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24 Januar 2015

Schweizer Schriftsteller

Schon immer war ich eine Leseratte. Allerdings kam ich in den letzten fünfzehn Jahren nicht oft ungestört zum Lesen; und manchmal hatte ich dazu auch nicht die innere Ruhe. Dies ist im Moment zum Glück anders. Der kalte Winter und die Abgelegenheit hier im Busch laden gerade dazu ein, sich in einem Buch zu verlieren...

Wir haben die meisten unserer Bücher mit nach Canada mitgenommen, denn ich lese sie gerne immer wieder. Vor allem haben es mir die Schweizer Schriftsteller/innen angetan, denn sie schreiben über Orte, die man selber kennt oder kennen lernen kann. Aktuell lese ich eine Trilogie von Walter Alvares Keller (über den ich leider gar nichts weiss. Hat da jemand eine Ahnung?). Die Bücher wurden 1957, 1959 und 1961 vom Schweizer Druck- und Verlagshaus AG, Zürich, gedruckt. Den ersten Band hat der Autor sogar signiert. Gelesen habe ich sie zum ersten Mal 1976, besass sie aber nicht. Es war gar nicht so einfach, sie zu bekommen, denn die waren damals schon vergriffen. Mit Hilfe von meinem Gotti, die in Brockenstuben und an Flohmärkten danach Ausschau hielt, bin ich in den Besitz der Bücher gekommen. Ich habe sogar noch ein viertes Buch, gedruckt 1966, ein Brasilienroman, in dem zum Teil die gleichen Personen vorkommen. Die Bücher habe ich jahrelang nicht mehr gelesen und somit sind sie spannend wie früher. Die Beschreibung von Zürich und den Zeiten zwischen den beiden Weltkriegen sind interessant und teilweise bedrückend. Es wird vom Druck auf die kleinen Leute geschrieben, von der Furcht des Stellenverlustes und nicht-mehr-gebraucht-Werdens; kein unbekanntes Thema, oder? Allerdings haben sich andere Dinge auch zum Besseren verändert, z.B. die Qualität vom "Züriseewasser". Und man schmeisst normalerweise den alten Hausrat auch nicht mehr ins nächste Tobel,  jedenfalls nehme ich das an.


Biografien finde ich besonders spannend, z.B. die von Ruth Blum. Die hier beschriebenen Orte kenne ich fast alle, und Marcel kann sich sogar an sie als Lehrerin in der Baracke am Rhein erinnern. Diese Bücher werde ich mir als Nächstes wieder mal vornehmen. Und dann gibt es u.a. noch diese:


Meine neuste Errungenschaft ist übrigens dieses Buch, hier habe ich nämlich meine gesamte Schulzeit verbracht:


Viele der darin beschriebenen Orte und Menschen kenne ich also oder erinnere mich langsam wieder daran (immerhin lebe ich fast vierzig Jahre nicht mehr dort). Mit der Autorin müsste ich sogar zur gleichen Zeit auf dem Schulhof herumgerannt sein.

Was mit all unseren Büchern einmal passiert, weiss ich nicht. Wer wird sich hier schon für die alten Geschichten aus der Schweiz interessieren? Na ja, noch ist das ja keine Frage.

Zum Schluss dieses (habe ich in einem kleinen Gedichtband gefunden und es hat mich sehr angesprochen):

Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns ganz genau kennen und trotzdem zu uns halten
Marie von Ebner-Eschenbach
Wie wahr!