24 November 2014

Marroni oder der Gourmet-Dog

Am Sonntag konnten wir endlich eine Portion Marroni im Pizzaofen rösten. Marroni gehören irgendwie in diese Jahreszeit und wir haben in den Läden schon seit ein paar Wochen nach der Spezialität Ausschau gehalten. Das ist hier in Nordontario gar nicht so einfach, denn Marroni kennen nicht alle Leute und sie sind auch vom Preis her eher ein Luxusprodukt. Trotzdem muss es mindestens einmal im Jahr sein. Und endlich fanden wir in einem grösseren Lebensmittelladen dicke und vor allem frische Marroni. (Natürlich lohnt es sich nicht, wegen 21 Marroni den Pizzaofen zwei Stunden einzuheizen und so haben wir gleich noch einen Rinderbraten darin geschmort):


Beim Essen haben wir festgestellt, dass Max-der-Spaniel Marroni auch ganz gut findet. Verwöhnt wie er ist, hat er seinen Teil davon abbekommen. Und das erinnerte uns an folgende Geschichte:

Vor sieben Jahren haben wir entdeckt, dass Rex ein richtiger Feinschmecker war. Er begleitete mich immer zu den Cottages, wenn ich sie zwischen zwei Gästegruppen reinigen musste. Dabei untersuchte er ganz genau die Umgebung, denn ab und zu schmeissen die Leute ihre überzähligen Lebensmittel einfach in die Natur. Meistens bleiben die Sachen nicht lange liegen, denn Fuchs und Co. kommen auf ihrer Futtersuche regelmässig vorbei. Nach einem solchen Ausflug bemerkten wir, dass Rex etwas in seiner Schnauze nach Hause trug und es auf keinen Fall hergeben wollte. Wenn er eine Trophäe ergatterte, war es sehr schwierig, sie ihm abzujagen. (Einmal hatte er einen Biberpelzhut gefunden und wir hatten die liebe Mühe, ihm den Hut wegzunehmen, bevor er ihn zerhudelte und zerfetzte. Immerhin stand Biber auf seiner Beuteliste und er fand es absolut nicht nötig, den Hut seinem Besitzer zurückzugeben.) Es war also von Vorteil, Rex's komisches Verhalten vorerst zu ignorieren. Wir mussten einfach aufpassen, dass er das "Ding" nicht fressen konnte, bevor wir sahen, was es war. Wie erstaunt waren wir dann, als er daheim schnurstracks auf seinen Platz lief und seine Beute sorgfältig hinlegte und gut bewachte:


Wir waren sehr gespannt, was nun kommen würde - und tatsächlich, er nahm sie vorsichtig in die Schnauze und biss leicht darauf:


Nach ein paar genüsslichen Minuten sah es so aus:


Wir waren baff. Rex wusste genau, was er da tat. Von da an lief er jeden Morgen zum Log Cottage, um sich eine oder zwei Marroni aus dem Schnee zu buddeln, sie heimzutragen und dort genüsslich zu verspeisen. Sie waren gekocht, das haben wir noch festgestellt. Vermutlich hatte eine Gästegruppe die Chestnuts gekauft, sie im Wasser gekocht und für nicht essbar befunden. Dann haben sie sie in den Schnee vor dem Cottage geschmissen und Rex mit seiner sensiblen Nase hat sie aufgespürt und sich Stück für Stück einverleibt, bis alle alle gefressen waren. Er war eben ein echter Gourmet!

Kommentare:

  1. Oh beim Lesen deines Eintrages läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Ich liebe Marroni oder Esskastanien, wie wir sie nennen. Leider oh leider habe ich hier noch keine gefunden, die nicht aus China kommen und die grauerlichen chinesischen Chestnuts sind oftmals schimmelig und wer weiss, wo sie die anbauen, nee dann lieber ganz verzichten. Wo habt ihr eure Marroni gekauft? LG Bianka

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    1. Frische Chestnuts aus China? Habe ich noch nie gesehen. Bei uns kommen die aus Italien und man findet sie bei Sobey's, FreshCo oder Independent. Musst halt in Winnipeg schauen, wenn du mal wieder dort bist...
      Liebe Grüsse nach Kenora
      Anita

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    2. Ja, habe gestern erst wieder danach geguckt, frische Chestnuts bei NoFrills alle leider Product of China und Safeway hat keine. Mal sehen, wenn wir wieder nach WPG kommen, dann guck ich da mal. Gruss zurück und warm einpacken! Bianka

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