Die allerersten Besitzer des Camps waren also Eisenbahner. Das erklärt auch die beiden antiken Lampen, die wir bei unserem Einzug vorfanden.
Die Familien dieser Direktoren reisten jeden Sommer mit Kind und Kegel per Eisenbahn nach Canada, luden ihre ganze Bagage samt Hausangestellten auf Boote und schipperten die 12 km vom Südufer des Sees zum Camp. Dort bauten sie ihre Canvas-Zelte auf und lebten 10 lange Sommerwochen inmitten der Natur. Eine ältere Ferienhausbesitzerin am See berichtete mir, dass ihre Grosseltern in den Vierzigerjahren auch ein Feriencamp betrieben und man erzählte sich damals die alte Geschichte von einem Fährboot mit einem Klavier und Pianisten darauf. Das müssen ganz spezielle Parties gewesen sein zu jener Zeit. Noch heute gehören einige Grundstücke rund um den See amerikanischen Familien und werden von Generation zu Generation weitergereicht.
1892 entstand aus dem ehemals sehr elitären Country Club der Conewango Fishing Club. Ein Dokument von 1929 mit einem sehr verblassten Bild berichtete vom Tod eines Ehrenpräsidenten und vermerkte, dass diese Urkunde im Clubgebäude einen Ehrenplatz behalten sollte. Na, dies hat ja geklappt - das Stück befindet sich immer noch hier und wurde offensichtlich beim verheerenden Brand der alten Lodge nicht zerstört.
Seit 1930, als das Camp erstmals in canadische Hand überging, sind wir die sechsten Besitzer. Von der ersten Familie weiss ich nicht viel. Allerdings wohnt ein Enkel von ihnen in der Stadt und erinnert sich vage an die Besuche bei seinen Grosseltern. Vom zweiten Besitzer ist auch nicht viel überliefert. Er soll alleinstehend und vermögend gewesen sein. Er war es, der Teile vom Camp abtrennte und zu verkaufen begann. Unsere Nachbarin Mary und ihr Sohn kauften von ihm 1962 die ersten beiden Parzellen Richtung Westen und starteten in mühsamer Handarbeit mit der Rodung des dichten Busches. Bis 1966 wechselten schlussendlich elf Parzellen den Besitzer. Angeblich gehörte ursprünglich auch das ganze Land östlich zum Camp. Sicher bin ich darüber allerdings nicht.
Vor allem in den Jahren 1966-1987 war das Camp sehr populär. Die damalige Besitzerfamilie waren mit Herz und Seele Camp-Betreiber. Er arbeitete nebenher als Lehrer in der Stadt, die drei Kinder wuchsen praktisch im Camp auf. Nur in den ersten Jahren wohnte die Familie während der Wintermonate in einer Wohnung in der Stadt, denn die Strasse zum Camp war nicht passierbar. Sie waren es auch, die begannen den jetzigen Campingplatz, der vorher mehrheitlich ein "beaver-swamp" (Biber-Sumpf) war, trockenzulegen und aufzuschütten. Wir lernten in unseren ersten Jahren hier noch Camper kennen, die damals ihre eigenen Plätze dem Busch abtrotzten, sie rodeten, ausebneten und zu ihrem Sommer-Paradies ausbauten.
Die Familien dieser Direktoren reisten jeden Sommer mit Kind und Kegel per Eisenbahn nach Canada, luden ihre ganze Bagage samt Hausangestellten auf Boote und schipperten die 12 km vom Südufer des Sees zum Camp. Dort bauten sie ihre Canvas-Zelte auf und lebten 10 lange Sommerwochen inmitten der Natur. Eine ältere Ferienhausbesitzerin am See berichtete mir, dass ihre Grosseltern in den Vierzigerjahren auch ein Feriencamp betrieben und man erzählte sich damals die alte Geschichte von einem Fährboot mit einem Klavier und Pianisten darauf. Das müssen ganz spezielle Parties gewesen sein zu jener Zeit. Noch heute gehören einige Grundstücke rund um den See amerikanischen Familien und werden von Generation zu Generation weitergereicht.
1892 entstand aus dem ehemals sehr elitären Country Club der Conewango Fishing Club. Ein Dokument von 1929 mit einem sehr verblassten Bild berichtete vom Tod eines Ehrenpräsidenten und vermerkte, dass diese Urkunde im Clubgebäude einen Ehrenplatz behalten sollte. Na, dies hat ja geklappt - das Stück befindet sich immer noch hier und wurde offensichtlich beim verheerenden Brand der alten Lodge nicht zerstört.
Seit 1930, als das Camp erstmals in canadische Hand überging, sind wir die sechsten Besitzer. Von der ersten Familie weiss ich nicht viel. Allerdings wohnt ein Enkel von ihnen in der Stadt und erinnert sich vage an die Besuche bei seinen Grosseltern. Vom zweiten Besitzer ist auch nicht viel überliefert. Er soll alleinstehend und vermögend gewesen sein. Er war es, der Teile vom Camp abtrennte und zu verkaufen begann. Unsere Nachbarin Mary und ihr Sohn kauften von ihm 1962 die ersten beiden Parzellen Richtung Westen und starteten in mühsamer Handarbeit mit der Rodung des dichten Busches. Bis 1966 wechselten schlussendlich elf Parzellen den Besitzer. Angeblich gehörte ursprünglich auch das ganze Land östlich zum Camp. Sicher bin ich darüber allerdings nicht.
Camp um 1963
Das Camp beherbergte einige Zeit sogar ein paar Ponys. Hier grasen sie bei den kleinen Cottages:
Nebst dem Log Cottage und dem alten, weissen Cottage gab es vier oder fünf weitere kleine Cottages für Gäste. Alle diese Gebäude, inklusive der alten Lodge, wurden nach einem verheerenden Buschfeuer 1905 gebaut. Eines der Minihäuschen (vermutlich 1930-40 erstellt) wurde 1994 "gezügelt" und ist nun unser Gartengeräte-Schuppen. Ein weiteres steht seit 1995 neben der Werkstatt und dient als Materiallager. Die anderen waren sehr baufällig und wurden ab 1994 nach und nach abgebrochen. Die letzten Gebäudereste entfernten wir vor etwa vier Jahren (die Eichhörnli waren davon gar nicht begeistert, diente es ihnen doch jahrelang als Unterkunft). Das Cedar Cottage wurde als einziges neueres Cottage in den späten Siebziger Jahren gebaut.
1976
April 2004
links der Campingplatz, rechts der Cottage-Bereich mit der Lodge
Beim Brand der alten Lodge im Winter 1976/77 sind leider viele
Gegenstände, Photos etc. zerstört worden. Der damalige (dritte) Besitzer hatte noch im
gleichen Jahr mit dem Bau der jetzigen Lodge begonnen. Er hatte grosse Pläne
und wollte eigentlich ein dreistöckiges Blockhaus mit Stämmen aus dem
umliegenden Wald erstellen. Er ist nie über den ersten Stock, das Betonfundament, hinausgekommen. Das seit damals mehr oder weniger provisorische Blechdach haben wir 2009 verlängert und rundumerneuert. 2010 sind neue Fenster dazugekommen und an der Fassadenverkleidung arbeiten wir heute noch.
Der Sommerbetrieb hat sich in den vergangenen hundert Jahren wohl nicht gross verändert. Campieren, Fischen, Baden, Bootfahren, Wandern, Jagen - und in der späteren Phase die entsprechenden motorisierten Freizeitbeschäftigungen.
Das Wintergeschäft wurde erst in den Siebziger- und Achtzigerjahren gross aufgebaut. Crosscountry Skiing hiess damals der Trendsport. Kilometerlange gut präparierte Langlaufloipen schlängelten sich durch den Busch und ganze Busladungen Schulkinder wurden herangekarrt, um einen Tag lang diesem Wintersport zu frönen. Viele lokale Babyboomer erzählen heute noch von diesen Fun-Touren während ihrer Schulzeit. Zur Blütezeit hat sogar die canadische Langlauf-Nationalmannschaft hier trainiert. Eine sehr arbeitsintensive Zeit dürfte das gewesen sein. Als anfangs der Neunziger Jahre näher bei der Stadt der Crosscountry Ski Club mit nagelneuen Loipen eröffnete, war das Ende dieses Wintergeschäftes in Sicht.
1987
Zu jener Zeit betrieb ein (früh)pensionierter Polizist aus dem Süden mit seiner Frau das Camp. Ihm verdanken wir übrigens das Werkstattgebäude. Nach sieben Jahren und einem Unfall mit der Motorsäge verkaufte er 1994 das Camp an unseren Vorbesitzer, der ganz neue Ideen für den Winter entwickelte. Er baute die Lodge um, indem er den Wohnbereich um fünfzig Prozent verkleinerte und ein auf über hundert Gäste *lizenziertes Restaurant einbaute und 1995 eröffnete (*d.h. er durfte alkoholische Getränke verkaufen). Gleichzeitig verbreiterte er die bestehenden Langlaufloipen zu Snowmobile Trails und erweiterte mit dem Snowmobile Club das ganze Trailnetz. Der Sport boomte, Benzin war billig und jedermann konnte sich ein Snowmobile leisten.
ca. 1996
Das Restaurant war bei unserer Uebernahme eine (berühmt-berüchtigte) Sportsbar, die im Winter vor allem abends, nachts und am Wochenende ihren Umsatz machte (davon ahnten wir allerdings damals noch nichts).
Winter 1997/98
Fortsetzung folgt...








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