13 September 2014

Tiergeschichten Teil 2

Den letzten Tiergeschichten kann ich noch eine Fortsetzung anfügen:
Im August bekam ich eine e-Mail von den Gästen, die zu jener Zeit in unserem Cedar Cottage Ferien machten. Die Mail lautete:

First I want to say how absolutely wonderful the cottage is and the view and we are having a glorious time. Just wanted to tell you also that at 4 am this am a flying squirrel chewed a hole into the screen window in kitchen by microwave and entered the cottage! Took us 30 mins to chase him out the door to the porch! LOL 
But now your beautiful new window has a hole in the screen the size of a quarter! Feel free to drop by to see - I have pics of the squirrel LOL

Na, das war mal wieder etwas ganz Neues. Von den fliegenden Eichhörnchen habe ich schon gehört. Da die jedoch nachtaktiv sind, habe ich noch keines gesehen. So verlangte ich also die Bilder. Und tatsächlich, unscharf ist dieses kleine Biest zu erkennen, das einfach ein Loch in den Fliegenschutz gerissen hat, um durchs offene Fenster in die Küche zu gelangen. Flying squirrels sehen aus wie eine Mischung aus Fledermaus und Feldmaus. Sie besitzen lange Hautfalten an den Vorderpfoten und können so durch die Luft gleiten. Hier die Bilder, unscharf zwar, aber immerhin...



Das Loch im Screen ist nicht so schlimm. Wir werden es bei Gelegenheit reparieren. Dafür gibt es nun eine neue Wildtier-Geschichte in unserem Repertoir.

Max jagt nach wie vor die Gänse, wenn er kann. Und verfolgt sie weiter bis ins Wasser. Zum Glück konnte ich ihn austricksen. Er rennt zwar ins Wasser und beginnt die Gänse schwimmend zu verfolgen. Aber er hat noch nicht gemerkt, dass er jeweils an der Leine ist und so gar keine Chance hat, weit in den See hinauszuschwimmen. Ich amusiere mich sehr darüber und Max bekommt so sein Schwimmtraining. Ja, ich weiss, es ist ein wenig gemein, ihn so auflaufen zu lassen... aber es ist zu seinem eigenen Schutz. 
Uebrigens wurde unterdessen die Entenjagd eröffnet und die Gänse und Enten hüten sich, in die Nähe der Jäger zu kommen. Dachte ich wenigstens. Aber gestern watschelten wieder frischvergnügt zehn Gänse auf unserem Rasen herum und versch.... alles. Wie wenn sie wüssten, dass auf unserem Grundstück keine Schüsse fallen dürfen.

Und hier Max mit seiner Lieblingsstellung beim Autofahren:



Marcel erzählt eine lustige Begebenheit. Ein Vogel nimmt hinter der Lodge genüsslich ein Sandbad - beobachtet von einem Feldhasen, der wiederum von Marcel beobachtet wird. Als der Vogel davonfliegt, hoppelt der Hase ins gleiche Sandloch und nimmt... richtig! - ein Sandbad! Es sind solche Momente, die einem das Leben hier draussen in der Wildnis so wertvoll machen.



16 August 2014

Regen REGEN ReGeN rEgEn Regen REGEN ReGeN rEgEn Regen REGEN...

Mir tun die Camper Leid. Vor allem die Familien, die sich vergangene Woche als Familien-Ferienwoche im Campground ausgesucht haben. Es war praktisch die ganze Woche bewölkt und seit gestern regnet es fast ohne Pause. Der See ist massiv angestiegen, der Strand unter Wasser. Wen's als Einzige wirklich freut? DIE GAENSE! Die spazieren ungeniert im Strandbereich herum und verschei.... alles, grrrr!


Nach Wettervorhersage regnet es nur noch heute, ab morgen soll die Sonne wieder die Oberhand gewinnen. Blöd nur für die Leute, die am Montag wieder zurück an die Arbeit müssen.

Und wir? Für mich war das Wetter sehr praktisch, denn ich musste drei Monate Buchhaltung aufholen und habe es mir immer für die nächsten Regentage vorgenommen. Nun muss ich nur noch die Juli-Ausgaben buchen und bin wieder up to date, Gott sei Dank! Marcel renoviert das Gästehaus, auch er ist also unter Dach und auch dies war ein Projekt, das wochen-, monate- nein, jahrelang vor sich hindümpelte. Aber es muss fertig werden. Besuch ist angesagt nächste Woche und Ende Monat steht eine Hochzeit in der Familie an, mit Gästen aus Europa, Nordafrika, dem mittleren Osten, Südamerika und Canada. Ich werde berichten...




14 August 2014

Tiergeschichten

Zur Zeit wimmelt es im Park nur so von Hasen, Groundhogs, Streifenhörnchen und Eichhörnchen. Leider gibt es auch viel zu viele Mäuse :-( Es wird Zeit, dass die Füchse wieder bei uns einziehen und etwas aufräumen. Max bemüht sich zwar, die Tiere um die Lodge aufzustöbern, aber man merkt, dass er schon ein älterer Hund ist, meistens jedenfalls.

Letzten Samstag hat er uns jedoch gehörig erschreckt. Wir haben wieder einmal eine Gänsefamilie, die ihr Unwesen treibt. Mit Vorliebe fressen sie vom frisch geschnittenen Rasen. Das wäre ja nicht so schlimm, wenn das Zeugs hinten nicht in Form von grünen Würstchen wieder auf der Wiese landet. So haben wir also Max losgeschickt, um die Gänse von der Wiese zwischen dem Log Cottage und dem See zu vertreiben. Das hat er nach einigen Anfangsschwierigkeiten auch toll gemacht und die Gänse flogen unter Riesengeschnatter davon und landeten im See, nah am Ufer. Max legte sich daraufhin unter einen Baum und stand nicht mehr auf. Wir dachten tatsächlich, er hätte sich zu sehr verausgabt, denn er bewegte sich nicht mehr. Wir waren noch am Ueberlegen, ob wir den Hund vielleicht heimtragen sollen, da stand er auf und lief zum Ufer. Um einen Drink zu nehmen, dachten wir. Aber nein, er rannte gleich ins Wasser und schwamm auf die Gänse zu. Da nützte alles Rufen nichts, Max war unterwegs! Die Gänse schwaderten schnell davon, aber eine auf die falsche Seite. Max hinterher. Inzwischen war er schon ziemlich weit draussen und das gefiel uns gar nicht. Man hört ja, dass Enten, Gänse oder auch Biber die Hunde weit hinaus"zeukeln", bis sie nicht mehr können und untergehen. Ob das stimmt oder nicht, wollten wir gar nicht herausfinden. Ich rief also und ein Camper, der gerade am See war, rief auch. Und plötzlich drehte Max ab und schwamm wieder aufs Ufer zu. Allerdings aufs falsche, nicht zu mir auf die Cottageseite, sondern Richtung Campground. Und dann sah ich den Grund dafür: Josh, ein Junge aus dem Campingplatz ist kurzerhand ins Flussdelta gewatet und Max fand das so interessant, dass er zu ihm hinschwamm. Ein paar Minuten später kam Josh mit Max angelaufen. Sie mussten durch den ganzen Campground, über die Brücke und den Berg rauf, um Max wieder heil heimzubringen. Ich bin sehr froh, dass ich meiner Schwester nicht beichten muss, ihr Hund sei ertrunken.


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Hinter der Lodge liegen unter einer Blache die Holzscheite für die Campfeuer. Wir packen diese in Säcke ab und verkaufen sie in unserem Laden. 


Nun hat diese Blache über die Jahre etwas gelitten, was kleine Löcher zur Folge hat. Und wozu dienen diese Löcher? Sie sind hervorragend geeignet, um am Morgen ein Sonnenbad zu nehmen - meint die Schlange. Es sind zwei Garder Snakes, völlig ungiftig und überall anzutreffen. Beim Schwanz der einen sieht man den Kopf der zweiten. Es lagen da auch schon drei Schlangen in der Sonne.


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Pech hatte diese Fledermaus. Sie hing an einem Stein, der neben der Stufe ins Pizzahaus liegt. Max hat sie mir gezeigt, indem er ausgiebig daran schnüffelte. Es wunderte mich schon, dass sie mitten am Tag an der Sonne so dahing, bis ich merkte, dass das Tier gar nicht mehr lebte.


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Apropos Pizzahaus. Das ist ja bekanntlich direkt auf Sand gebaut. Eigentlich nicht schlimm, denn es besteht dadurch keine Gefahr, dass sich der Grund im Winter durch den Frost anhebt. Aber nun hat sich eine Groundhogfamilie dort eingenistet, d.h. sie haben von drei Seiten Löcher unter das Pizzahaus gegraben. Herausgefunden habe ich es, als beim Vorbeigehen plötzlich zwei kleine Köpfe herausschauten. Es sah sehr drollig aus. Leider war die Kamera nicht in Reichweite. Handeln mussten wir sofort, denn ein unterirdisches Gangsystem könnte unser Pizzahaus in Schräglage bringen. Mit Ammoniak lassen sich die ungebetenen Gäste vertreiben. Und Marcel hat ein neues Projekt auf seiner Do-do-Liste: Pizzahaus Groundhog-sicher machen.


Uebrigens leben Groundhogs unter dem Log Cottage (nicht gut), im alten weissen Haus, unter dem Gazebo, in der Holzbeige und eine ganze Menge unter Trailern und Gerätehäuschen im Campground. Sie fressen Blumen, Kräuter, meine Zucchetti und graben unzählige Löcher, die wir irgendwann wieder zuschütten müssen.


Gäste aus Berlin... und Luxemburg

Seit unserem ersten Jahr im Camp finden uns immer wieder Menschen aus BERLIN. Irgendwie ziehen wir sie an... die Berliner.
In den ersten Jahren waren es ein paar "Zimmermannen", die mehrmals mit wechselnden Begleitern bei uns Ferien machten, ein Kanu mieteten und jeweils für zehn Tage im Busch verschwanden, um in der Natur zu leben. Sie kamen sogar einmal im tiefsten Winter.

Dann im letzten Jahr war es Peter, der mit seinem Riesenwohnmobil auf der Durchreise war und fast drei Wochen blieb.

Nun, vor zwei Wochen besuchten uns zwei Luxemburger, Grossvater mit Enkel, und man ahnt es, der Enkel wohnt... in BERLIN. Sie waren auf der Suche nach Fischen, d.h. schon seit Jahren träumten sie von einem gemeinsamen Angelurlaub, irgendwo auf dieser Welt. Dieses Jahr setzten sie ihr Vorhaben in die Tat um. Sie wählten Canada als Ziel und fanden... uns. Sie wollten eigentlich nur zwei Tage bleiben; schlussendlich wurden es zehn. Wir verbrachten oft Zeit zusammen, im Pizzahaus oder in der Lodge, wir räuchten Fisch, wir tranken Schnaps - so richtig feinen alten aus der Schweiz - und jeden Morgen kamen sie zum Kaffee. (Uebrigens haben wir festgestellt, dass die Luxemburger wie die Schweizer Schnaps trinken: nippen nicht kippen!) Es wurde viel diskutiert und erzählt. Jeden Tag fuhren sie mit dem Boot raus, um ihr Glück zu versuchen. Das Wetter war sehr nett, fast kein Regen... Und sie bestanden darauf, uns etwas zu helfen. So haben sie den Strand beim Cedar Cottage in kürzester Zeit von Seegras, Aesten und andern Dingen gesäubert (die Gänse sind wieder mal aktiv).



Und nun? Am nächsten Wochenende erwarten wir neue Gäste aus BERLIN. Wir sind gespannt.


Natürlich haben wir BERLIN schon lange auf unserer Bucket List. Die Zukunft wird zeigen, ob wir es je dahin schaffen. An Stadtführern würde es uns jedenfalls nicht mangeln.




27 Juli 2014

Durchzogener Sommer

Nein, dieses Wetter macht mir gar nichts aus. Es ist nicht heiss, nur zwischen 15 und 25 Grad, und es regnet jeden zweiten oder dritten Tag. Das gefällt meinem Garten und den Pflanzen im ganzen Camp sehr gut. Alles ist grün und die Blumen gedeihen prächtig. Das Unkraut auch... Damit das nicht allzu sehr überhand nimmt, habe ich mir angewöhnt, während längerer Telefongespräche (z.B. mit der Schweiz) Unkraut zu zupfen. Das geht ganz ausgezeichnet. Allerdings ist das Unkraut nur dort weg, wo mein schnurloses Telefon noch hinreicht :-)



Der neue Holzschopf

Der Holzschopf ist beinahe fertig. Und so wurde er gebaut:




Nun bekommt er Richtung Norden noch zwei Fenster (alte, vom Log Cottage), denn durch diese wird im Herbst das Holz mittels Förderband reintransportiert. Nächstes Jahr will Marcel den Holzschopf aussen verkleiden, mit Weiss natürlich. Der Schopf ist so gebaut, dass er später mal zu einer Garage umgebaut werden könnte. Im Moment wird die noch offene Seite verschlossen und mit einem Durchgang oder einer Tür versehen. Schon etwas luxuriös, das Ding, aber dafür müssen wir nun nie mehr einen Holzschopf bauen...

Goldgelbe Nachtstimmung

Vor ein paar Wochen war am Abend um 21.00 Uhr die ganze Landschaft in goldenes Licht getaucht:


Es sah nach einem riesigen Sturm aus, solch ein goldgelber Himmel beim Eindunkeln, das war ungewohnt. Oft haben wir ja Ende Juni, anfangs Juli gewaltige Stürme, jedenfalls die letzten paar Jahre. Aber wie dieses Licht gekommen ist, so verschwand es wieder und alles blieb ruhig. Vielleicht werden wir dieses Jahr vom üblichen Sommersturm verschont?

Erste Bootsfahrt der Saison

Am letzten Montag haben wir es endlich geschafft und zum ersten mal in diesem Sommer eine Bootsfahrt unternommen. Für Max war es die erste Bootsfahrt überhaupt (so nehmen wir jedenfalls an). Er hat zu Beginn furchtbar gezittert, aber bald hat es ihm Spass gemacht. Ganz entspannt sass er auf der vordersten Sitzbank und hat in die Luft geschnuppert. Im Fluss dann musste ich ihn gut festhalten, denn er war etwas gar fasziniert von der Umgebung und wir wollten ja nicht riskieren, einen Hund über Bord gehen zu lassen.







15 Juni 2014

Alle Jahre wieder

Auch dieses Jahr konnte ich es nicht lassen und habe "Tannenschössling-Honig" produziert. Ich mag das Prozedere vom Sammeln der Schösslinge über das stundenlange Einkochen des Sirups, dem Abfüllen in Gläser und zum Schluss dem Aufkleben der Etiketten.




Obwohl der Winter sehr lang war und sich der Frühling erst spät bemerkbar machte, hat die Natur die Verspätung inzwischen aufgeholt. Jedenfalls blühen meine Blumen nicht später als sonst. Im letzten Herbst habe ich einige Sachen umgepflanzt und geschenkte Pflanzen gesetzt (ich finde Ableger aus fremden Gärten besonders spannend). Natürlich erinnere ich mich nicht mehr, was genau ich da gemacht habe. Umsomehr gefällt mir diese Blume, sie blüht nämlich zum ersten Mal in meinem Garten. Ich weiss nicht einmal mehr, woher sie kommt. An diesen "Wundertüten-Blumen" freue ich mich immer am meisten.




Und sonst?

Natürlich vermissen wir Rex enorm. Zum Glück hilft uns Mäxli (der Hund meiner Schwester) ein wenig über den Verlust hinweg. Er ist immer noch bei uns und bleibt es wohl auch. In der ersten Woche hat er immer wieder nach Rex gesucht und hatte auch ein paar kleine "Unfälle". Die ganze Sache hat ihn wohl auch etwas durcheinander gebracht. Wir müssen Max immer noch kennen lernen. Er ist als Spaniel so ganz anders als ein Husky-Schäfer-Mischling wie Rex.




Marcel arbeitet an einem neuen Projekt. Der 10jährige Holzunterstand muss neu gebaut werden, denn er war kurz vor dem Zusammenfallen. 


Dies ist natürlich ein altes Bild, im Schopf war kein Stück Holz mehr diesen Frühling...


Und wie bereits versprochen, gibt es noch ein Projekt. Die Maschine ist von den drei Gutachtern Marcel, Georg und Barry getestet und für gut befunden worden. Dazu fuhren sie 500 km Richtung Suedosten (ich nannte es "the boy's playday"). Kurzerhand wurde das Teil bestellt. Lieferung Ende August. Man darf gespannt sein!



06 Juni 2014

Loslassen

Wir wussten der Tag ist nicht mehr fern - trotzdem kam er überraschend. Am Mittwoch, 4. Juni, mussten wir Rex gehen lassen. Wir waren in der Stadt, haben zum ersten mal als Canadier gewählt, als er unerwartet Probleme bekam. Unsere spontane Reaktion: sofort zum Tierarzt. Zum Glück erreichten wir den Arzt gerade bevor er in seine Mittagspause gehen wollte. Seine Reaktion war toll. Er hat uns sofort geholfen und Rex untersucht. Nun wurde uns vieles klar. Es waren nicht nur seine Arthritis und sein hohes Alter von 14 Jahren und drei Monaten, es war auch ein Lebertumor, der ihm schon länger Beschwerden machte. 

Schweren Herzens machten wir die Entscheidung und liessen Rex gehen. Er war genau 13 Jahre bei uns, begleitete uns durch viele Höhen und Tiefen. Er war ein wunderbarer Hund und wir werden ihn nie vergessen. Danke, Rex.