlig unbekannten Wegen... ob dieser imposante Felsen noch auf unserem Stück Wald liegt?


Der Weg wird ziemlich matschig. Die Pfützen müssen wir irgendwie umgehen.


Bybe findet es ausgesprochen spannend. Welcher Hund würde das nicht?


Dann wird es wieder trockener und ich finde viele dieser niedlichen Blümlein. Für einmal interessiert mich der Name (noch) nicht.


Hier erblicke ich das Haus der Nachbarn, das von unserem Grundstück und der Strasse umschlossen ist. Das Haus ist von der Strasse überhaupt nicht zu sehen. Es ist ziemlich gross. Ich glaube, ich werde den Nachbarn bald einen Vorstellungsbesuch machen.


Plötzlich kommt eine schöne Lichtung und der Wald scheint irgendwie aufgeräumter. Ob ich aus Versehen bei einem Nachbarn gelandet bin?


Ueberall hängen kleine rosarote Plastikbändel. Ich merke, sie markieren Wege. Das gibt mir ein wenig Sicherheit, denn in Canada kann man sich in solchen Wäldern schnell verirren. Wenn die Bäume bereits Blätter tragen würden, hätte ich dieses Abenteuer nicht einfach so gewagt, obwohl ich behaupte, dass ich einen ziemlich guten Orientierungssinn habe...


Nachdem ich einen so markierten Weg wieder zurückgegangen bin und eine andere Richtung eingeschlagen habe, sehe ich plötzlich eine schmale Naturstrasse und ein ofenähnliches Gebilde, das mir bekannt vorkommt...


Und tatsächlich, meine Rechung ist aufgegangen, hier ist unser Haus vom hinteren oberen Ende des unteren Grundstückteils gesehen. Ich bin erleichtert und auch ziemlich stolz, dass ich gleich beim ersten Mal mein Ziel so gut getroffen habe. 


Marcel hat unterdessen begonnen, den unzähligen Himbeerstauden den Garaus zu machen. Ich muss ihm unbedingt helfen.


09 August 2015

So ein Hundeleben

Hunde haben es bei uns im Camp wirklich gut. Es gibt viel tolle Natur, viele schöne Spazierwege, viele Hasen, Eichhörnchen, Chipmunks, Groundhogs zum Beobachten und - falls sie einem vor's Maul springen - auch zum Jagen. Zudem läuft immer etwas bei diesen vielen Campermenschen und etwa 20 dazu gehörenden Camperhunden. 
An den Wochenenden gehe ich nach Möglichkeit frühmorgens mit Sadie auf einen etwa 4 km langen Morgenspaziergang. So auch gestern und heute:


Es tut uns beiden definitiv gut. Da vor ein paar Tagen zwei Mal ein Bär auf diesem Weg gesichtet wurde, müssen wir etwas vorsichtig sein und viel Lärm machen. So schwatze und singe und pfeife ich also mehr oder weniger auf dem ganzen Weg. Zur Not habe ich noch eine Trillerpfeife bei mir. Gestern nahm gegen Ende des Weges meine Aufmerksamkeit etwas ab und wir beide wurden von einem Wolf total überrascht. Zum Glück wollte der nichts von uns, er überquerte "nur" die Strasse etwa 50 m vor uns, um auf dem Deer-Trail im Busch zu verschwinden. Für ein Foto hat es auf jeden Fall nicht gereicht, der war viel zu zielstrebig.

Zurück im Camp wollte man natürlich wissen, ob es ein Wolf oder ein Kojote war. Das konnte ich nicht beantworten, denn in meiner Tagträumerei habe ich ihn sowieso zu spät bemerkt und er war weg, bevor ich den Schwanz genauer begutachten konnte. Daran merkt man auf die Schnelle am besten den Unterschied. Ein Kojote hat einen Schwanz wie ein Fuchs.

Die Frage wurde dann am Abend beantwortet, als wir am Campfeuer um 22.00 Uhr ein Wolfpack ziemlich nah heulen hörten. Die haben vermutlich ein Tier erlegt und zeigen das meistens mit einem (Freuden-?)Geheul. Heute auf der üblichen Runde war ich dann vorsichtiger und beobachtete die Umgebung genauer. Und als Sadie plötzlich stoppte und genauer hinhörte, vernahm auch ich dieses komische Geräusch links von uns im Busch. Wir waren nur noch etwa 200 m vom Campeingang entfernt. Ich wollte natürlich überhaupt nicht wissen, was da los war und wir marschierten schnellen Schrittes heimwärts.

Dazu kommt mir die Begegnung vom Oktober 2007 in den Sinn, die ich in meinem letzten Blog bei Bluewin beschrieben habe. Hier ist sie nochmals:

Nächtlicher Besuch

Von ar @ 01:24
Letzten Montag wollte ich wie jeden Abend um 21.00 Uhr mit Rex nach draussen gehen, damit er sein Geschäft vor dem Schlafengehen erledigen kann. Es hat sich so eingebürgert, dass wir einen (oft sehr) kleinen Rundgang machen. Nachher springt Rex an seinen Platz, wir entfernen sein Halsband für die Nacht und er erhält sein Bettmümpfeli, ein Hundeguetzli. Rex hat sich an diese Reihenfolge gewöhnt und regelmässig um die gleiche Zeit meldet er sich, damit er raus und nachher zu Bett gehen kann. Er freut sich jeden Abend wie ein junger Hund auf dieses Ritual und springt begeistert herum.

Am Montag nun, es war schon stockfinster, habe ich mich gewundert, dass die Aussenlampe brennt. Sie wird durch einen Bewegungsmelder ausgelöst, aber da absolut kein Wind herrschte und auch niemand vorbei fuhr, wollte ich durch die Scheibe der Türe schauen, wer oder was das Licht eingeschaltet hat. Und was sehe ich da? Ein Hund? Nein – oh mein Gott, ein Wolf! Rex steht neben mir und will endlich raus, spürt jedoch, dass da etwas auf der anderen Seite der Türe ist. Ich schaue Rex an, das Tier draussen ist zwar fast so hoch wie Rex, aber nur halb so breit. Gut, Rex hat sein Gewicht auf der guten Seite... und das Tier jenseits der Türe hat eigentlich keinen richtigen Wolfskopf, eher wie ein Fuchs. Da kommt mir in den Sinn, dass die Kojoten zur Fuchsfamilie gehören. Aha! Das da draussen ist ein Kojote. Unterdessen ist er von meinem Geschrei (ich habe nach Marcel gerufen) und Rex’s Gejaule etwas erstaunt und entfernt sich von der Tür, geht um die Ecke und schaut beim Seitenfenster rein, allerdings mit einem etwa zwei Meter grossen Sicherheitsabstand. Im Restaurant brennt nur ein kleines Licht und er kann mich deshalb nicht richtig sehen. Ich rufe weiterhin nach Marcel, aber noch bevor er kommt, rennt der Kojote weg und verschwindet in der Dunkelheit. Mit einer sehr hellen Taschenlampe leuchten wir die Umgebung ab, bevor wir mit Rex hinaus gehen. Der wittert sofort die Spur und ich habe grosse Mühe, unseren kräftigen Schäfer-Husky zu halten. Der tänzelt und zieht und vergisst dabei ganz, dass es jetzt Schlafenszeit ist und er doch eigentlich sein geliebtes Guetzli haben will. Zum Glück war ich auf seine Reaktion vorbereitet und brachte ihn schnell wieder rein. Spazieren macht keinen Sinn, sein Geschäft muss er jetzt halt am Morgen erledigen.

Die Nacht verlief ruhig, bis sich frühmorgens um 2.00 Uhr Rex bemerkbar machte. Etwas sei nicht so, wie es sein sollte. Er hat schon lange kapiert, dass er in der Nacht nicht bellen muss, sondern dass ein leises Brummeln von ihm uns sofort aufweckt. Tatsächlich, durch das Fenster sehen wir im Schein unserer Hoflampe, dass sich der Kojote wieder herangetraut hat. Er schleicht interessiert um unsere Abfallkübel herum, hat einen sogar umgestossen, glücklicherweise hat sich der Deckel nicht geöffnet. Wir haben etwas Zeit, das schöne Tier zu beobachten. Dann nehmen wir wieder die Lampe zu Hilfe, um zu signalisieren, dass seine Anwesenheit nicht wirklich erwünscht ist. Der Kojote verzieht sich Richtung Campingplatz und verschwindet aus unserem Blickfeld. Für mich bleibt ein gemischtes Gefühl zurück. Nicht Angst, aber Respekt, denn wo einer ist, könnten ja noch andere sein. Allerdings würde mir ein Wolf so nah am Haus mehr Sorgen machen. Wir haben Wölfe in der Umgebung und im Winter sehen wir auch oft die Spuren. Nur sollten sie mehr im Busch bleiben. Wenn sie nah an die Häuser kommen, sind kleine Haustiere, vielleicht sogar auch Rex und möglicherweise Kleinkinder gefährdet. Rex rennt ja allem nach, was er interessant findet und wenn er da unter ein Wolfsrudel gerät, wissen wir nicht so genau, was passiert. Wir wollen es auch gar nicht wissen und deshalb hat Rex Leinenzwang, sobald wir Wolfsspuren zu nah am Camp sehen. Aber wir nehmen jetzt einmal an, dass dies einfach ein neugieriger Kojote auf der Suche nach Futter war.

Am Dienstag hat Marcel alle Abfallkübel geleert. Als ich am Dienstagabend die Umgebung durchs sichere Fenster beobachtete, bewegte sich tatsächlich etwas auf der grossen Wiese. Aber beim genauen Hinschauen sah ich ein Reh, das auf dem Weg zum Bach war. Nun war ich erleichtert. Wenn ein Reh bei uns herumspaziert, ist kein Kojote in der Nähe. Wir hatten dann auch wirklich eine ruhige Nacht...


Und so sieht ein Hundeleben bei uns im Camp auch aus. Das Bild hat eine Camperin auf den Wetterkanal hochgeladen. Es war an einem sehr heissen Tag und ihr Hund suchte Schutz vor den Mücken im Netzzelt und machte es sich auf dem Tisch gemütlich. Was für ein HUNDELEBEN...