13 September 2014

Hochzeit

Ende August war sie endlich da, die Woche mit der Hochzeit. Mein Gottemeitli heiratete! Und obwohl sie in Nordafrika lebt und arbeitet, haben sie und ihr zukünftiger Mann beschlossen, den grossen Tag hier in Nordontario zu feiern. Ein Glück für mich, denn wir konnten endlich wieder einmal bei einem Familienanlass mitfeiern.

Die Hochzeit sollte in einem Camp am Rande des Algonquin Parks stattfinden (ca. 90 km südlich von uns). Kurzerhand wurde das ganze Camp mit 68 Schlafplätzen für das Wochenende gemietet, ein Festzelt aufgestellt, ein Buffet mit feinem Essen bestellt und ein Spanferkel organisiert. Das tönt ziemlich einfach. War es aber nicht. Meine Nichte und ihr Zukünftiger leben nämlich ein paartausend Kilometer östlich von Ontario. Sie arbeitet bei der canadischen Botschaft. Durchorganisiert wie sie ist, hat sie alles via Internet und Telefon von dort aus geplant und recherchiert. Natürlich ging es nicht ohne Hilfe hier vor Ort. Und wer durfte/wollte/musste diese Aufgabe übernehmen? Richtig - es ist ihre Mutter, meine jüngere Schwester. Wochenlang hat sie Aufträge ausgeführt, recherchiert, begutachtet, bestellt und dann gebacken, gekocht, gebastelt. A & M kamen 10 Tage vor der Hochzeit in Canada an und mussten sich beeilen, um die Hochzeitskleider anzupassen und bei all den vielen Vorbereitungsarbeiten und -entscheidungen zu helfen. Natürlich wurde auch von Freunden die eine oder andere Party organisiert, was immer mit langen Autofahrten (und langen Nächten) verbunden war.

Marcel und ich haben bis auf ein paar kleine Ueberraschungen nicht viel zu tun gehabt,... 


In diesem Leiterwagen, der aus der Familie von A.s Vater stammt, wurden die Eheringe von A.s Bruder und Neffen (meinem Grossneffen) vorgefahren. 
Marcel hat den Leiterwagen repariert und hochzeitstauglich gemacht.

... aber wir durften die Bräutigamfamilie für zwei Nächte beherbergen. Sie kommen aus dem Libanon und für sie war Canada eine ganz neue Welt. Wir hatten viel Spass und zudem sehr viel über Land und Leute gelernt. Nie hätte ich gedacht, dass im Libanon praktisch alle Leute französich sprechen, zudem auch englisch und natürlich arabisch. Wir lernten neue Gerichte kennen und andere Gewohnheiten.


Familiengemingel bei einem gemeinsamen Pizzaabend

Dann endlich der grosse Tag. Ein Teil der Gäste ist bereits am Freitag angereist. Das Wetter war etwas durchzogen und der Wetterbericht für den Samstag nicht vielversprechend. Und dann war es pures Glück. Die Zeremonie draussen am See hat bei trockenem Himmel stattgefunden und erst bei den Fotoaufnahmen nachher hat es zu regnen begonnen. Das Essen und die Party haben im Zelt stattgefunden und da machte der Regen nicht viel aus. Die Temperaturen waren nämlich durchaus passabel. 24 Grad und mehr, da macht einem so ein bisschen Regen nichts aus. Und hier ein paar Bilder, wild durcheinander:











Das Hochzeitsfest war vor allem so spannend, weil Gäste aus fast allen Kontinenten anreisten. Wir markierten dies auf einer Landkarte mit "Güfeli", für mich eine sehr spannende Angelegenheit:


Und weil man es vielleicht nicht richtig sehen kann, zähle ich die Länder hier mal auf (ohne Garantie auf Vollständigkeit):

Schweiz (natürlich), Canada (natürlich)... und dann: Sudan, Libanon, Brasilien, Congo, Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Iran, Marokko, Pakistan und Türkei. 

Die multikulturelle Gesellschaft äusserte sich vor allem auch in der Musik, die gespielt wurde. Nebst vielen bekannten aktuellen englischen Songs ertönte auch der Zillertaler Hochzeitsmarsch (ein Wunsch vom Schweizer Grossvater), Louis Armstrong (auf Wunsch der Schweizer Grossmutter) und viel arabische Musik, vermutlich aktuelle Schlager. Dieses Musikgemisch war es, was die ganze Nacht lang im canadischen Busch zu hören war - eine sehr spezielle Angelegenheit!


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