Am 28. März 2007 - also vor genau 13 Jahren - habe ich mit dem Bloggen begonnen. Damals noch bei "Blueblog" von Bluewin. Die gratis Bluewin-Blogs wurden 2009 eingestellt und ich habe, bevor alles gelöscht wurde, Sicherheitskopien gemacht. Da am Ende jenes Winters unerwartet eine unvermeidbare und unglaubliche Renovation des Log Cottages anstand, möchte ich dies hier nochmals veröffentlichen. Übrigens habe ich festgestellt, dass damals Ende März der meiste Schnee auf den Wiesen bereits geschmolzen war. Aus diesem Grund war das Restaurant schon längst geschlossen und wir konnten uns den grossen Renovationen zuwenden, die meistens nur in der Zwischensaison erledigt werden konnten.
Meine ersten Blogeinträge vom 28. März bis 1. April 2007:
2007-03-28
Alles neu macht der.... März
Es ist soweit: Mein eigener Weblog ist eröffnet. Nun muss ich mich nur noch mit der Technik vertraut machen, meine Beiträge schreiben und Jedermann ist auf dem Laufenden. Sofern sie auf dem Laufenden sein wollen. Ist doch praktisch. Ich habe nämlich langsam die Uebersicht verloren, wem ich was schon berichtet habe. Nun schreib ich es einmal - et voilà!
Heute ist der 28. März 2007. Schon bald sieben Jahre leben wir abgelegen im Busch. Normalerweise beenden wir um diese Jahreszeit die Wintersaison. Aber dieses Jahr war alles anders. Nachdem wir sehr spät und für canadische Verhältnisse sehr wenig Schnee erhalten haben, hat sich der Winter nach ein paar Wochen schon wieder verabschiedet. Zwar fallen nachts die Temperaturen immer noch unter Null, aber tagsüber kann es schon mal 12 Grad warm werden. Das erste Gewitter hatten wir auch schon, mit Stromausfall - wie üblich. Zudem regnete es wie aus Kübeln und so hat sich der schmelzende Schnee und unser Sand in ein Schlammfeld verwandelt und ohne Gummistiefel ist man draussen verloren. Nach ein paar trüben Tagen mit Regen und Schnee scheint heute die Sonne und ich staune immer wieder, wie sich dadurch die Landschaft freundlich verwandelt. Der See ist immer noch mit einer dicken Eisschicht bedeckt, aber unser Fluss erkämpft sich mehr und mehr sein Territorium zurück. Der Wasserspiegel ist schon sehr hoch und wir werden dieses Jahr sicher wieder einen überschwemmten Strand haben und wenn sie den Damm am anderen Ende des Sees nicht rasch öffnen, könnte die Spielwiese auch wieder unter Wasser stehen. Wäre nicht das erste Mal, dass ich mit dem Boot auf der Wiese unterwegs wäre...
Marcel ist mit Rex (unserem Schäfer-Husky-Mischling) im Log Cottage. Nach einem Wasserleitungsbruch haben wir beschlossen, jetzt doch endlich die Küche zu erneuern und weil's grad im Gleichen geht, ersetzt er auch die Bodenbretter, den Teppich, die Stromleitungen, die Abwasserleitungen - und leider entdeckt er jeden Tag etwas Neues, das auch noch ersetzt werden muss. Na ja, ist doch keine Ueberraschung bei einem über 100 Jahre alten Blockhaus... So gesehen sind wir froh, dass die Wintersaison so früh zu Ende ging.
Ich beschäftige mich mit dem Bürokram, habe das Restaurant in ein Gewächshaus verwandelt und habe - man staune - das Kochen übernommen. Das ist ja bekanntlich sonst nicht meine Domäne, ich bin eigentlich für's Servieren zuständig. Aber das Restaurant ist bis am 18. Mai geschlossen - juhui.
Inzwischen steht Rex vor der Tür, kratzt mit der Pfote daran (er kann leider die Klingel nicht bedienen). Er kann sich sehr gut verständlich machen. Momentan will er, dass ich mit ihm spielen komme. Es ist so schön draussen, da will ich ihn nicht warten lassen....
2007-03-30
Die Tücken der Technik
Nun habe ich doch einige Zeit gebraucht, um dieses Bild in einem vernünftigen Format hochzuladen. Es zeigt das Camp aus der Luft:

Und weil's so gut geklappt hat, gleich noch ein Bild:
Im Hintergrund die vielen Strassen ist der Campground. Im Vordergrund das grosse Dach ist die Lodge resp. das Restaurant (mit unserer Wohnung). Das kleinere Dach unten rechts ist Marcel's Workshop, das rote Ding dazwischen ist der Container, mit dem wir unsere Habseligkeiten gezügelt haben. Links unten sieht man das Dock für die Boote und auf der Wiese zwischen dem Dock und der Lodge sind die beiden Cottages, eines ganz nah am See mit privatem Strand. Der grosse Sandstrand befindet sich auf der Campgroundseite, ist auf dem Bild jedoch vom Flugzeug verdeckt.
Uebrigens, die Luftaufnahmen hat ein Gast von uns gemacht. Ich habe es immer noch nicht geschafft, das Camp aus der Luft zu sehen.
Wir haben heute wieder Einiges erreicht. Am Morgen war es bedeckt und schneite sogar ein wenig. Marcel hat am Log Cottage gearbeitet, wollte mit seinem Bagger einen Graben machen für die neue Abwasserleitung, aber der Boden ist immer noch zu stark gefroren. So hat er sich ins Innere verzogen und dort an den Stromleitungen weitergemacht.
Ich habe mich endlich der Buchhaltung gewidmet, mit dem Computer geht das ja einfach. Am Nachmittag ist die Sonne herausgekommen. Rex hat sich in den Sand gelegt...
...und ich habe meine beiden Blumenbeete vor der Lodge für den Frühling bereit gemacht. Die ersten Tulpen- und Osterglockenspitzen gucken schon heraus, wenn man ganz genau hinschaut... Der Frühling ist nicht mehr weit!
2007-04-01
Canada-Gänse
Die ersten Canada-Gänse sind angekommen. Wir haben in den ersten Jahren den Fehler gemacht und sie bei der ersten Ankunft nicht gleich weggejagt. So haben sie ausgerechnet unseren Strand für ihr Sommerdomizil auserwählt und sich jedes Jahr fleissig vermehrt. Die Jungen kehren immer an den Platz zurück, an dem sie geboren sind.
Hier der Clan vom letzten Sommer:
Eigentlich eine schöne Sache, wenn sie nicht kiloweise kleine grüne Hinterlassenschaften abladen würden, die jedem Hund Ehre machen. Jeden Morgen müssen wir im Sommer darum den Strand und die Wiesen putzen. Wenn wir das nicht machen, laufen wir Gefahr, Colibakterien im Wasser zu haben, was ziemlich gefährlich werden kann, speziell für unsere Nachbarn, die ihr Trinkwasser aus dem See beziehen.
Rex können wir zur Gänsejagd nicht brauchen. Er findet es langweilig, vor allem, weil er sie nicht erwischt und sie sofort wieder zurückkommen, sobald er weg ist. So ignoriert er sie einfach und lebt sehr gut damit. Ihn stören die kleinen grünen Würstli auf der Wiese absolut nicht.
Nun ist es gar nicht so einfach, die Gänse zu vertreiben (oder gar zu erschiessen), denn sie sind geschützt. Wir brauchen eine spezielle Bewilligung und müssen erst mal beweisen, dass sie eine gesundheitliche Gefahr bedeuten. Letztes Jahr haben wir erst gegen Ende des Sommers die Bewilligung erhalten, die nun jedes Jahr erneuert werden muss. Vor ein paar Tagen habe ich deshalb das zuständige Amt angerufen und dieses Jahr können wir mit der Gänsevertreibung beginnen, bevor die Nester gebaut und die Eier gelegt sind.
Und hier noch etwas:
Was Canadier am 1. April so machen: