Es ist kaum zu glauben, aber vor 11 Jahren hatten wir das exakt gleiche Wetter wie heute. Es war auch der 18. April, als es wie aus Kübeln regnete. Der See war noch gefroren, allerdings war das offene Wasser zwischen dem Eisrand und dem Ufer etwas breiter. Und wie heute waren Gewitter angesagt. Warum ich das noch so genau weiss? Damals hatten wir ein recht einprägsames Erlebnis.
Der Wasserstand von unserem See wird am anderen Ende mit einem Damm reguliert. Dieser Damm wird vom MNR (Ministry of Natural Resources) kontrolliert. Im Frühling vor der Schneeschmelze öffnen sie üblicherweise diesen Damm, das heisst, es werden ein paar Logs entfernt. Das haben sie auch tatsächlich vor drei Tagen gemacht und der See hat sich merklich geleert. Wir sehen das gut an unserer Beach. Nun regnet es seit gestern und die Temperaturen über dem Gefrierpunkt lassen auch die Schneeberge schmelzen. Dies hat zur Folge, dass der Wasserstand wieder ganz schön angestiegen ist und wir werden wohl wieder "Land unter" haben, wie auf diesem Bild vom letzten Jahr:
Das ist nicht so schlimm, denn das Gelände steigt auf der Lodge-Seite ganz sanft an. Auf der Campgroundseite haben wir zwischen dem Strand und den ersten Trailern ziemlich viel Wiese und so braucht es viel, bis etwas zu Schaden kommen kann.
Vor 11 Jahren jedoch war das MNR am Streiken und niemand hatte den Damm geöffnet. So kam es, dass der See um 1,8 Meter angestiegen ist. Die ersten Wohnwagen waren von Wasser umspült und wir hatten ein Riesenglück, dass keiner unserer saisonalen Camper einen Wasserschaden hatte. Als es aber so heftig regnete und das Wasser auch auf der Lodgeseite anstieg, sind plötzlich unsere Dockteile, die wir im Winter am Land aufbewahren, davongeschwommen. Sie wurden nur vom Eis auf dem See gestoppt. Aber wir wollten die Docks zurück an Land! Es blieb uns nichts anderes übrig, als den Traktor zu nehmen und ein Boot aus dem Winterschlaf zu holen. Das war keine einfache Angelegenheit, denn der Bootstrailer war immer noch unter dem Schnee begraben. Marcel schaffte es dann doch irgendwie, ein Boot in den See zu bekommen und wir ruderten hinaus, um unsere Dockteile zu retten. (Die Motoren waren natürlich auch noch alle winterfest im Bootshaus verstaut.) Und als wir da so mit Seilen, Dockteilen und Rudern hantierten, kam ein heftiges Gewitter... Das werde ich nie vergessen, wie wir bei Blitz und Donner unsere Docks vor dem Eis retteten. Seither wurde die Situation nie wieder so brenzlig, auch wenn unsere Docks am Ufer doch ab und zu nasse Füsse kriegten, wie zum Beispiel im letzten Jahr:
Zur Zeit sind die Wiesen jedoch immer noch unter dem Schnee begraben und Rex kann sich ausgiebig seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Schneebaden und Schneefressen widmen:
Und dann noch dies: In meinem letzten Beitrag vom August 2011 habe ich über das Blueberry-Schlaraffenland berichtet. Die Zufahrt zu diesem Ort sieht im Moment so aus und wir werden auch im Sommer nicht reinfahren können. Ausser es schneidet jemand mit der Kettensäge die Einfahrt wieder frei. Im Sommer 2012 hatten wir nämlich einen heftigen Sturm, dem Dutzende, wenn nicht Hunderte von Bäumen zum Opfer fielen. Wir mussten uns buchstäblich die Songis Road freisägen, d.h. nicht wir, aber die Helfer vom Strassenamt.




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