28 Februar 2015

Sie blüht!

Das hätte ich wirklich nicht gedacht, als ich sie letzte Woche einpflanzte. Nur acht Tage hat die Hyazinthenzwiebel gebraucht, um ihre weisse Blüte zu entwickeln. Nicht so üppig wie sie die Gärtnerei heranzieht, duften tut sie praktisch auch nicht, aber hey! - es ist die erste Frühlingsblume für uns. Die zweite Blüte folgt sogleich, wie man sieht.


Aus der dritten Zwiebel scheinen nur grüne Blätter zu wachsen. Dies gilt bis jetzt auch für die Tulpenknollen. Bei den Mini-Osterglocken kann ich bisher zwei kleine Knospen entdecken. Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis ich weiss, wieviele Zwiebeln es schaffen, eine Blume zu entwickeln.

Heute, am letzten Februartag, scheint wieder die Sonne und das bei immer noch -20 Grad. Der ganze Monat war geprägt von Minustemperaturen um die -30 Grad am frühen Morgen (und oft auch tagsüber). Nur an einem einzigen Tag erlebten wir eine windstille Morgentemperatur von -12 Grad. Es fühlte sich an wie Sommer... 

In der Stadt sind noch über 100 Haushalte ganz ohne Wasser, weil die Zuleitungen eingefroren sind. Zudem gab es ein paar Wasserrohrbrüche. Man kann sich vorstellen was es heisst, Reparaturen bei solchen Temperaturen vorzunehmen. Nur schon den gefrorenen Boden aufzubuddeln ist eine Herausforderung. Das Budget der Stadt läuft momentan gerade aus dem Ruder.

Jedenfalls sind wir froh, dass es unsere Leitungen bisher ohne Probleme durch diesen happigen Winter geschafft haben. Anders als in der Stadt sind wir für unsere Wasserversorgung inkl. Quellenfassung selber zuständig und es macht sich bezahlt, dass Marcel hier vom Fach ist und in den vergangenen Jahren vieles optimiert hat. 

Trotzdem hatten wir einfach auch Glück. Es braucht nur eine winzige Stelle, wo die Isolation ungenügend oder eine Leitung nicht tief genug vergraben ist und schon hat man den Salat. Das haben wir vor einem Jahr erlebt und mussten anfangs Januar eine Wand in der Küche aufreissen. Dort haben die Vorbesitzer bei der Vergrösserung der Küche zuwenig sorgfältig gearbeitet. Irgendwann verschaffte sich ein Eichhörnli Zugang über das Dach in die Zwischenwand. Dort hat es dann gewütet und dabei die ungenügende Isolation verschoben, was zu einer gefrorenen Wasserleitung führte. Das Schwierigste damals war, die genaue Stelle in der Wand zu orten. Eine Folge dieser Reparatur ist übrigens, dass wir einen Teil der Küche renovieren. Daran sind wir immer noch. Wir warten momentan nur auf bessere Bedingungen für den neuen Farbanstrich. 


23 Februar 2015

Zwischenbericht

Das mit den Frühlingsblumen scheint zu funktionieren. Eine der Hyazinthen bildet bereits eine Knospe - und das nach nur drei Tagen. Hoffentlich geht es mit den anderen Blumen und dem Frühling dann auch so zügig...




20 Februar 2015

Am Frühling basteln...

Jedes Jahr findet man spätestens Ende Januar in den Läden die ersten Frühlingsblumen zu kaufen. Meistens beachte ich die nicht, aber manchmal kann ich halt doch nicht widerstehen. Ich kaufe jedoch nur Blumen in Töpfen, um die Zwiebeln dann im Herbst in den Garten zu pflanzen. So blühen im April oder Mai jedes Jahr ein paar Tulpen, Hyazinthen oder Osterglocken mehr.

Im letzten Herbst habe ich total vergessen, die Zwiebeln vom letzten Winter zu pflanzen. So musste ich sie anders durch die ersten Wintermonate bringen und habe sie einfach in unseren begehbaren Kühlschrank gesteckt. Vor ein paar Tagen stellte ich zu meiner Verblüffung fest, dass einige Zwiebeln in ihrem dunklen und kühlen Verliess mit Austreiben begonnen haben. Erstaunlich, wie die wissen, dass bald der Frühling vor der Tür steht (...stehen sollte).

Höchste Zeit also, eine kleine Pflanzaktion zu starten. Nun stehen sechs mit Blumenzwiebeln gefüllte Blumentöpfe auf dem Fensterbrett und harren der Dinge, die da kommen. Ich bin sehr gespannt, wie die ganze Sache funktioniert.



Auch auf die Gefahr hin, dass es langweilig wird... letzte Nacht hatten wir wieder -32 Grad und mit dem Windfaktor bedeutete das -42 Grad. Im hinteren Teil der Küche, die sich in einem Anbau befindet, war es frühmorgens gerade noch 11 Grad "warm". Wir könnten natürlich elektrisch nachheizen, aber das macht nachts keinen Sinn. Zum Glück ist die Lodge mit ihrer Fensterfront Richtung Süden ausgerichtet. Deshalb heizt die Sonne - sofern sie dann scheint - tagsüber das ganze Gebäude gratis und franko wieder auf. 

Heute erwarten wir Gäste ins kleine Cottage zum Eisfischen. Da bin ich aber gespannt, wie lange sie es auf dem See aushalten...


17 Februar 2015

-31 -34 -29

Dies sind wahrlich keine Traumzahlen, denn es sind die Minustemperaturen der letzten drei Tage um sieben Uhr früh. Es ist einfach saukalt. Der Jetstream scheint nicht vom Fleck zu kommen und beschert uns schon den ganzen Februar eisige Temperaturen. Auch tagsüber schaffen wir es ganz selten "wärmer" als minus fünfzehn Grad. Einen so kalten Februar haben wir hier noch nicht erlebt. Sogar die alteingesessenen Canadier finden es übertrieben. Die Sehnsucht nach dem Frühling wächst. Eigentlich wären wir schon mit Minus-temperaturen in den einstelligen Zahlen zufrieden. Leider sieht es in den nächsten zwei Wochen noch gar nicht danach aus, nachts schon gar nicht. Unser Holzvorrat schwindet erschreckend schnell, nur noch ein Drittel ist übrig.


Etwas Sorgen macht uns der Schnee auf dem Lodgedach über der Küche. Dort können wir aus Sicherheitsgründen nicht schaufeln, aber die Schneedecke ist mindestens 70 cm dick. Hoffentlich hält die Dachkonstruktion und hoffentlich werden wir eine gnädige Schneeschmelze ohne Regen haben. 


Wir wünschen uns ein baldiges, langsames, sonniges Ansteigen der Temperaturen, möglichst keinen Wind und Schnee mehr. Ist das zuviel verlangt?...

Uebrigens war gestern Family Day, das heisst ein Feiertag, und somit blieben Schulen, Läden und auch sonst alles geschlossen. Meine Schwester und ich benutzten die Gelegenheit für eine kleine Schneeschuhwanderung auf dem gefrorenen See. Bisig kalt wars aber doch schön und ziemlich anstrengend. Wir haben uns das anschliessende Fondue wirklich verdient und es auch sehr genossen.

09 Februar 2015

Wo Berge sich erheben

Es sind vergängliche Berge, die uns jedoch ziemlich auf Trab halten. Es ist wichtig, dass wir den Schnee so wegräumen, dass das Schmelzwasser (das ja unweigerlich mal anfallen wird) von den Gebäuden ungehindert wegfliessen kann. Vieles ist Handarbeit, da der Traktor nicht überall hinpasst.

Pizzahaus

Wir haben nun begonnen die Dächer zu schaufeln, um sie von der immensen Schneelast zu befreien. Schicht um Schicht wird mit dem Dachrechen herabgezogen. Man kann an der Schneebeschaffenheit genau ablesen, dass wir zwischen den Pulverschneephasen wenige mildere Tage hatten. Dort hat sich der Schnee in dünne Eisschichten verwandelt, die viel Kraft erfordern, um vom Dach gezogen zu werden. Wir kommen dadurch also zu viel Bewegung in frischer Luft...

Gästehaus

Zum Glück haben wir viel Platz, um die weisse Pracht aufzutürmen. In der Stadt gibt es schon mal Probleme, wenn der Schnee von Trottoirs und Strassen entfernt werden muss und dann noch alle Hausbesitzer ihre Einfahrten freischleudern. Da hilft nur noch schweres Geschütz, wo mit Baggern und Lastwagen den Schneebergen der Kampf angesagt wird.

Wer sich über den Schneesegen freut sind sicher die Snowmobiler, die sich für eine Woche im Log Cottage eingerichtet haben. Gerade höre ich sie vorbeiflitzen, um eine neue Tagestour in Angriff zu nehmen. Und ich muss gehen, um das Dach des Gästehauses vom Schnee zu befreien...