Nun kann ich die Katze endlich aus dem Sack lassen. Einige meiner Besucher hier haben ja schon davon erfahren:
Wir haben das Camp verkauft und sind am Zügeln!
Und hier die Geschichte:
Es gibt Dinge, die kann man nicht steuern. Wie zum Beispiel meinen Kampf mit dem Traktor. Der Traktor hat gewonnen. Es geschah eine Woche nach meinem letzten Eintrag im September 2015. Wir waren am Holzen und irgendwie geriet mein linker Mittelfinger zwischen die Traktorschaufel und den Baumstamm. Autsch! Die Fingerspitze war völlig gequetscht und hing nur noch an einem Zentimeter am restlichen Finger (ein Bild davon erspar ich Euch lieber). Ich war überzeugt, dass das amputiert werden musste. Der Campingplatz war noch voll in Betrieb und so blieb Marcel hier. Ich wickelte Gaze und einen Plastiksack um die (zum Glück linke) Hand und fuhr die 36 km ins Spital. Dort wartete ich zwei Stunden und dann nähte eine Assistenzärztin den Finger wieder zusammen, irgendwie. Sie war so stolz auf ihr Werk, meinte jedoch, dass es das mit dem Nagel wohl gewesen sei. Nach zwei Mal röntgen - einmal vor und einmal nach dem Nähen - sah der zusammengefügte Knochen gut fixiert aus und ich fuhr mich am frühen Abend (nach einem Besuch in der Apotheke für Medikamente) wieder nach Hause. Nach zwei Tagen nochmals in die Stadt für den Verbandwechsel und dann ging praktisch nichts mehr für sechs Wochen. Der Bruch vom Finger musste heilen und die Haut wieder zusammenwachsen.
Heute,
nach sieben Monaten ist der Nagel fast normal nachgewachsen
und der Finger sieht aus wie früher, nur die Narben innen drin machen mir zu
schaffen. Vermutlich sieht's da ziemlich verwurschtelt aus. Ein Wunder ist
die Heilung auf jeden Fall.
Natürlich war es
extrem mühsam, so ohne linke Hand und mit Schiene. Nichts mehr durfte ich: Holzen, Putzen, Haushalten,
Gärtnern. So ein Unfall ist ja schon anderen Menschen passiert, aber wenn man nicht
selber mal betroffen ist, weiss man gar nicht, wie sehr man mit einem
verletzten Finger handikapiert ist. Es war schon toll, "nicht putzen zu dürfen",
vor allem im Campground. Aber gemacht werden musste es trotzdem und es war
mühsam. Die Herbst-Schlussarbeiten konnte ich nur notdürftig erledigen und musste Vieles auf den nächsten Frühling verschieben.
Für Marcel war es nicht einfach. Er hat mir viele Arbeiten abgenommen, war jedoch selber eingedeckt bis zum geht-nicht-mehr. Der Zwischenfall hat uns gezeigt, wie nah am Abgrund wir eigentlich operieren und wie schnell man aus der Bahn und ans Limit geraten kann. Wir machten uns mehr Gedanken, wie es für uns weitergehen soll. Da wir keine 30, keine 40 und auch keine 50 mehr sind, wurde uns bewusst, dass wir unmöglich das Camp noch lange so weiterführen konnten.
Zudem hatten wir uns im Sommer ein Haus an einem anderen See gekauft mit der Absicht, es über den Winter zu renovieren und dann vielleicht zu vermieten. Anschliessend wollten wir das Camp zum Verkauf ausschreiben. Erfahrungsgemäss kann sich so ein Verkauf über Jahre hinziehen. Durch den Unfall merkten wir plötzlich, dass wir uns ein zu grosses neues Projekt angeschafft haben. Unmöglich konnten wir Haus und Camp gleichzeitig unterhalten, wir mussten das eine oder andere loswerden und das schleunigst. Wir sprachen mit unserer Maklerin und beauftragten sie, Haus und Camp zum Verkauf vorzumerken, allerdings nicht offiziell. Sie sollte einfach ihr Netzwerk spielen lassen. Und dann harrten wir der Dinge, die da kamen. Ab und zu gab es eine Besichtigung zum Haus, aber kein wirkliches Interesse. Es war etwas nervenaufreibend. Wir waren hüben wie drüben mit Schnee räumen beschäftigt, und das nicht zu knapp. Im Camp benutzten wir - das heisst Marcel - den Traktor mit dem Schneegebläse und beim Haus hatten wir unseren kleinen Snowblower stationiert. Dieses Gerät stand im Camp bisher mehr oder weniger nur herum, denn auf dem unebenen Gelände war es schwer zu bedienen.
Dann Ende Februar ein Telefon: Kann morgen das Camp besichtigt werden? Was?!! Nur einen Tag später? Unmööööglich, wir brauchen mindestens zwei Wochen, um es einigermassen präsentabel hinzukriegen. Gesagt, getan. Wir rotierten für zwei Wochen ganz schön. Zu allem hin wurde Frau Holle übermütig und wir erhielten innerhalb von sechs Tagen 90 cm Schnee, und das in vier Tranchen. So mussten wir also - nebst dem Aufräumen und Präsentieren - noch ausgiebig alle Wege schaufeln und schneeräumen, und nochmals, und nochmals und ja, nochmals! (Seither bin ich in Behandlung beim Chiropraktiker...)
Die interessierten Käufer kamen mit ihrem Agenten anfangs März. Sie blieben lange und schauten ausgiebig hinter und um unsere Schneeberge herum. Die Häuser waren ja kein Problem, aber draussen sah man ausser Schneehaufen wirklich nicht viel... Einen Tag später dann der Anruf, sie hätten alle anderen Campbesichtigungen auf Eis gelegt und wollten sich auf unseren Betrieb konzentrieren. Und dann kam es, wie es kommen musste: Zehn Tage später hatten wir einen unterschriebenen Verkaufsvertrag. Dann nochmals drei Wochen Zitterpartie, bis alle Konditionen erfüllt waren - Et voilà: Wir haben verkauft per 5. Mai 2016.
Das war der wichtigste Moment seit Langem. Zum Nachdenken blieb keine Zeit, denn wir haben nur sieben Wochen, um das Geschäftliche und Private voneinander zu trennen, unsere Siebensachen zu packen und unser Lebenswerk gegen das neue Heim am See einzutauschen. Das lässt sich nun ganz einfach so auf Papier (in den PC) schreiben. In Wahrheit ist es eine Riesenarbeit. Für mich begann eine Zeit der Nachtarbeit, weil ich nachts einfach am meisten Ruhe zum Packen habe. Tagsüber fahren wir in unser Haus und zügeln die gepackten Kisten, Körbe und Möbel. Mit Hilfe von Freunden und Familie schaffen wir es bestimmt, unser neues Haus zu renovieren und mit unseren tausend Habseligkeiten umzuziehen. Pünktlich am 5. Mai werden wir die Schlüssel an unsere Nachfolger übergeben.
Und nun gehe ich weiterpacken. Trailer-Ladung Nummer vier (oder ist es schon Nummer fünf?) steht auf dem Programm. Hier unsere neueste Errungenschaft: Sehr praktisch für dieses Unterfangen:
Dann Ende Februar ein Telefon: Kann morgen das Camp besichtigt werden? Was?!! Nur einen Tag später? Unmööööglich, wir brauchen mindestens zwei Wochen, um es einigermassen präsentabel hinzukriegen. Gesagt, getan. Wir rotierten für zwei Wochen ganz schön. Zu allem hin wurde Frau Holle übermütig und wir erhielten innerhalb von sechs Tagen 90 cm Schnee, und das in vier Tranchen. So mussten wir also - nebst dem Aufräumen und Präsentieren - noch ausgiebig alle Wege schaufeln und schneeräumen, und nochmals, und nochmals und ja, nochmals! (Seither bin ich in Behandlung beim Chiropraktiker...)
Die interessierten Käufer kamen mit ihrem Agenten anfangs März. Sie blieben lange und schauten ausgiebig hinter und um unsere Schneeberge herum. Die Häuser waren ja kein Problem, aber draussen sah man ausser Schneehaufen wirklich nicht viel... Einen Tag später dann der Anruf, sie hätten alle anderen Campbesichtigungen auf Eis gelegt und wollten sich auf unseren Betrieb konzentrieren. Und dann kam es, wie es kommen musste: Zehn Tage später hatten wir einen unterschriebenen Verkaufsvertrag. Dann nochmals drei Wochen Zitterpartie, bis alle Konditionen erfüllt waren - Et voilà: Wir haben verkauft per 5. Mai 2016.
Das war der wichtigste Moment seit Langem. Zum Nachdenken blieb keine Zeit, denn wir haben nur sieben Wochen, um das Geschäftliche und Private voneinander zu trennen, unsere Siebensachen zu packen und unser Lebenswerk gegen das neue Heim am See einzutauschen. Das lässt sich nun ganz einfach so auf Papier (in den PC) schreiben. In Wahrheit ist es eine Riesenarbeit. Für mich begann eine Zeit der Nachtarbeit, weil ich nachts einfach am meisten Ruhe zum Packen habe. Tagsüber fahren wir in unser Haus und zügeln die gepackten Kisten, Körbe und Möbel. Mit Hilfe von Freunden und Familie schaffen wir es bestimmt, unser neues Haus zu renovieren und mit unseren tausend Habseligkeiten umzuziehen. Pünktlich am 5. Mai werden wir die Schlüssel an unsere Nachfolger übergeben.
Und nun gehe ich weiterpacken. Trailer-Ladung Nummer vier (oder ist es schon Nummer fünf?) steht auf dem Programm. Hier unsere neueste Errungenschaft: Sehr praktisch für dieses Unterfangen:
Noch etwas ganz Wichtiges zum Schluss: Alle Boy-Toys ziehen mit uns um, der Traktor, die Schneeschleuder, der Bagger, der Holzschnetzler, alle grossen Gartengeräte (bis auf den Sitzrasenmäher)... und ja, auch unsere Wundermaschine, der Holzprozessor kommen mit ins neue Daheim. Uns wird es bestimmt nicht langweilig werden... :-)