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20 September 2015

Zum baldigen Saisonschluss

Schon wieder wurde bei uns gefeiert. Diesmal war es eine Gruppe Camper, die das baldige Saisonende mit einer Geburtstagsfeier im Restaurant feierten. Mit der Vorbestellung des Menus war dies für uns ganz gut zu schaffen. Die Schnitzel, Cordon Bleus und Spätzli haben allen geschmeckt. 


Zum Dessert gab es eine selbstgemachte Torte, ganz dem Thema des Sommers am See gewidmet. Diese Torte gestaltete eine langjährige Camperin, die schon viel lustige Themen auf Kuchen umgesetzt hatte. Die Ueberraschung war wieder einmal gelungen.


Allerdings gebe ich zu, dass diese farbigen Beläge nicht ganz meinem Geschmack entsprechen. 

Nach zwei Tagen Regen scheint heute wieder die Sonne. Der Morgen erwartete uns mit kühlen drei Grad. Die Blätter werden sich jetzt schnell verfärben. Wir arbeiten möglichst viel draussen, um die Herbstsonne einzufangen.


01 August 2015

Fitnessprogramm

Mein aktuelles Fitnessprogramm geht mir langsam auf den Geist. Man kann es auch Zigaretten-Stummel-Auflese-Programm nennen. Warum nur müssen die rauchenden Mitmenschen ihre Ueberreste immer auf den Boden schmeissen? Damit es jemand, resp. ich oder Marcel, wieder auflesen kann? Die meisten unserer langjährigen Gäste haben wir entsprechend "umerzogen". Nun müssen es nur noch die Kurzgäste kapieren. Hier klare Hinweise: 



Eigentlich könnten wir das ganze Camp zur rauchfreien Zone erklären. Oder mindestens die Teile, die von allen Gästen benutzt werden. Alle Gebäude (Sanitäranlage und Restaurant) sind schon von Gesetzes wegen rauchfrei. In Ontario darf man auch nicht mehr in Gartenrestaurants oder Patios rauchen. Innerhalb einer neun Meter-Zone müssen zudem die Eingänge rauchfrei bleiben. Raucher sollten meiner Meinung nach eine gewisse Freiheit haben. Es darf nur nicht auf die Kosten der Nichtraucher gehen.

Ein anderer Aergerpunkt, den noch nicht alle begriffen haben, ist übrigens das Wissen "beer caps don't burn" (Bierflaschendeckel brennen nicht). Warum nur landen die immer wieder in den Feuerstellen und wir müssen sie mühsam aus der (kalten) Asche klauben?


20 Juli 2015

Wochenend-Ausbeute

Eigentlich finden wir es gut, wenn unser Campingplatz von Wochenend-Gästen besucht wird. Vor allem, wenn es sich dabei um Angehörige und Freunde unserer saisonalen Camper handelt. Was wir allerdings ziemlich doof finden, sind die Gäste, die Schäden verursachen und dann einfach klammheimlich wegfahren. So wissen wir leider nur zum Teil, wer uns da so viel Arbeit und Kosten verursacht...


Eine umgefahrene Tanne...


die total beschädigte Schutzwand unserer Quelle im Campground...



und die umgefahrene Abschrankung des Septicfeldes 
(das Feld dient zur Abwasserreinigung).


Der eigentliche Aerger ist ja nicht, dass so etwas passiert. Wirklich unverständlich ist uns jedoch, dass die Verursacher nicht zu ihren Missgeschicken stehen können...


14 Juni 2015

Ferien am See

Eigentlich sieht es nicht nach viel aus von hinten...


unser Cedar Cottage am See. Aber die Aussicht von der mit Fliegengitter geschützten Veranda ist grandios:


Da kann es schon geschehen, dass einem ein Biber vor der Nase rumschwimmt. Enten sowieso. Vielleicht verirrt sich auch mal ein Waschbär oder ein Reh vor die Aussicht. Mit eigenem Sandstrand und schattigen Bäumen lässt es sich hier aushalten.


Und sollte es mal regnen, bietet es innen genügend Platz zum Verweilen. Mit zwei Schlafzimmern ist es ideal für die kleine Familie.




Inzwischen sind die ersten Gäste eingetroffen, eine Familie aus Alberta (Westcanada), die in der alten Heimat Ferien macht. Die nächsten Monate sind die Betten gut gebucht, sei es für ein Wochenende, ein paar Tage oder eine ganze Woche.

Dieser Gast hat sich nicht in der Adresse geirrt. Die Monarchfalter haben das Zuckerwasser der Kolibri entdeckt. Es ist lustig zu beobachten, wie die beiden Tiere Respekt voreinander haben. Von der Grösse her sind sie etwa gleich, aber die Kolibri lassen sich mit Düsenjäger vergleichen und die Monarchfalter eher mit einem Segelflugzeug. Bilder zu machen schaffe ich nicht, dazu bewegen sich dann beide Tiere doch zu schnell.





19 Mai 2015

Postkartensammlung

Mein Götti war ein Seemann, ein Schiffsingenieur, und reiste während seinem Berufsleben auf allen Weltmeeren herum. Er hatte immer interessante Geschichten zu erzählen, er spricht mehrere - auch schwierige - Sprachen und das Beste: Er schickte mir aus allen Teilen der Welt Postkarten. So entstand der Grundstock zu meiner Sammlung. Seither habe ich (fast) alle Postkarten gesammelt und nach über 50 Jahren ist eine beträchtliche Anzahl zusammen gekommen. 

Manchmal - eigentlich zu selten - schaue ich die Postkarten an, die Briefmarken, die Schrift und versuche herauszufinden, wer zum Gugger diese Person ist, die mir die Karte geschrieben hat. Meistens weiss ich es schon noch, aber irgendwie sind mir die Erinnerungen an einige Leute doch abhanden gekommen. Man kann halt nur soviel speichern...

Wenn wir nun Gäste aus dem Ausland im Camp haben und ich eine Gelegenheit finde, meine Postkartensammlung zu erwähnen, dann kann es schon geschehen, dass ich ein paar Wochen oder Monate darauf eine Postkarte erhalte. Ja, ich habe einige Postkarten aus Berlin, letztes Jahr ist eine aus Luxemburg eingetroffen und aus Köln sollte ich nun auch eine erhalten...




18 Mai 2015

Europäische Gäste

Gleich zu Saisonbeginn haben sich die ersten europäischen Gäste angemeldet. Nein, für einmal sind sie nicht aus Berlin, sondern aus Köln. Auch eine interessante Stadt und uns vor allem von unserem Auswanderungsinterview in der canadischen Botschaft in Bonn 1999 in Erinnerung.

Das Wetter hat am Wochenende glücklicherweise mehr oder weniger mitgespielt. Vor allem der Sonntag war der perfekte Tag. Am Morgen etwas Nebel und dann strahlenden Sonnenschein und fast 30 Grad warm. Unsere Gäste wollten einen Ausflug auf dem See machen. Da unsere Boote und das Dock erst am nächsten Wochenende bereit sein werden, nahm Marcel unser altes grünes Kanu und den kleinen 2 HP Suzukimotor aus dem Winterquartier. Der Motor sprang auch sofort an und die Beiden machten sich auf den Weg..., um nach kurzer Zeit paddelnd wieder zurückzukehren. Der Motor spuckte Benzin und muss nun erst repariert werden. Schade und schon etwas peinlich für uns, denn normalerweise funktioniert unser Equipment. Anfangs Saison kann aber schon mal etwas schief laufen, wir haben ja nur eine kurze Zeit, um alles für den Sommer herzurichten. So kam es also, dass sich R & I paddelnd fortbewegen mussten:


Am Abend dann haben sie ein echtes Schweizer Fondue bestellt. Lustig, wenn Schweizer "Nachbarn" nach Canada reisen, um das Traditionsgericht zum ersten Mal zu geniessen! Da haben wir doch gerne mitgemacht.

Heute Montag ist Feiertag (Victoriaday). Wie vorausgesagt hat es in der Nacht geregnet und ein wenig gewittert. Es ist nun bedeckt, aber immer noch 17 Grad warm. Kein Grund also, den Tag nicht auch im Camp zu verbringen. Die meisten unserer saisonalen Camper sind wieder für den Sommer eingerichtet und wir alle freuen uns auf eine gute Saison.


15 Mai 2015

Saisonbeginn

Nun ist sie also da, unsere sechzehnte Campingsaison. Wir sind gut vorbereitet, das Showerhouse, unser Sanitärgebäude, wartet frisch geputzt auf die Benutzer. Marcel konnte die Wasserpumpe, die immerhin 150 Meter tief in einer gebohrten Quelle steckt, ohne Probleme starten. Alle Leitungen scheinen den Winter überstanden zu haben, was bedeutet, dass sie im letzten Herbst sauber ausgeblasen worden sind. Wenn irgendwo Wasser liegengeblieben wäre, hätte das unweigerlich zu einer gefrorenen und schlussendlich geplatzten Wasserleitung geführt. Auch mit dem Strom ist alles in Ordnung. Die Feuerprobe bestehen unsere Anlagen, wenn am 15. Mai die saisonalen Camper ihre Strom- und Wasserleitungen anschliessen und die Netze vor allem in den ersten Tagen stark in Anspruch genommen werden.

Wir öffnen den Park jeweils am 15. Mai, was dieses Jahr bedeutet, dass es gleich auf das lange Wochenende fällt. Am Montag ist bei uns Victoria Day. Es ist der Geburtstag von Queen Victoria am 24. Mai. Und damit die Canadier in den Genuss von einem verlängerten Wochenende kommen, wird der Feiertag immer auf den Montag am oder vor dem 24. Mai gesetzt. In diesem Jahr findet er früh wie selten statt, nämlich am 18. Mai. Eigentlich spielt es keine grosse Rolle, nur heisst es diesmal für die Camper, dass sie nach dem 15. Mai nicht erst ein "normales" Wochenende haben, wo sie den Trailer für die Saison bereitmachen können, sondern gleich ins lange Wochenende starten. 

Wir haben gehört, dass einige der Saisonalen nun den Freitag (15.5.) frei genommen haben, damit sie dann trotzdem von Samstag bis Montag das lange Wochenende geniessen können. Es werden also am Freitag um neun Uhr morgens bestimmt schon einige Camper ungeduldig auf Einlass warten. Früher haben wir nie eine Zeit gesagt, aber als Marcel und ich in einem Jahr bereits um sieben Uhr bei unserem Frühstück "gestört" wurden (der einzigen ruhigen Mahlzeit für uns zusammen), haben wir nicht nur das Datum, sondern auch die Zeit festgelegt. Zwischen den Campern hat sich ein kleiner Wettlauf entwickelt, wer jetzt wohl der/die Erste im Park ist. Bevor wir die Camper in den Park lassen können, müssen wir nochmals einen Kontrollgang machen, die Lichter und die Zeitschaltuhr im Sanitärgebäude einschalten, die Abfallkübel rausstellen und alle Türen aufschliessen. 

Und dann beginnt der fünfmonatige Dauereinsatz, wo wir nie, aber auch gar nie alleine im Camp sind. An vollbesetzten Wochenenden in der Hochsaison (Juli und August) sind schon mal bis zu 200 Camper anwesend. Meistens jedoch sind es zwischen 100 und 150 an Wochenenden. Unter der Woche kann diese Zahl auch mal unter zwanzig sinken. Das Wetter spielt natürlich eine grosse Rolle. Deshalb sind wir gar nicht böse, sollte es ab und zu auch mal regnen :-)

Aber erstmal ist ganz passables Wetter vorausgesagt mit Temperaturen zwischen 15 und 24 Grad tagsüber. Am Montag soll es dann regnen, aber bis dahin ist die Feuerprobe des May-two-four Weekends bestanden. 

Max kann es kaum erwarten...





29 Oktober 2014

Jagdsaison und Herbstrückblick


Bei uns ist inzwischen Jagdsaison. Zwar sind die Wochen für die Jagd mit Schusswaffen begrenzt, aber mit Pfeil und Bogen darf ziemlich lange gejagd werden. Deshalb sieht es zur Zeit im Kühlraum der uns bekannten Schweizer Farmer so aus. Sie verarbeiten Bären, Elche und Rehe, welche jagdfreudige (oder jagdverrückte?) Canadier bei ihnen vorbeibringen, in haushaltgerecht verpackte Fleischportionen, Gehacktes, Würste etc. Auch hier hat sich die Schweizer Qualitätsmetzgerarbeit herumgesprochen und sie können sich vor Aufträgen kaum retten. Das wird nun bis Weihnachten anhalten.

Trotz ihrer vielen Aufträge haben wir sie am letzten Sonntag von der Arbeit abgehalten und einen vergnügten Nachmittag und Abend mit excellentem Essen bei ihnen verbracht...


Jagdsaison bedeutet für uns, dass die Campingsaison seit zwei Wochen zu Ende ist. Wenigstens für die Camper. Strom und Wasser sind längst abgestellt, die Trailer winterfest verpackt. Wir aber wollen noch einige Dinge im Park erledigen. Noch immer regnet es mehr als nicht und der Himmel ist meistens trüb und grau. Ziemlich langweilig, denn das kennen wir nun zur Genüge. Wir hätten bestimmt wieder einmal ein paar warme Sonnentage am Stück verdient. Draussen zu arbeiten macht nämlich mehr Spass, wenn die Sonne einem dabei zuschaut...

Anfangs Woche hat Marcel ein paar Bäume gefällt. Am Fluss sind dieses Jahr drei Plätze frei geworden und wir haben den Wechsel dazu benutzt, drei riesige Ahornbäume zu fällen. War eine ziemlich trickige Angelegenheit, denn sie sollten in die andere Richtung fallen, als sie gewachsen sind. Mit Stahlseil, Umlenkrolle und Traktor ging schlussendlich alles gut, aber es ist immer eine nervige Angelegenheit. Man weiss nie, ob der Baum doch noch eine ungewollte Drehung macht. Einen Fehler darf man nicht machen. 

Die Stämme sind nun schon vor unserer Wundermaschine aufgetürmt, bereit zur weiteren Verarbeitung. Die Aeste liegen auf Haufen bereit zum Häckseln; das werden wir jedoch erst im Frühling erledigen, es geht besser, wenn alles etwas abgetrocknet ist. Nun kann der neue Trailer kommen. Und hier ein Bild des grosszügigen Platzes direkt am Fluss:


Wir hoffen, dass wir die richtigen Leute dafür ausgelesen haben, die dieses kleine Paradies zu schätzen wissen.

Tiergeschichten Teil 3

Ich hätte ja nicht gedacht, dass es bezüglich Tiere noch so nervig wird. 

Ziemlich lustig fand ich zwar die zwei Waschbären, die mitten an einem Herbsttag im Gänsemarsch vor meinem Fenster durcheilten und nachher einfach nicht mehr aufzufinden waren. Vielleicht sind sie aus ihrem Heim vertrieben worden, als die Söhne des im letzten Sommer verstorbenen Saisoncampers den Trailer samt Anbau abräumten. Immer wieder haben sich in den letzten Jahren dort Waschbären rumgetrieben und vermutlich haben sie tatsächlich dort auch gewohnt. Und nun mussten sie plötzlich ausziehen. So jedenfalls hat es für mich ausgesehen.

Dass wir dieses Jahr besonders viele Viecher im Park haben, habe ich hier berichtet. Aber dass sie uns in der Lodge auch nicht in Ruhe lassen, das geht gar nicht. Ab und zu eine Maus, damit kann ich leben. Dafür gibt es sehr effiziente Fallen. Aber Eichhörnchen, und dann noch fliegende dazu? Das geht eindeutig zu weit! Und wir wissen leider noch immer nicht, wo und wie sie hereinkommen. Es braucht nur ein kleines Loch dazu. So sind wir inzischen bei "flying squirrel" Nummer 5 angelangt... und irgendwo hinter mir springt (oder fliegt) noch Nummer 6 herum. 


Die Falle steht bereit und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder zuschnappt. Dem Erdnüsslibutter sei Dank. Es ist eine Lebendfalle und ich trage die Beute gewissenhaft weit weg von der Lodge und lasse sie erst hinter dem Workshop wieder frei. Ich habe bisher auch nicht das Gefühl gehabt, dass ich immer das gleiche Tier wegtrage, denn sie sehen durchaus verschieden aus und haben nicht das gleiche Verhalten in der Falle. Da gibt es Fighter und Nette, Verzweifelte und Verfressene. Aber warum nur habe ich trotzdem das Gefühl, die lachen mich aus??? Ich glaube ich sollte es doch mal mit der Rattenfalle versuchen...


Uebrigens habe ich gelesen, dass Flying Squirrels im Unterschied zu den normalen Eichhörnchen erstens nachtaktiv sind und zweitens in Gruppen leben, normalerweise bis zu zwölf Stück. Es können aber auch bis zu fünfzig sein. Na dann, gute Nacht...!

Und Max? Der findet die ganze Jagd ziemlich lustig und hilft eifrig mit. Als vor ein paar Tagen ein Streifenhörnchen durch die offene Tür ins Restaurant gelangte und Marcel es endlich mit dem Besen wieder hinausjagte, sass Max vor dem Eingang und hat es postwendend wieder hereingetrieben. Er konnte gar nicht verstehen, warum wir das ziemlich doof fanden.

Der Zeit voraus

Am 22. Oktober habe ich zu meinem Schrecken gemerkt, dass wir hier in Canada nicht immer um Jahrzehnte im Rückstand sind. In einigen Dingen sind wir durchaus unserer Zeit voraus (gesehen im Crapy Tire). Komischerweise haben sie diesmal Halloween ausgelassen, wenigstens in dieser Ecke des Ladens...



Abgeschnitten

Vor zwei Wochen, am Tag nach der Schliessung des Parks, musste noch ein Monteur einen defekten Trailer flicken. Nach seiner Ankunft früh am Morgen bemerkte er zu uns, dass die Strasse etwa zwei Kilometer vor dem Camp ganz heftig ausgewaschen sei und er nur knapp mit seinem Truck durchfahren konnte. Und so sah es aus:


Ein Telefonanruf zum Strassenamt genügte - und innerhalb von 24 Stunden war der Schaden mehr oder weniger behoben. Wir vermuten, dass durch den Dauerregen ein Biberdamm den Wassermassen nicht mehr standgehalten hat und alles in einem Sturzbach den Hügel runterlief. Glücklicherweise hat sich das meiste Wasser anschliessend im Gehölz verlaufen. Trotzdem kann man am Ufer im Park sehen, dass auch unser Bach ganz massiv angeschwollen sein muss. 1996, also vor unserer Zeit, hat übrigens ein gebrochener Biberdamm in unserem Camp einen riesigen Schaden angerichtet und sogar die Brücke zwischen Lodge und Park weggespült. Hoffentlich bleiben wir vor so einem Ereignis verschont. 

Nachschub

Mit dem neuen Holz hat es auch endlich geklappt. Anfangs Oktober haben wir die neue Ladung erhalten:


Der Holzschopf ist inzwischen randvoll und wir werden im Winter bestimmt nicht frieren.

Ziemlich clever

Wer hat schon sowas gesehen? Fünf Personen sind mit diesem Truck und ihren Spielzeugen (ATVs und Dirtbikes) angereist und haben es sich im Log Cottage gemütlich gemacht. Es erstaunt mich immer wieder, auf was für Ideen unsere Gäste kommen:



Herbst

Der Herbst hat übrigens ganz kurz doch noch stattgefunden. Am 25. September habe ich diese Aufnahme an unserer Strasse gemacht. Ein solcher Anblick ist einfach überwältigend...


Es waren die letzten wirklich schönen Tage mit milden Temperaturen. 



13 September 2014

Hochzeit

Ende August war sie endlich da, die Woche mit der Hochzeit. Mein Gottemeitli heiratete! Und obwohl sie in Nordafrika lebt und arbeitet, haben sie und ihr zukünftiger Mann beschlossen, den grossen Tag hier in Nordontario zu feiern. Ein Glück für mich, denn wir konnten endlich wieder einmal bei einem Familienanlass mitfeiern.

Die Hochzeit sollte in einem Camp am Rande des Algonquin Parks stattfinden (ca. 90 km südlich von uns). Kurzerhand wurde das ganze Camp mit 68 Schlafplätzen für das Wochenende gemietet, ein Festzelt aufgestellt, ein Buffet mit feinem Essen bestellt und ein Spanferkel organisiert. Das tönt ziemlich einfach. War es aber nicht. Meine Nichte und ihr Zukünftiger leben nämlich ein paartausend Kilometer östlich von Ontario. Sie arbeitet bei der canadischen Botschaft. Durchorganisiert wie sie ist, hat sie alles via Internet und Telefon von dort aus geplant und recherchiert. Natürlich ging es nicht ohne Hilfe hier vor Ort. Und wer durfte/wollte/musste diese Aufgabe übernehmen? Richtig - es ist ihre Mutter, meine jüngere Schwester. Wochenlang hat sie Aufträge ausgeführt, recherchiert, begutachtet, bestellt und dann gebacken, gekocht, gebastelt. A & M kamen 10 Tage vor der Hochzeit in Canada an und mussten sich beeilen, um die Hochzeitskleider anzupassen und bei all den vielen Vorbereitungsarbeiten und -entscheidungen zu helfen. Natürlich wurde auch von Freunden die eine oder andere Party organisiert, was immer mit langen Autofahrten (und langen Nächten) verbunden war.

Marcel und ich haben bis auf ein paar kleine Ueberraschungen nicht viel zu tun gehabt,... 


In diesem Leiterwagen, der aus der Familie von A.s Vater stammt, wurden die Eheringe von A.s Bruder und Neffen (meinem Grossneffen) vorgefahren. 
Marcel hat den Leiterwagen repariert und hochzeitstauglich gemacht.

... aber wir durften die Bräutigamfamilie für zwei Nächte beherbergen. Sie kommen aus dem Libanon und für sie war Canada eine ganz neue Welt. Wir hatten viel Spass und zudem sehr viel über Land und Leute gelernt. Nie hätte ich gedacht, dass im Libanon praktisch alle Leute französich sprechen, zudem auch englisch und natürlich arabisch. Wir lernten neue Gerichte kennen und andere Gewohnheiten.


Familiengemingel bei einem gemeinsamen Pizzaabend

Dann endlich der grosse Tag. Ein Teil der Gäste ist bereits am Freitag angereist. Das Wetter war etwas durchzogen und der Wetterbericht für den Samstag nicht vielversprechend. Und dann war es pures Glück. Die Zeremonie draussen am See hat bei trockenem Himmel stattgefunden und erst bei den Fotoaufnahmen nachher hat es zu regnen begonnen. Das Essen und die Party haben im Zelt stattgefunden und da machte der Regen nicht viel aus. Die Temperaturen waren nämlich durchaus passabel. 24 Grad und mehr, da macht einem so ein bisschen Regen nichts aus. Und hier ein paar Bilder, wild durcheinander:











Das Hochzeitsfest war vor allem so spannend, weil Gäste aus fast allen Kontinenten anreisten. Wir markierten dies auf einer Landkarte mit "Güfeli", für mich eine sehr spannende Angelegenheit:


Und weil man es vielleicht nicht richtig sehen kann, zähle ich die Länder hier mal auf (ohne Garantie auf Vollständigkeit):

Schweiz (natürlich), Canada (natürlich)... und dann: Sudan, Libanon, Brasilien, Congo, Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Iran, Marokko, Pakistan und Türkei. 

Die multikulturelle Gesellschaft äusserte sich vor allem auch in der Musik, die gespielt wurde. Nebst vielen bekannten aktuellen englischen Songs ertönte auch der Zillertaler Hochzeitsmarsch (ein Wunsch vom Schweizer Grossvater), Louis Armstrong (auf Wunsch der Schweizer Grossmutter) und viel arabische Musik, vermutlich aktuelle Schlager. Dieses Musikgemisch war es, was die ganze Nacht lang im canadischen Busch zu hören war - eine sehr spezielle Angelegenheit!


14 August 2014

Gäste aus Berlin... und Luxemburg

Seit unserem ersten Jahr im Camp finden uns immer wieder Menschen aus BERLIN. Irgendwie ziehen wir sie an... die Berliner.
In den ersten Jahren waren es ein paar "Zimmermannen", die mehrmals mit wechselnden Begleitern bei uns Ferien machten, ein Kanu mieteten und jeweils für zehn Tage im Busch verschwanden, um in der Natur zu leben. Sie kamen sogar einmal im tiefsten Winter.

Dann im letzten Jahr war es Peter, der mit seinem Riesenwohnmobil auf der Durchreise war und fast drei Wochen blieb.

Nun, vor zwei Wochen besuchten uns zwei Luxemburger, Grossvater mit Enkel, und man ahnt es, der Enkel wohnt... in BERLIN. Sie waren auf der Suche nach Fischen, d.h. schon seit Jahren träumten sie von einem gemeinsamen Angelurlaub, irgendwo auf dieser Welt. Dieses Jahr setzten sie ihr Vorhaben in die Tat um. Sie wählten Canada als Ziel und fanden... uns. Sie wollten eigentlich nur zwei Tage bleiben; schlussendlich wurden es zehn. Wir verbrachten oft Zeit zusammen, im Pizzahaus oder in der Lodge, wir räuchten Fisch, wir tranken Schnaps - so richtig feinen alten aus der Schweiz - und jeden Morgen kamen sie zum Kaffee. (Uebrigens haben wir festgestellt, dass die Luxemburger wie die Schweizer Schnaps trinken: nippen nicht kippen!) Es wurde viel diskutiert und erzählt. Jeden Tag fuhren sie mit dem Boot raus, um ihr Glück zu versuchen. Das Wetter war sehr nett, fast kein Regen... Und sie bestanden darauf, uns etwas zu helfen. So haben sie den Strand beim Cedar Cottage in kürzester Zeit von Seegras, Aesten und andern Dingen gesäubert (die Gänse sind wieder mal aktiv).



Und nun? Am nächsten Wochenende erwarten wir neue Gäste aus BERLIN. Wir sind gespannt.


Natürlich haben wir BERLIN schon lange auf unserer Bucket List. Die Zukunft wird zeigen, ob wir es je dahin schaffen. An Stadtführern würde es uns jedenfalls nicht mangeln.