24 Dezember 2014

Zum Jahresende



Freude, Friede, Eierkuchen...
wünsche ich allen meinen Leserinnen und Lesern für die kommenden Tage
und vor allem ein
glückliches, gesundes und zufriedenes
2015

08 Dezember 2014

Wintergeplänkel


Der meiste Schnee vom November ist wieder geschmolzen. Nur eine Schicht von 5 cm ist uns geblieben. Genug, um der Landschaft einen hellen Ueberzug zu verpassen. Die Temperaturen schwanken zwischen minus zwei und minus siebzehn Grad. Am Sonntag hat sogar wieder einmal die Sonne durchgeblinzelt und Max hat mit mir einen Spaziergang zu unserem kleinen Wasserfall hinter dem Workshop und rund ums Camp gemacht. Noch kann man es mit Winterschuhen schaffen. Bald sind für mich jedoch die Schneeschuhe angesagt und Max wird auf die geräumten Strassen beschränkt sein. Der See ist mit einer dünnen Eisschicht überzogen und man hört keinen Wellenschlag mehr. Es wird einige Zeit brauchen, bis das Eis genügend dick ist für den Snowmobil-Trail. Bis dahin ist es ganz still hier draussen. Meistens. 

Wir freuen uns am Gepiepe der Vögel an den Futterstellen und sogar das Gemotze der Eichhörnli ist irgendwie willkommen. Obwohl wir immer noch Eichhörnli umsiedeln, sind immer zwei, drei hier. Sobald eins deportiert ist, scheint ein anderes die Lücke zu füllen. Irgendwie ist ein Kräftemessen zwischen uns und der Eichhörnlipopulation ausgebrochen. Wir werden wohl kaum gewinnen. Ist schon gut so, denn Max hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Futterstellen zu kontrollieren und diese flinken Motzer immer wieder zu vertreiben. Ist lustig zu beobachten, denn er hat keine Chance, eins zu erwischen. Dafür hält es ihn fit!


28 November 2014

Kurzreisli

Wir sind zurück von unserem kleinen Ausflug, dem ersten und wohl letzten in diesem Jahr. Mit Freunden erkundeten wir wieder einmal die Mennoniten-Gegend in Südontario und übernachteten in einer renovierten Mühle.



Es ist nicht das erste Mal, dass wir in dieser Gegend unterwegs waren und wird auch nicht das letzte Mal sein. Die Mühle gehört einem Gast von uns, der sie zusammen mit einem Freund während neun Jahren von Grund auf renoviert und zu einem kleinen Hotel umgebaut hat. Bewundernswert, was die zwei Freunde geschaffen haben, denn beide waren bereits nah dem Pensionsalter, als sie mit dem Projekt begonnen haben.

Immer, wenn G. von der Mühle ein paar Tage freinehmen kann, kommen sie in unsere Gegend, denn B. besitzt 16 km von uns mitten im Busch ein kleines selbstgebautes Loghaus. Dann nehmen sie im Sommer ihre ATVs (Quads) oder im Winter die Snowmobiles und machen Tagesausflüge auf den unzähligen Buschtrails. Regelmässig besuchen sie uns für ein Bier (oder auch mehr) und manchmal bleiben sie zum Essen. Deshalb ist es Ehrensache, dass wir ab und zu einen Gegenbesuch machen. Es ist immer eine tolle Sache!

Auf dem Rückweg machten wir Halt auf dem Farmers Market in St. Jacobs. Der befindet sich in einer Region, wo viele Mennoniten wohnen. Deshalb sehen die Parkplätze unter anderem auch so aus:


Uebrigens sind seit ein paar Jahren auch in unserer Nähe Mennoniten ansässig. Sie kaufen alte Farmen und bringen sie zu neuer Blüte. Dass sie keine Elektroanschlüsse haben, ist für uns unvorstellbar. Allerdings haben wir schon bemerkt, dass sie nicht mehr so konsequent sind in ihrer Lebensweise. Einige von ihnen sind erfolgreiche Unternehmer, z.B. in der Baubranche, und kommen deshalb nicht darum herum, einen Telefonanschluss mit -beantworter zu betreiben. Zudem verwenden sie auch Bohrmaschinen etc., der Aku macht's möglich. Autofahren tun sie nicht selber, sie lassen sich herumfahren. So sind es immer Leute aus der Gegend, die sie für ihre Fahrten anstellen. Auf jeden Fall sind sie eine echte Bereicherung für eine Region, denn wenn jemand noch die alten Handwerke versteht, dann sind es die Mennoniten. Diejenigen bei uns sprechen übrigens ein Altdeutsch, das wir sehr gut verstehen und wir könnten uns auf Deutsch mit ihnen unterhalten. Ein Teil ihrer Vorväter stammt auch aus der Schweiz. 

Auf dem Farmers Market findet man unzählige Spezialitäten wie Wurstwaren, Brot, Gebäck, Honig, Eingemachtes, Konfitüren, Relish, Chutneys, Gemüse, Früchte und saisonale Frischprodukte. Die sind Ende November natürlich nicht so üppig; interessant ist es trotzdem. Daneben gibt es Kleider, Schuhe, Möbel, Einrichtungsgegenstände und auch viel Ramsch. Wir haben auch schon einmal eine Viehauktion besucht. Es ist eine ganz andere Welt und eine schöne Abwechslung in unserem Alltag. 

Viel mehr als ein paar Tage können wir nicht beide vom Camp, denn wir brauchen ja jemanden für die Holzheizung. Es ist jedes Mal eine riesige Organisation, bis alles steht und unvorgesehene Dinge wie Stromausfall und Sturm dürfen nicht passieren. Max durfte die Tage bei meiner Schwester verbringen, denn er ist nicht gewohnt auf Reisen zu gehen. Es war das erste Mal, dass wir "hundelos" unterwegs waren. Ein ungewohntes Gefühl...



25 November 2014

Stromlos

Gestern Abend um 20.30 Uhr ist wieder mal der Strom ausgefallen und heute nach mehr als 14 Stunden warten wir immer noch auf die Aufschaltung. Wie immer kommen wir am Schluss der Warteschlange dran, weil hier draussen im Busch so wenig Kunden betroffen sind.

Es war ein heftiger Sturm, der Tausende von Haushalten vom Netz schmiss. Vor allem hat er auch im Süden gewütet und da dort viel mehr Leute wohnen, konzentrieren sich die Reparaturen erstmals auf die Ballungszentren. Wir sind uns das schon fast gewohnt - obwohl, man kann (oder will) sich an die relativ häufigen Stromausfälle eigentlich nie gewöhnen. 

Während eines Stromausfalls schnurrt unser Generator meistens problemlos vor sich hin und wir können wenigstens die Heizungs- und Wasserpumpen betreiben. Abwechslungsweise laufen auch Kühlschrank und Tiefkühler. Natürlich heisst das für Marcel, Nachtschicht zu schieben. Trotzdem versuchen wir zu schlafen, was uns inzwischen meistens gut gelingt. Letzte Nachte bemerkte ich jedoch plötzlich, dass die Heizungsrohre kalt wurden. Eine Sicherung beim Generator hat sich ausgeklinkt. So durfte Marcel mitten in der Nacht mit Stirnlampe und Regenschutz den Schaden beheben. Es ist unbedingt nötig, dass die Heizungspumpen immer laufen, weil sich sonst unser Aussenofen überhitzt und dadurch Schaden nehmen könnte.

Besonders ärgerlich ist der Stromausfall heute, weil wir am Mittwoch eigentlich einen kleinen Ausflug geplant haben. Mal sehen, ob sich bis dahin alles wieder normalisiert hat. Wir sind noch guter Hoffnung!

Uebrigens hat es in den letzten Tagen tatsächlich stark geregnet und der Schnee ist fast aller weggeschmolzen. Gestern hatten wir plus 9 Grad. Inzwischen schneit es jedoch wieder und wir sollten nach Wettervorhersage bis zu 10 cm erhalten. Mist!


Soeben hören wir ein riesiges Dröhnen über der Lodge. Der Hydro One Helikopter fliegt den Stromleitungen entlang auf der Suche nach dem Schaden. Nun dauert es hoffentlich nicht mehr lange...



24 November 2014

Marroni oder der Gourmet-Dog

Am Sonntag konnten wir endlich eine Portion Marroni im Pizzaofen rösten. Marroni gehören irgendwie in diese Jahreszeit und wir haben in den Läden schon seit ein paar Wochen nach der Spezialität Ausschau gehalten. Das ist hier in Nordontario gar nicht so einfach, denn Marroni kennen nicht alle Leute und sie sind auch vom Preis her eher ein Luxusprodukt. Trotzdem muss es mindestens einmal im Jahr sein. Und endlich fanden wir in einem grösseren Lebensmittelladen dicke und vor allem frische Marroni. (Natürlich lohnt es sich nicht, wegen 21 Marroni den Pizzaofen zwei Stunden einzuheizen und so haben wir gleich noch einen Rinderbraten darin geschmort):


Beim Essen haben wir festgestellt, dass Max-der-Spaniel Marroni auch ganz gut findet. Verwöhnt wie er ist, hat er seinen Teil davon abbekommen. Und das erinnerte uns an folgende Geschichte:

Vor sieben Jahren haben wir entdeckt, dass Rex ein richtiger Feinschmecker war. Er begleitete mich immer zu den Cottages, wenn ich sie zwischen zwei Gästegruppen reinigen musste. Dabei untersuchte er ganz genau die Umgebung, denn ab und zu schmeissen die Leute ihre überzähligen Lebensmittel einfach in die Natur. Meistens bleiben die Sachen nicht lange liegen, denn Fuchs und Co. kommen auf ihrer Futtersuche regelmässig vorbei. Nach einem solchen Ausflug bemerkten wir, dass Rex etwas in seiner Schnauze nach Hause trug und es auf keinen Fall hergeben wollte. Wenn er eine Trophäe ergatterte, war es sehr schwierig, sie ihm abzujagen. (Einmal hatte er einen Biberpelzhut gefunden und wir hatten die liebe Mühe, ihm den Hut wegzunehmen, bevor er ihn zerhudelte und zerfetzte. Immerhin stand Biber auf seiner Beuteliste und er fand es absolut nicht nötig, den Hut seinem Besitzer zurückzugeben.) Es war also von Vorteil, Rex's komisches Verhalten vorerst zu ignorieren. Wir mussten einfach aufpassen, dass er das "Ding" nicht fressen konnte, bevor wir sahen, was es war. Wie erstaunt waren wir dann, als er daheim schnurstracks auf seinen Platz lief und seine Beute sorgfältig hinlegte und gut bewachte:


Wir waren sehr gespannt, was nun kommen würde - und tatsächlich, er nahm sie vorsichtig in die Schnauze und biss leicht darauf:


Nach ein paar genüsslichen Minuten sah es so aus:


Wir waren baff. Rex wusste genau, was er da tat. Von da an lief er jeden Morgen zum Log Cottage, um sich eine oder zwei Marroni aus dem Schnee zu buddeln, sie heimzutragen und dort genüsslich zu verspeisen. Sie waren gekocht, das haben wir noch festgestellt. Vermutlich hatte eine Gästegruppe die Chestnuts gekauft, sie im Wasser gekocht und für nicht essbar befunden. Dann haben sie sie in den Schnee vor dem Cottage geschmissen und Rex mit seiner sensiblen Nase hat sie aufgespürt und sich Stück für Stück einverleibt, bis alle alle gefressen waren. Er war eben ein echter Gourmet!

21 November 2014

Mystisch

zeigt sich der See noch. Langsam beginnt er jedoch am Ufer zu gefrieren. Bin gespannt, bis wann das Eis über das Wasser gewinnt.





20 November 2014

Das Gärtnern...

muss ich wohl oder übel aufs nächste Jahr verschieben. Die Vögel freuts!


Es schneit schon wieder - oder immer noch. Allerdings ist's bei uns nicht ganz so schlimm wie weiter südlich. Der "lake effect" um die grossen Seen ist Schuld an diesen Schneebergen im Nordosten der USA und im südlichen Teil von Ontario. Wir sind zum Glück gerade weit genug nördlich, um von diesem Monster-Schneefall verschont zu werden. Lustig dürfte es am Wochenende werden, da sind bei uns Temperaturen um die Nullgrenze vorausgesagt, mit möglichem Eisregen. Dass die Temperaturen wieder etwas steigen, ist schon ok, denn die -17 Grad von vorletzter Nacht waren etwas gar kalt für November. Aber Eisregen brauchen wir trotzdem nicht...