18 Mai 2016

Weitere Entdeckungsreise

Auch heute ging ich auf Entdeckungsreise. Zuerst jedoch holte ich unseren Tagesgast ab. Ihre Besitzerin musste dringend weg und da wir nur noch 20 km voneinander weg wohnen, war das keine grosse Sache. Bybe kam einfach zu uns und kam mit Begeisterung mit auf meinen Rundgang.


Dazu muss ich noch Folgendes erwähnen. Unser Grundstück hat eine sehr aussergewöhnliche Form, die am Besten mit einem altmodischen Telefonhörer zu vergleichen ist. Unten ein grosses Stück Land, oben ein grosses Stück Land und dazwischen am hinteren Ende ein zehn Meter breites und über dreihundert Meter langes Verbindungsstück (das sich mitten im Wald befindet). Die vordere Verbindung der beiden Stücke ist unsere öffentliche Zugangsstrasse, die beim unteren Teil des Grundstückes zu einer Privatstrasse (Sackgasse) wird und durch das Stück beim See mit dem Haus weiterführt zu vier Nachbarn. Alles klar? Spielt auch keine Rolle. Jedenfalls wollte ich das obere noch unbekannte Stück Land erkunden und den zehn Meter breiten Streifen irgendwie finden. Es soll da Wege geben, habe ich schon gehört...

Beim Gehen auf der Strasse schaute ich mir ein Schild genauer an, das mir beim Vorbeifahren immer aufgefallen ist, das ich jedoch nie lesen konnte. Das Schild amüsiert mich, ich habe tatsächlich mehr Angst, einem Bären als diesem Killer-Aussie zu begegnen... :-)... und ich bin schon froh, dass ich Bybe dabei habe, aus demselben Grund.


Kurz nachher sind wir bei unseren Briefkästen und der Hauptstrasse angekommen. Dahinter befindet sich unser zweites Stück Land, alles Wald.


Mutig betrete ich den Wald und finde gleich dieses Schmuckstück, eine alte Holzofentüre, sehr dekorativ...


Und dann gibt es viel Aufräumarbeiten für Marcel und seinen Traktor. Das Holz sieht ziemlich verrottet aus, ob man es wenigstens noch für ein Campfeuer brauchen kann?


Einen Weg habe ich gefunden und auch das "No Trespassing" Schild, das wir letzten Herbst aufgestellt haben:


Nun weiter auf völlig unbekannten Wegen... ob dieser imposante Felsen noch auf unserem Stück Wald liegt?


Der Weg wird ziemlich matschig. Die Pfützen müssen wir irgendwie umgehen.


Bybe findet es ausgesprochen spannend. Welcher Hund würde das nicht?


Dann wird es wieder trockener und ich finde viele dieser niedlichen Blümlein. Für einmal interessiert mich der Name (noch) nicht.


Hier erblicke ich das Haus der Nachbarn, das von unserem Grundstück und der Strasse umschlossen ist. Das Haus ist von der Strasse überhaupt nicht zu sehen. Es ist ziemlich gross. Ich glaube, ich werde den Nachbarn bald einen Vorstellungsbesuch machen.


Plötzlich kommt eine schöne Lichtung und der Wald scheint irgendwie aufgeräumter. Ob ich aus Versehen bei einem Nachbarn gelandet bin?


Ueberall hängen kleine rosarote Plastikbändel. Ich merke, sie markieren Wege. Das gibt mir ein wenig Sicherheit, denn in Canada kann man sich in solchen Wäldern schnell verirren. Wenn die Bäume bereits Blätter tragen würden, hätte ich dieses Abenteuer nicht einfach so gewagt, obwohl ich behaupte, dass ich einen ziemlich guten Orientierungssinn habe...


Nachdem ich einen so markierten Weg wieder zurückgegangen bin und eine andere Richtung eingeschlagen habe, sehe ich plötzlich eine schmale Naturstrasse und ein ofenähnliches Gebilde, das mir bekannt vorkommt...


Und tatsächlich, meine Rechung ist aufgegangen, hier ist unser Haus vom hinteren oberen Ende des unteren Grundstückteils gesehen. Ich bin erleichtert und auch ziemlich stolz, dass ich gleich beim ersten Mal mein Ziel so gut getroffen habe. 


Marcel hat unterdessen begonnen, den unzähligen Himbeerstauden den Garaus zu machen. Ich muss ihm unbedingt helfen.


16 Mai 2016

Gartenbegehung

Viel gibt er ja noch nicht her, unser Garten. Der grösste Teil ist überwuchert mit Gras, das lange nicht mehr geschnitten wurde. Dann haben sich Himbeerstauden breit gemacht, die sich besser auf einen Kampf vorbereiten, den sie nicht überleben werden... Und trotzdem, wenn man gut hinschaut, sieht man die Ueberlebenden, diejenigen Pflanzen, die sich vom Gras nicht bezwingen liessen, wie z.B. diese Traubenhyazinthen:


oder ein paar Osterglocken inmitten der Essigbäume


Eine ganze Essigbaum-Allee gibt es hier. Sehr dekorative Bäumchen, die sich im Herbst tiefrot verfärben und ungewohnte Früchte tragen:


Der im letzten Herbst gepflanzte Rhabarber entwickelt sich prächtig (und eine erste Portion Löwenzahnblattsalat dürfte es auch bald geben).


Der Ausblick zum Nachbarn nach Westen: Viel Wald und kein Mensch weit und breit. Die Parzelle gehört der Gemeinde und wird nicht genutzt (zum Glück für uns).


Der Weg neben dem Garagengebäude vorbei zum See. 


Und dann seh' ich sie, die Trillium, die Provinzblume von Ontario, allerdings in burgunder und nicht in weiss. Das freut mich aber sehr und ich werde dazu schauen, dass sie sich ungestört vermehren kann:


Ein Fall für die Motorsäge, eine Zeder, ziemlich angeknabbert...


Hier soll angeblich mal ein Gemüsegarten gewesen sein... mmmh - wir werden sehen...


Und zu guter Letzt: Das Aufhängen der Futterstellen hat sich gelohnt. Ein Goldzeisigpärchen (American Goldfinch - eine Finkenart) hat uns entdeckt, wie schön...


und gleich nochmals:


Bei den Kolibris hat sich zum Männchen auch schon ein Weibchen gesellt. Es dürften bald mehr werden. Ich bin sehr gespannt, welche weiteren gefiederten Besucher ich bald vorstellen kann.


12 Mai 2016

Die Rechnung ist aufgegangen

Wohlweislich und aus Erfahrung haben wir schon vor einer Woche den Hummingbird feeder (Kolibrifutterstelle) aufgehängt und tatsächlich, heute hat der erste dieser winzigen Flattervögel unser Zuckerwasser entdeckt. Natürlich bin ich im Moment (fast) immer kamerabereit und kann somit dieses Ereignis auch dokumentieren:



Nach einem anstrengenden Tag in der Stadt, wo wir allerlei Papierkram erledigt haben, stand noch der Besuch auf dem "Dump", unserer Abfalldeponie, an. Im Gegensatz zum letzten Wohnort können wir allen Abfall zentral an einem Ort deponieren. Und seit einiger Zeit wird da auch fleissig getrennt. Es sieht zwar ziemlich chaotisch aus, aber tatsächlich werden Hausabfall (nur in klaren Säcken) / Metalldosen, Plastikflaschen, Glas und Plastikverpackung (auch in schwarzen Säcken oder lose) / Karton, Styropor und Altpapier / Altmetall und elektrische Geräte / und aller andere Gerümpel... fein säuberlich getrennt und in verschiedenen Containern, Löchern im Boden oder Haufen auf dem Gelände sortiert. Kosten tut es nichts, oder besser gesagt, wird bereits mit den Steuern bezahlt. Und der absolute Vorteil für uns, der Dump liegt nur etwa sechs Kilometer von unserem Haus entfernt. Fast schon ein Luxus für uns!

Hier ein Bild vom Dump, mitten im Busch gelegen:



Auf der Fahrt zum Dump, die durch eine solche Gegend führt...


...begegnete uns (nur etwa zwei Kilometer von unserem Haus entfernt) Meister Petz. Er war neugierig genug, damit ich wieder mal genug Zeit hatte, um die Kamera zu zücken. Auch diesmal musste ich das Zoom zu Hilfe nehmen:


Und zum Schluss noch dieses, damit man nicht allzu neidisch wird... wir haben im Moment 25 Grad PLUS (hier der Beweis):


Aufs Wochenende jedoch sind Regen und/oder Schnee und Temperaturen zwischen minus drei und plus sechs Grad angesagt. Darüber sind wir aber nicht böse. Wir hatten sooo viel Glück mit dem Wetter beim Zügeln, dass wir ein kühles Wochenende gut vertragen. Und Kisten genug zum Auspacken stehen auch noch herum.


11 Mai 2016

Bei solchen Aussichten

am Morgen, kann man unmöglich lange im Bett bleiben:


Es ist die Aussicht vom Wohnzimmer, vom Büro und vom Schlafzimmer - absolut faszinierend, den See so nah zu haben. Das Haus steht etwas schräg in der Landschaft und wir blicken hier Richtung Südsüdwesten. Die Sonne ist eben am Aufgehen...


Marcels neues Reich rechts, eine riesige Garage mit Loft. Wir haben alles bereits gefüllt, denn viele Dinge mussten uns vom Camp begleiten. Auch ich freue mich auf neue Projekte.


Das erste Campfeuer (es war am 30. April) haben wir bei den Nachbarn auch bereits genossen. Es gibt viele Felsen hier in der Gegend. Bald haben wir Zeit, um alles zu erkundigen. 

Heute fahren wir zum (hoffentlich) letzten Mal ins Camp, um die Werkstatt fertig aufzuräumen. Es gibt natürlich viel mehr Arbeit als erwartet und wir dürfen uns glücklicherweise Zeit nehmen. Die neuen Besitzer sind sehr entgegenkommend (und praktisch ist es ja auch für sie, denn es tauchen immer wieder neue Fragen auf). Wir sind beide völlig ausgepumpt und müssen uns dringend erholen. Noch ein, zwei Tage mit wichtigen Terminen, wie Ausweise ändern, Zahnarztbesuch, Arztbesuch, Buchhalter, Bank - kurzum, alles, was in den letzten Wochen einfach nicht drin lag - und dann können wir die Umgebung unseres neuen Zuhauses erkunden und die unzähligen Kisten auspacken.



08 Mai 2016

Unglaublich

Was für ein Geschenk! Bei der Fahrt am Samstag nach Hause trafen wir auf der Songis Road ungefähr sechs Kilometer vom Camp entfernt diesen faszinierenden Elch. Marcel stoppte sofort, damit ich meine Camera startklar machen konnte. Mit dem Zoom entstanden diese Bilder:




Elche sind extrem scheue Tiere und noch nie ist es mir gelungen, ein Bild zu machen. Umso mehr freut mich, dass es diesmal gelungen ist (und das obwohl meine Camera mit einem ausgesprochen schlechten Zoom ausgerüstet ist).




06 Mai 2016

Adieu Camp

Nun ist das Camp Geschichte für uns. Seit Donnerstagabend um 16.30 Uhr sind wir nicht mehr die Besitzer. Vielfältige Gefühle kommen da auf. Es war ein echter Chrampf die letzten Tage. Wir sind beide total geschafft. Vor unserem neuen Daheim stehen noch zwei voll beladene Trailer, die geleert werden sollten. Irgendwie schaffen wir es nicht, denn noch immer fahren wir die 85 km Strecke jeden Tag hin und zurück.

Heute waren wir im Camp, um das Wasser und die elektrischen Anlagen im Campingplatz einzuschalten. Am Samstag werden wir beide den ganzen Tag mit den neuen Besitzern verbringen, um sie in unsere "Geheimnisse" der Camp-Führung einzuweihen. Und am Montag und Dienstag haben wir die Gelegenheit, Marcels Werkstatt leerzuräumen. Dazu reichte die Zeit bisher einfach nicht. Es ist sehr selten, dass ein Camp in so kurzer Zeit übergeben wird. Aber es hat einfach alles gepasst und es musste so sein. Nun brauchen wir dringend etwas Zeit, unsere geschundenen Knochen zu erholen. Wir beide hinken ziemlich in der Welt herum, aber hey! Es hat sich gelohnt, wir sind jetzt offiziell pensioniert!

Gestern nahm ich mir ein paar Minuten, um Abschiedsbilder zu machen:
adieu Lodge


adieu Pizzahaus


adieu Unterstand


adieu Gästehaus


adieu Gartenhaus


adieu Kanugarage


adieu Holzschopf


adieu Bootshaus


adieu Werkstatt und Garage


adieu Container
du hast uns von der Schweiz nach Canada begleitet


adieu geliebter Blumengarten
Da der Frühling so verzögert ist, konnte ich keine Blumenableger ausgraben und mitnehmen.


adieu Restaurant


adieu Bar


adieu Wohnzimmer
Siehst riesig aus ohne unsere Möbel.


adieu Badezimmer
Du warst der erste fertige Raum in unserer Wohnung.


adieu Gazebo


adieu Showerhouse


adieu ihr 17 Toiletten
Euch weine ich keine Träne nach.


adieu Campground
Hast uns im letzten Dezember noch eine Menge Arbeit eingebrockt, um die wir uns allerdings nicht mehr kümmern müssen.


noch mehr umgefallene Bäume


Die Cottages habe ich total vergessen zu fotografieren, ebenfalls das weisse alte Cottage, das bald in sich zusammenfallen wird. Bei Rex und Max war ich noch rasch, sie werden uns immer fehlen. So viele Erinnerungen...

Aber nun erwartet uns dieses:


Die Aussicht vom Deck bei unserem neuen Zuhause auf den See. Ab sofort täglich unsere Routine, wenn wir wollen...