26 Mai 2013

Saisonstart geglückt

Die Zeit vergeht wie im Fluge, aber irgendwie wird mein Pendenzenberg einfach nicht kleiner... Trotzdem will ich mich kurz melden.

Die Saison ist gut gestartet mit vollem Park am Victoria Weekend. Es ist das erste lange Wochenende im Sommer, d.h. der Montag war frei. Eigentlich feiern wir ja den Geburtstag von Queen Victoria, der am 24. Mai ist. Praktischerweise wird das immer am Montag vor dem 25. Mai gemacht. Dieses Jahr war es etwas früh (am 20. Mai), denn der 24. Mai war erst am Freitag. In Ontario nennt man dieses Wochenende auch May-2-4 weekend. Es ist ein Partywochenende, an dem der inoffizielle Start in den Sommer gefeiert wird. Oft gehen die Leute zum ersten Mal im Jahr campieren.

Ein "two-four" ist auch ein Karton Beer, der hat nämlich 24 Flaschen. Der Name hat somit eine doppelte Bedeutung, und gefeiert wird hier gross. Es war demzufolge auch ziemlich lustig im Park. Alle freuten sich, einander nach dem langen Winter wieder zu treffen. Eine Gruppe spielte Gitarre und sang dazu. Dadurch "mussten" die Teenager ein paar Plätze weiter ihre Musik ziemlich laut stellen...., erklärten sie mir. Um 22.00 Uhr überzeugte ich sie, dass sie ihr Auto (das sie als Musikanlage benutzten) etwas anders parkieren und die Musik aus dem anderen offenen Fenster abspielen sollten. So wurde es wenigstens etwas leiser, denn es gibt immer auch Camper, die ruhig um ein Campingfeuer sitzen und der Natur lauschen wollen. Aber am May-2-4 weekend drücken wir schon mal eine Auge, resp. ein Ohr zu.

Hier warten die Docks auf die Boote:



Nach dem langen Wochenende blieben nur noch wenige Camper zurück und wir genossen einen schönen Abend unter Freunden mit Brigitte & Georg, sowie Pat & Barry:


Es gab Löwenzahnsalat mit garantiert biologischem Löwenzahn, frisch gepflückt im Park:


Zusammen mit dem Gegrillten sah das dann so aus:



Das Wetter weiss nicht so richtig, was es will. Zwar war es relativ warm am langen Wochenende, aber am Sonntag und Montag hat es geregnet. Wir hatten Glück mit unserem Grillabend am Dienstag, denn seither ist es nur kalt, sehr nass und die letzten drei Nächte hatten wir sogar wieder Frost. Jeden Abend musste ich meine Blumen draussen abdecken:


Ganz besonders habe ich mich über diese Blume gefreut, die ich auf unserem Grundstück gefunden habe. Es ist die Provinzblume von Ontario, eine rote Trillium (Waldlilie):



Ich hoffe, dass das Wetter endlich etwas besser wird, damit ich die Tomaten nach draussen planzen kann. Das Restaurant sollte nicht mehr als Gewächshaus dienen müssen:



Leider sind die Voraussichten nicht besonders gut und wir haben deshalb beschlossen, am Dienstag für einen Grosseinkauf nach Sudbury zu fahren. Sind "nur" 180 km - ein Weg.


12 Mai 2013

12. Mai und... SCHNEE

Heute hat es doch tatsächlich wieder geschneit! Das ist doch zuviel des Guten. Wir sind zwar mit den Arbeiten bisher gut voran gekommen und darum ist es nicht ganz so schlimm. Nur ist es einfach angenehmer, bei etwas wärmeren Temperaturen draussen zu arbeiten. Auch im Sanitärgebäude war es so einfach zu kalt zum Putzen. Deshalb haben wir eine kleine Elektroheizung zu Hilfe genommen.

Zum Glück habe ich im letzten Herbst gut vorputzen können und wir waren bald fertig. Dummerweise ist der Heisswassertank nicht angelaufen. Der Thermostat hat irgendwie den Winter nicht überlebt. Am Montag kommt jedoch bereits ein Monteur. Es dauerte am Samstag ziemlich lange, bis ich jemanden gefunden habe. Es ist jedes Jahr die Frage, ob alle Pumpen, Leitungen und sonstigen Geräte den Winter schadlos überstanden haben. Wenn es irgendwie geht, planen wir etwas Zeit für allfällige Reparaturen ein. Na ja, sonst müssen die Camper halt nehmen, was vorhanden ist. Die sind ja meistens in den Wohnwagen gut ausgerüstet und können notfalls auch ohne uns ein paar Tage kutschieren. Aber bisher ist alles noch im grünen Bereich und wir werden am Mittwoch bestimmt pünktlich alles bereit haben.




Mit dem Huddelwetter heute musste ich alle meine (Tomaten-) Planzen wieder ins Haus holen und ein paar frisch gepflanzte Blumen abdecken. Wir sollen noch zwei Nächte Frost kriegen und nachher wird die Temperatur angeblich wieder steigen. Die beiden roten Spender auf dem Foto sind für die Hummingbirds (Kolibris), die seit zwei Tagen auch wieder hier sind. Die haben jetzt etwas Mühe, genug Futter zu finden. Da wollen wir gerne nachhelfen. Denn es wäre doch schade, wenn die kleinen Vögel ihre 4000 km lange Reise aus dem Süden zwar überstehen, aber hier oben dann verhungern oder erfrieren. Ich freue mich schon, diese blitzschnellen Vögel wieder beobachten zu können.


Dieses Bild habe ich vor ein paar Jahren aufgenommen. Dieser Hummingbird (ein Männchen) war so auf seine Futterstelle fixiert, dass ich ihn problemlos fotografieren konnte. Ihm war damals viel wichtiger, dass die anderen Kolibris nicht in die Nähe von "seinem" Futter kamen. Die Kolibris können richtig gut streiten, wenn es ums Futter geht. Dabei hätte es genug für alle...



09 Mai 2013

Arbeit, Arbeit, Arbeit

Die Arbeit geht uns wahrlich nicht aus. Aber bei diesem schönen Wetter kommen wir gut voran. Seit dem 1. Mai haben wir tatsächlich jeden Tag zwischen 25 und 30 Grad. Das Gras ist schon grün, die Frühlingsblumen blühen (und verblühen ebenso rasch) und die Blätter an den Bäumen sind auch schon fast alle draussen. Wir haben wirklich Glück mit dem Wetter.



Im Park sind einige Plätze von Baumstümpfen befreit worden. Bäume fällen und zerkleinern geht einigermassen schnell. Aber die Wurzeln entfernen ist ein ganz anderes Thema. Also haben wir kurzerhand eine Maschine gemietet für drei Tage und die Männer machten sich an die Arbeit. Georg und Barry waren mit von der Partie, zum Glück, denn zuerst mussten sie die Baumstümpfe mit der Motorsäge möglichst tief am Boden abschneiden und dann mit der Maschine den Rest wegfräsen. Eine Knochenarbeit, die man nur schafft, wenn man immer wieder mal eine Pause machen  und viel Wasser trinken kann. Zu Dritt ging das natürlich etwas leichter. Am Abend waren aber alle froh über eine erfrischende Dusche und ein kühles Bier.



Anschliessen ging es an die Dockinstallation. Auch diese Arbeit ist zu zweit oder dritt einfacher zu bewältigen. Inzwischen ist das ganze Dock im Wasser und die neuen Dockteile bewähren sich. Sie sind etwas stabiler als die älteren, die etwas kürzer gebaut sind. Man lernt nie aus!


Am Dienstag hat Marcel auch bereits das Wasser im Park angestellt. Die Pumpe ist zum Glück sofort angelaufen. Sie ist 450 m tief im Boden in der gebohrten Quelle installiert und wird über den Winter abgestellt. So ist es jedes Jahr die grosse Frage, ob sie auch sofort startet. Bisher hatten wir erst einmal Pech und mussten die Pumpe im Frühling ersetzen, was eine ziemlich komplizierte Angelegenheit ist. Mit dem Traktor wird die Pumpe und die angeschlossene Wasser- und Elektroleitung aus dem Bohrloch gezogen, 450 m, das ist ziemlich viel Material. Dann muss die Pumpe ausgewechselt werden und die ganze Angelegenheit wird wieder im Loch versenkt. Aber wie gesagt, dieses Jahr hat alles wieder reibungslos geklappt. (Uebrigens haben wir bei der Lodge nochmals eine gebohrte Quelle mit einer solchen Pumpe. Auch dort ist das Bohrloch 450 m tief und auch diese Pumpe mussten wir einmal ersetzen, damals mitten in der Sommersaison, im August...)

Am Mittwoch habe ich dann im Showerhouse alle Duschen neu gestrichen. Das machen wir jedes Jahr. Da das Sanitärgebäude mit den Duschen und Toiletten im Winter abgestellt wird, muss Marcel immer alles Wasser ablaufen lassen und die Wasserleitungen mit Hochdruck ausblasen. Der Frost und die Feuchtigkeit im Winter tun dem Gebäude und den Installationen nicht besonders gut und es erfordert im Frühling immer etwas TLC (tender loving care), wie etwa einen neuen Anstrich in den Duschen, neue Fugen bei den Lavabos oder Ersatz von losen Bodenplatten. Aber dieses Jahr geht das dank der warmen Temperatur viel leichter.

Am Montagabend machten wir auf dem Platz von Brigitte und Georg unser erstes Campfeuer und somit ist die Campingsaison inoffiziell bereits eröffnet.






01 Mai 2013

26 Grad plus

So heiss wurde es heute. Nachdem wir den letzten Schneefall vor genau einer Woche hatten, sind die heutigen 26 Grad plus schon etwas übertrieben. Im Camp und im Wald liegen in den Schattenbereichen immer noch Schneereste. Und hier habe ich den Beweis, für die Temperatur und den Schnee:


Ich war heute in der Stadt und habe auf dem Heimweg das Foto auf der Songis Road aufgenommen. Heute habe ich auch das erste Feuer der Saison gemacht:



Am letzten Sonntag haben die Männer den Snowfence abgeräumt. Das Gras beginnt schon zu wachsen, man könnte es vielleicht hören, wenn nicht das Froschkonzert so laut wäre. Es müssen eine Menge Frösche sein, die in punkto "Lärm" den Gänsen Konkurrenz machen. Heute beobachtete ich zwei Formationen von etwa insgesamt hundert Canadagänsen, die über dem See und dem Camp ihre Runden drehten. Hoffentlich sind sie nur auf der Durchreise, denn soviele Gänse können wir auf unserem See (und Rasen) absolut nicht gebrauchen.


Man sieht im Hintergrund noch gut das Eis auf dem See. In nur zwei Tagen ist der ganze Rest geschmolzen.
 

Hier wieder einmal ein Bild von meinem Blumenboot. Es sieht noch etwas wintermüde aus, aber dem werde ich bald abhelfen.


Zum Schluss möchte ich noch alle, die auf ein e-Mail von mir warten, um etwas Geduld bitten. Wir müssen bei den anstehenden Arbeiten etwas Gas geben. Am Donnerstag kommen nämlich schon die ersten ATV (Quad) Gäste ins Log cottage.


28 April 2013

Erster Loon-Ruf

Die Loons sind zurück. Schon vorgestern hörte ich den ersten Ruf. Da war ein Loon auf dem See zu sehen. Seit gestern sind es schon zwei. Und weil noch soviel Eis auf dem See ist und nur vor dem Camp offenes Wasser, schwimmen alle Wasservögel hier herum. Die Gänse sind schon lange da, auch alle Arten von Enten. Marcel hat sogar einen Fischreiher gesehen.
Aber sobald die Loons kommen, dann ist Frühling!


Auch wenn man den Loon mitten im Bild kaum sieht... er ist wirklich da!

Nach dem Schnee am Mittwoch konnten die Männer die beiden Dockteile am Donnerstag fertig bauen. Am Morgen war noch unter Null und auf dem Material lag 5 cm festgefrorener Schnee. Aber schon um zehn Uhr war der Schnee nicht nur geschmolzen, sondern das Holz auch getrocknet. Es war ein wunderschöner Frühlingstag und am Abend konnten Barry und Marcel sich ausruhen und ihr Werk begiessen.




Im Hintergrund sieht man übrigens das Pizzahaus. Zwar ist es immer noch nicht fertig und dient zur Zeit als Lagerhaus für Baumaterial. Bald werde ich Bilder von innen zeigen können, so hoffe ich wenigstens.



Dies ist eine andere Ansicht unserer Gebäude. Es ist westlich vom Loghaus aufgenommen. Hinter dem Bildbetrachter liegt der See. Die topfebene, etwas angehobene Wiese ist unser Septicfield, d.h. da wird unser Abwasser gereinigt. Läuft einfach durch einen Haufen von Sand, viiieeel Sand, denn wir sitzen ja bekanntlich auf einem 40 Meter dicken Sandhaufen. Das hat viele Vorteile: keine Verwerfungen im Winter durch Lehm, schnelles Ablaufen bei Regen, immer schnell trocken. Dafür ist es schwieriger, schönen grünen Rasen zu produzieren. Macht nichts, ich habe festgestellt, dass es wunderschöne pflegeleichte Blumen gibt, die genau diesen Boden lieben.

Also, nun zu den Gebäuden: Rechts die Lodge, links die Vorderansicht vom Pizzahaus und hinten das grüne Dach ist vom Gästehaus. Das haben wir seit etwa drei Jahren nicht gebraucht, da nach einem Wasserschaden der Boden geflickt werden muss. Letzten Sommer haben Marcel und Georg einen Porch angebaut und nun wird es bald mit dem gleichen Material verkleidet wie die Lodge. Das Pizzahaus bekommt übrigens das gleiche Kleid. Dann muss das Gästehaus ausgeräumt, der Boden neu verlegt und das Badezimmer gefixt werden. Neue Möbel rein (nein, nicht Neue, nur unsere alten Bauernbetten oder so ähnlich, die noch im Container lagern), und dann können wir endlich wieder Gäste nah bei uns wohnen haben. Bisher hatten wir ja die bequeme Lösung, dass unsere Gäste in einem Cottage wohnen konnten, wenn diese nicht gerade vermietet waren. Hier nochmals eine Ansicht. Rechts der Eingang zu unserem Wohnteil in der Lodge.




Und dies ist das Pizzahaus. Es erhält noch ein längeres Vordach. Irgendwie war ja mal alles anders geplant. Es sollte nur ein gedeckter Porch werden und nun wurde es ein isoliertes Gebäude mit Strom, Heizung und im Sommer sogar Wasser. Ein Vorteil, wenn man in einer unorganisierten Gemeinde wohnt und mehr oder weniger bauen darf, wonach man Lust hat.



So, genug für heute. Seit gestern Abend sind Brigitte und Georg wieder hier. Sie wollen uns helfen, den Park rechtzeitig zu eröffnen. Aber zuerst müssen wir alle Neuigkeiten austauschen, die sich im Winter ereignet haben.


24 April 2013

Es schneit schon wieder

Was denn sonst? Die Docks warten geduldig auf die Fertigstellung und die Männer hoffen, dass die Wettervorhersage für Donnerstag stimmt.
Die Sonne soll scheinen am Morgen. Mal sehen.



Dieses Wetter löscht auch den brandneuen Krokussen ab! Sie halten die Köpfe fest geschlossen.



22 April 2013

Busy sunny Monday

Heute hatten wir Glück, denn die Sonne schien bereits, als am Morgen unser Baumaterial geliefert wurde. Der Lastwagen hat vor dem Tor Halt gemacht und das ganze Material ist mit einem speziellen Fahrzeug reingefahren worden. Da letzte Nacht wieder Minustemperaturen herrschten, war die Strasse noch hartgefroren. Sobald die Temperaturen steigen, schmilzt das Eis im Boden und die Strasse verwandelt sich oft in Mud.


Nun haben die Männer (seit Sonntagabend ist Barry hier zum Helfen) viel Material und können sich die Projekte geradezu auswählen. Da ist Holz für zwei neue Dockteile - die alten waren buchstäblich am Zerfallen -, dann das ganze Fassadenholz für die Seiten der Lodge, das Pizza- und das Gästehaus, dann eine neue Toilette - im Park ist eine Toilette durch den Frost gesprungen -, und schlussendlich ein Lavabo mit Möbel, diesmal etwas für unser eigenes Badezimmer.



Der Schnee schmilzt langsam aber sicher vor sich hin und bald kann das eigentlich für heute geplante Projekt, drei Bäume im Park zu fällen, angegangen werden. Wir mussten die Pläne umstellen, weil der See nochmals um 50 cm angestiegen ist. Inzwischen ist ein Platz total überschwemmt. Glücklicherweise ist der Trailer von dort über den Winter in Reparatur und es sind nur der Picknicktisch, der Grill und das Feuerholz teilweise unter Wasser. Das Gartenhäuschen haben die Besitzer auf unseren Rat auf Zementblöcke aufgebockt. Das macht sich nun bezahlt. Bisher hat es noch trockene "Füsse".

Dies ist der Platz von Brigitte und Georg. Er liegt normalerweise weit weg vom Wasser:

Hier der Blick vom Loghaus. Tatsächlich sind nun auch zwei Dockteile davongeschwommen, aber sie wurden durch den orangen Schneezaun gestoppt und Marcel hat sie inzwischen festgebunden. Der orange Zaun dient übrigens als Piste für die Snowmobiler im Winter. Wir mussten den Zaun aufstellen, weil immer wieder Snowmobiler über unser ganzes Land flitzten und dabei die mit grosser Mühe gepflanzten Bäume beschädigten.



Grosse Freude hatten wir an diesem Besuch:


Das Bild ist vom Seitenfenster des Restaurants aufgenommen. Die Rehe haben wohl Hunger und sind auf der Suche nach Gras. Sie standen etwa 10 m vor dem Fenster und wir konnten sie lange Zeit beobachten. Zum Glück hat Rex diesmal alles verschlafen. Das hätte sonst eine Aufregung hinter den Scheiben gegeben...

Die Wölfe haben wir nicht mehr gesehen oder gehört. Dafür erwachen jetzt die Bären aus dem Winterschlaf und machen sich auf die Suche nach Essbarem. Die Natur erwacht erstaunlich schnell. Gestern lag an einer Stelle noch Schnee, heute Morgen sah ich ein paar grüne Spitzen herausschauen und heute Nachmittag haben die Krokusse tatsächlich schon geblüht. Wir werden Sommer haben "in no time".