Wir sind zurück von unserem kleinen Ausflug, dem ersten und wohl letzten in diesem Jahr. Mit Freunden erkundeten wir wieder einmal die Mennoniten-Gegend in Südontario und übernachteten in einer renovierten Mühle.
Es ist nicht das erste Mal, dass wir in dieser Gegend unterwegs waren und wird auch nicht das letzte Mal sein. Die Mühle gehört einem Gast von uns, der sie zusammen mit einem Freund während neun Jahren von Grund auf renoviert und zu einem kleinen Hotel umgebaut hat. Bewundernswert, was die zwei Freunde geschaffen haben, denn beide waren bereits nah dem Pensionsalter, als sie mit dem Projekt begonnen haben.
Immer, wenn G. von der Mühle ein paar Tage freinehmen kann, kommen sie in unsere Gegend, denn B. besitzt 16 km von uns mitten im Busch ein kleines selbstgebautes Loghaus. Dann nehmen sie im Sommer ihre ATVs (Quads) oder im Winter die Snowmobiles und machen Tagesausflüge auf den unzähligen Buschtrails. Regelmässig besuchen sie uns für ein Bier (oder auch mehr) und manchmal bleiben sie zum Essen. Deshalb ist es Ehrensache, dass wir ab und zu einen Gegenbesuch machen. Es ist immer eine tolle Sache!
Auf dem Rückweg machten wir Halt auf dem Farmers Market in St. Jacobs. Der befindet sich in einer Region, wo viele Mennoniten wohnen. Deshalb sehen die Parkplätze unter anderem auch so aus:

Uebrigens sind seit ein paar Jahren auch in unserer Nähe Mennoniten ansässig. Sie kaufen alte Farmen und bringen sie zu neuer Blüte. Dass sie keine Elektroanschlüsse haben, ist für uns unvorstellbar. Allerdings haben wir schon bemerkt, dass sie nicht mehr so konsequent sind in ihrer Lebensweise. Einige von ihnen sind erfolgreiche Unternehmer, z.B. in der Baubranche, und kommen deshalb nicht darum herum, einen Telefonanschluss mit -beantworter zu betreiben. Zudem verwenden sie auch Bohrmaschinen etc., der Aku macht's möglich. Autofahren tun sie nicht selber, sie lassen sich herumfahren. So sind es immer Leute aus der Gegend, die sie für ihre Fahrten anstellen. Auf jeden Fall sind sie eine echte Bereicherung für eine Region, denn wenn jemand noch die alten Handwerke versteht, dann sind es die Mennoniten. Diejenigen bei uns sprechen übrigens ein Altdeutsch, das wir sehr gut verstehen und wir könnten uns auf Deutsch mit ihnen unterhalten. Ein Teil ihrer Vorväter stammt auch aus der Schweiz.
Auf dem Farmers Market findet man unzählige Spezialitäten wie Wurstwaren, Brot, Gebäck, Honig, Eingemachtes, Konfitüren, Relish, Chutneys, Gemüse, Früchte und saisonale Frischprodukte. Die sind Ende November natürlich nicht so üppig; interessant ist es trotzdem. Daneben gibt es Kleider, Schuhe, Möbel, Einrichtungsgegenstände und auch viel Ramsch. Wir haben auch schon einmal eine Viehauktion besucht. Es ist eine ganz andere Welt und eine schöne Abwechslung in unserem Alltag.
Viel mehr als ein paar Tage können wir nicht beide vom Camp, denn wir brauchen ja jemanden für die Holzheizung. Es ist jedes Mal eine riesige Organisation, bis alles steht und unvorgesehene Dinge wie Stromausfall und Sturm dürfen nicht passieren. Max durfte die Tage bei meiner Schwester verbringen, denn er ist nicht gewohnt auf Reisen zu gehen. Es war das erste Mal, dass wir "hundelos" unterwegs waren. Ein ungewohntes Gefühl...